Gastbeitrag, 13.03.2019, 14:12

Form und Geist. Zugänge zu einer Ästhetik der Spiritualität

Ein Symposium für KünstlerInnen aller Sparten, TheologInnen und weitere Interessierte.

Medienmitteilung

Vom 8. – 10. März lud ARTS+ (www.artsplus.ch), die SEA Arbeitsgemeinschaft für Kunst und Kirche, zum 1. Symposium zum Thema «Form und Geist. Zugänge zu einer Ästhetik der Spiritualität» nach Montmirail ein; das gesamte SYMPOSIUM 2019 fand zweisprachig (deutsch/ fränzösisch) statt. Knapp 100 KünstlerInnen, Theologen und andere Interessierte folgten der Einladung und fanden in den historischen Gemäuern von Montmirail und der herzlichen Gastfreunschaft der Gemeinschaft «Don Camillo» und dem ARTS+ Team einen idealen Austragungsort für dieses Symposium. Astrid Künzler, ihres Zeichens Bewegungs-Künstlerin und Projektleiterin moderierte, begrüsste die Teilnehmer herzlich und sprach von einer Elefanten-Schwangerschaft des Symposiums von 22 Monaten.

Kunst, Künstler und Kirche

Einen inhaltlich dichten Einstieg in die Thematik lieferten die Theologen Beat Rink (Wortkünstler und Leiter des Künstler-Netzwerkes «Crescendo» aus Basel) mit seinen 20 Thesen zu «Kunst, Künstler und Kirche», gefolgt von Dr. theol. Dr. phil. Matthias Krieg aus Zürich mit seinem Referat zu «Wiederholung & Ereignis. Wo Kunst und Glaube sich berühren»«».

Der zweite Tag wurde mit einer Podiumsdisskussion zur Vertiefung der 20 Thesen von Beat Rink eröffnet, bei dem die transformative Kraft der Kunst für Kirche und Gesellschaft diskutiert wurde: «Wenn Gläubige Gott als DIE Quelle der Kreativität sehen, sollten sie eigentlich immer einen Schritt voraus sein und nicht hinterherhinken». «Angst blockiert, es gilt sie zu überwinden, Grenzen zu überschreiten und zwar beidseitig – für Kirche und Kunst.» «Historismus ist eine weitere Blockade, wo man bei guten Anfängen stecken geblieben sei und den damaligen Zustand eingefroren habe».

Kreatives Formen von Gesellschafts-Formen

Der deutsche Theologe Hannes Langbein aus Berlin erzählte bei «Community-Specific-Art – Gemeinde als ›soziale Plastik’» wie sie durch Projekte spontan Menschen auf der Strasse zu Kreativem motivieren konnten oder die Künstlergruppe «WOCHENKLAUSUR» an soziale Brennpunkte geht und es schaffe, dadurch neue, positive Dynamiken zu entwickeln. «Die Kunst hat den Vorteil, nicht alle gesellschaftlichen Regeln einhalten zu müssen; sie darf provozieren und Neues initiieren». Die Hamburger Designerin Eva Jung ermutigte in ihrem «Kreativen Befreiungsschlag. Was das Evangelium mit der Kunst zu schaffen hat»«» zu zeitgemässer Kommunikation von Glaubensinhalten, damit sie in unserer Gesellschaft auch verständlich ankommen.

Think-Tanks – Gedanken Tanks

Am Nachmittag hatten die Teilnehmer die Qual der Wahl zwischen elf «Think-Tanks» auszuwählen und dabei mit zu diskutieren. Themen wie «Kulturkirche», «Gott und Design», «Über-Lebens-Strategien als Künstler» und weitere wurden vertieft. Am Sonntag wurden die Ergebnisse im Plenum vorgestellt und durch Künstler des Magazins «BART» zusammengefasst und visualisiert. Zwischen den Programmteilen gab es bei Mahlzeiten Raum zum Austausch und es bot sich die Gelegenheit, an den Liturgien der Kommunität «Don Camillo» teilzunehmen. Ein festlicher Abend mit künstlerischen Beiträgen und ein gemeinsamer Gottesdienst mit der Kommunität und verschiedenen künstlerischen Beiträgen, gesungenem Segen und Abendmahl, rundeten das Symposium eindruckvoll ab.

Tiefsinnig, kreativ, vielschichtig und ermutigend…

…so kann das Symposium zusammengefasst werden. Aus allen Altersschichten kamen KünstlerInnen und TheologInnen zusammen, um über die Schnittstellen von Kunst und Kirche miteinander zu diskutieren. Der Theologe Dr. Krieg meinte in seinem Referat: «Kirche ist beides: Struktura und Communita. Wo aber kein Ereignis mehr erwartet wird, herrscht tote Hose – und das bei schönsten Strukturen.»

Die Projektleiterin Astrid Künzler ist nach einer ersten Analyse zufrieden: «Unser Ziel wurde erreicht. Nicht nur, dass sich ein Stück Communitas ereignete und Mut zur eigenen professionellen, künstlerischen Sprache freigesetzt wurde. Es wurden auch Thesen formuliert und debattiert, die zukunftsweisend sein dürften. Kunst kann die Gemeinde, kann die Kirche aus ihrem Funktionsdenken befreien und hilft mit, dass Kirche sein kann, was sie ist – nämlich Menschen in ein Denken und Empfinden über den Ewigen, über Spriritualität, über Jesus hinein zu nehmen.»

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