Interteam, 05.12.2018, 10:56

Häusliche Gewalt betrifft uns alle!

Medienmitteilung

Erfolgreiches Luzerner Fachpodium im Rahmen der schweizweiten Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen*» – Was sind Motive und Gefühle von Tätern häuslicher Gewalt und gibt es Gemeinsamkeiten zwischen Tätern unterschiedlicher Herkunft? Oder welche Rolle spielen vorherrschende Männlichkeitsvorstellungen, wenn es zu häuslicher Gewalt kommt? Diese und weitere spannende Fragen standen gestern Abend im Zentrum eines Fachpodiums im Stattkino Luzern. Aufschlussreich für Besucherinnen und Besucher war neben den Expertenaussagen auch der gewährte, sehr persönliche Einblick eines ehemaligen Gewalttäters. Organisiert wurde die Veranstaltung von Agredis und INTERTEAM, der Organisation für Personelle Entwicklungszusammenarbeit.

«Das schlimmste an der Gewalt war für mich, dass ich ihr ausgeliefert war», meinte François Burri, als er die gespannten Zuhörerinnen und Zuhörer auf eine persönliche Reise in die Vergangenheit entführte zu jenen Momenten der Machtlosigkeit, die ihn an die Grenzen in seiner Beziehung brachten. François Burri ist mit seinen Erfahrungen kein Einzelfall. Wie Thomas Jost, Gewaltberater und Geschäftsführer von Agredis erläutert, zählen Ohnmachtsgefühle und die Abgabe von Verantwortung zu den Grundursachen von Gewalt. «Täter kennen ihre Emotionen oft zu wenig und haben Mühe mit ihnen umzugehen. Sie übernehmen fremde Bilder, die Ihnen zugeschrieben werden, als gegeben», ist Thomas Jost überzeugt.

Kulturübergreifende Gemeinsamkeiten

Jasmine Burkhard, Sozialarbeiterin und Fachperson von INTERTEAM in Bolivien, bestätigte die Annahme, dass Konflikte sich im kulturübergreifenden Vergleich nicht grundlegend unterscheiden. «Konflikte und Auslöser von Konflikten sind auch in Bolivien ziemlich ähnlich. Obwohl die Gründe von Gewalt vermehrter in sozioökonomischen Verhältnissen zu suchen sind», meint Jasmine Burkhard. Somit können Ansätze der Täterarbeit in der Schweiz auch in anderen Kulturen funktionieren. Die Wichtigkeit der Täterarbeit unterstrich auch Gisela Jaun, stellvertretende Oberstaatsanwältin des Kantons Luzern: «Täterarbeit ist Opferschutz, dies ist klar unser Ansatz».

Das Fachpodium fand am Dienstagabend, 4. Dezember im Rahmen der schweizweiten Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen*» statt, vor voll besetzten Rängen im Stattkino Luzern.

 

à Link zur Bildergallerie auf www.lueg-häre.ch

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