Ökumenischer Rat der Kirchen (ÖRK), 03.09.2015, 16:51 closed

Kirchenverantwortliche suchen nach Wegen, um die Gewalt gegen Kinder zu beenden

Kirchenverantwortliche und Akteure der Zivilgesellschaft suchen nach Wegen, um die Gewalt gegen Kinder zu beenden

Eine bessere Welt für Kinder, in der sie vor Gewalt und sexuellem Missbrauch in Familien, Schulen und Gemeinschaften geschützt werden können – diese Leitidee wurde von Vertreterinnen und Vertretern religiöser und säkularer Organisationen auf einem Forum am 27. August in Genf, Schweiz nachdrücklich begrüßt.

Die Veranstaltung fand im Ökumenischen Zentrum des Ökumenischen Rats der Kirchen statt und wurde von Arigatou International, einer aus dem Glauben heraus handelnden globalen Organisation, und ECPAT International organisiert, einem globalen Netzwerk von Organisationen der Zivilgesellschaft, das sich ausschließlich für die Beendigung der kommerziellen sexuellen Ausbeutung von Kindern einsetzt.

Das Forum befasste sich in erster Linie mit dem Thema «Religiöse Ideale und Realität: Verantwortung der Kirchenleitenden für die Verhinderung von Gewalt gegen Kinder» und beinhaltete Beiträge aus unterschiedlichen religiösen Perspektiven.

Zu den Diskussionsteilnehmenden gehörte Dr. Isabel Apawo Phiri, beigeordnete Generalsekretärin des ÖRK, die über das Problem der Gewalt gegen Kinder aus einer christlichen Perspektive referierte. In ihrem Beitrag erläuterte sie ihren Standpunkt, dass die Kirche in einer Position sei, die zu Transformation führen könne. «Der christliche Glaube vermittelt die Botschaft und hat den Führungsanspruch in der Auseinandersetzung über Gewalt gegen Frauen und Kinder», sagte sie.

«Die meisten Kinder vertrauen der Kirche nach wie vor ihre Geheimnisse an. Die Kirche verfügt deshalb über die Fähigkeit, misshandelte Kinder und die Täter durch Beratung und spirituelle Unterstützung zu erreichen. Das ist eine Möglichkeit, Heime, Schulen und Kirchen als ein sicheres Umfeld durch Fürsprachearbeit zu gewinnen», sagte Piri.

In seiner Botschaft wies Pastor Keishi Miyamato, Präsident von Arigatou International, auf die Bedeutung der Zusammenarbeit der religiösen Gemeinschaften und der Zivilgesellschaft für die Beendigung der Gewalt gegen Kinder hin. «Wenn es eine Sache gibt, mit der wir uns als religiöse Führungspersönlichkeiten auf keinen Fall abfinden dürfen, dann ist es die empörende Gewalt gegen Kinder, die immer noch jeden Tag in unserer heutigen Welt stattfindet», sagte er.

«Es gibt sicherlich moralisch gesehen kein dringenderes Thema als dieses».

Miyamoto bezeichnete das Forum als eine Gelegenheit für die Akteure der Religionsgemeinschaften und der Zivilgesellschaft, darüber zu diskutieren, wie sie ihre Mitgliedschaft für die Bekämpfung der Gewalt gegen Kinder mobilisieren können.

Die Forumteilnehmer/innen erörterten ebenfalls mögliche Bereiche der Zusammenarbeit, z.B. Initiativen zur Änderung sozialer Normen, die zur Gewalt gegen Kinder beitragen, sowie Advocacy-Arbeit für Gesetze und Strukturen auf nationaler Ebene, die den Kinderschutz verbessern können.

Zu den Referent/innen auf dem Forum gehörten Dr. Susan Bissell, Vorsitzende des Jugendschutzorganisationsprogramm der UNICEF; John Carr, internationaler Berater für Children Online, ECPAT International; Dr. Heidi Hadsell, Präsidentin des Hartford Seminary, Connecticut, Vereinigte Staaten; Michael Moran von Interpol, stellvertretender Direktor der Abteilung zur Bekämpfung des Menschenhandels und der sexuellen Ausbeutung von Kindern; Rabbinerin Diana Gerson, Programmdirektorin des New York Board of Rabbis; Cheikh Khaled Bentounes, spiritueller Lehrmeister der Tariqa Alawiyya und Gründer von Muslim Scouts of France; Rabbi Marc-Raphael Guedj, früherer Oberrabbiner von Genf und Direktor der Stiftung Racines et Sources; und Prof. Anantanand Rambachan, Professor für Hinduismus und Vorstandsvorsitzender von Arigatou International-New York.

Ani Choying Drolma, eine buddhistische Nonne, leistete auf dem Forum einen Beitrag in Form geistlicher Besinnung, Gebete und Hymnen.

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