Jemen – Aktuell grösste humanitäre Krise weltweit

Medienmitteilung

TearFund leistet Überlebenshilfe im Katastrophengebiet

Zürich, 19.07.21 – Der Jemen wurde durch den Bürgerkrieg fast komplett zerstört. Die Lage im Land ist katastrophal, die UNO bezeichnet sie als die derzeit weltweit grösste humanitäre Krise. Mehr als 24 Millionen Menschen, knapp 80 % der Bevölkerung, benötigen dringend Hilfe. Über die Hälfte von ihnen sind Kinder. Die Corona-Krise und eine Cholera-Epidemie haben diesen Zustand noch verschlimmert.

Millionen Menschen leiden an akutem Hunger und brauchen dringend Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen. Viele Familien müssen offene Wasserquellen nutzen, aus denen auch Tiere trinken. Das Wasser ist verunreinigt und Menschen werden krank – vor allem kleine Kinder leiden schnell unter lebensbedrohlichem Durchfall. Gemeinsam mit Tearfund Deutschland setzt sich TearFund Schweiz für sauberes Wasser ein.

Die grösste Cholera-Epidemie aller Zeiten

Tausende Kinder und Erwachsene sterben im Jemen an Cholera – einer Krankheit, die einfach behandelt werden könnte. Wenn eine erkrankte Person jedoch nicht schnell mit sauberem Wasser und Elektrolyten versorgt wird, kann der Verlauf rasch tödlich enden. Jede vierte erkrankte Person ist ein Kind unter fünf Jahren. Ein grosser Teil der Bevölkerung besitzt nicht einmal ein Stück Seife. Dies führte gemäss WHO zur global und historisch schlimmsten Cholera-Epidemie, die jemals dokumentiert worden ist.

Sauberes Wasser rettet Leben

Mit dem WASH-Projekt (WASH steht für Wasser, sanitäre Versorgung und Hygiene) erhalten über 3’600 Menschen in der Region Hajjah im Nordwesten des Landes Hilfe. Durch den Bau von Brunnen und Zisternen haben sie Zugang zu sauberem Wasser. Weiter schult das Projektteam die Bevölkerung zum Thema Hygiene und baut Latrinen. So können Kinder, ihre Familien und die ganze Dorfgemeinschaft überleben. Denn Wasser bedeutet Leben.

Hinsehen. Handeln. Nächstenliebe kennt keine Grenzen.

Die Jemenitin Nadia hat für sich und ihre Familie durch das Projekt einen Wasserfilter erhalten. Aus Dankbarkeit hilft sie als Ehrenamtliche beim Nothilfe-Projekt mit. Sie erzählt: «Ich habe die Freude in den Augen der Kinder bei der Verteilung von Wasserfiltern und Hygienesets gesehen. Einige Familien haben sich seit mehreren Monaten keine Seife leisten können». Auch Ahmed hilft ehrenamtlich im Projektteam mit. Er berichtet: «Die Wasserknappheit hat auch zu einer gravierenden Verschlechterung der Hygiene der Dorfbewohnenden geführt. Manche Familien können ihre Kinder nur noch alle zehn Tage richtig baden. Die Situation ist so schlimm, dass viele jeden Tag mehrere Stunden zu Fuss unterwegs sind, um Wasser zu holen.»

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Überlebenshilfe Jemen | © Tearfund Deutschland
TearFund
19. Juli 2021 | 09:04