Die verfolgten Christen brauchen auch künftig unsere Hilfe

Medienmitteilung

Jeweils am dritten Januar-Sonntag gedenkt das Hilfswerk «Kirche in Not (ACN)» anlässlich eines Gedenkgottesdienstes seines Gründers Werenfried van Straaten, welcher im Januar 2003 verstorben ist. Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass das heute weltweit tätige Hilfswerk für unzählige, notleidende Menschen seit über 70 Jahren elementarste Hilfen erbringen kann. Hauptzelebrant der eindrücklichen Feier in der vollbesetzten Jesuitenkirche war Weihbischof Alain de Raemy aus Fribourg.

*Text von Stefan Treier

«Kirche in Not (ACN)» ist eindrücklicher Beweis für wirksames, umfassendes Wirken der katholischen Kirche auf der ganzen Welt. Das kam symbolisch auch bei den neun Konzelebranten zum Ausdruck, wirkten doch ein Priester aus Indonesien und einer aus Burkina Faso mit, die beide Schweizer Pfarreien betreuen. In seiner Grussadresse verwies Geschäftsführer Jan Probst auf die missliche Lage der weltweit rund 200 Millionen verfolgter und bedrängter Christen. Sie haben keine Chance, in ihrem Heimatland eine Staatsstelle zu erhalten. Sie haben wegen ihres Glaubens Plünderungen ihrer Geschäfts- oder Wohnhäuser und wirtschaftliche Benachteiligen zu gewärti­gen. Pflegen sie die Anbetung von Jesus, laufen sie Gefahr, dass ihre Gotteshäuser abgefackelt werden. Ein Leben auf Grundlage der Bibel ist schwer vorstellbar, weil ihnen der Besitz der Heiligen Schrift verboten ist. Trotz ihrer schwierigen, oft bedrohlichen, Lebensbedingungen leben sie die Feindesliebe. – «Kirche in Not (ACN)» hilft in 150 Ländern, hat 2500 Kirchen gebaut, leistet für mehrere tausend Priester, sowie Ordensschwestern, Existenzhilfe und ermöglicht ihnen hunderte von Fahrzeugen für Seelsorge- und Sozialeinsätze. Der Auftritt des bekannten Luzerner Kinder- und Jugendchors St. Anton/St. Michael unter der Leitung von Thomas Walpen verlieh dem Gottesdienst eine feierliche Note. Radio Maria und Radio Gloria waren für Direktübertragungen besorgt.

Familiäre Bindungen zum Hilfswerk

Weihbischof Alain de Raemy, seit 2013 im Bistum Fribourg engagiert, bekannte sich als über­zeugter Freund von «Kirche in Not (ACN)». Es ist zuwenig, sagt Gott seinem Knecht. Das sagt er auch uns. Was will er damit sagen? «Ich mache dich zum Licht der Nationen, damit mein Licht bis zum Ende der Welt reicht», so der Bischof. Offen bekannte der hohe Magistrat: «Mein verstorbener Vater hat kein anderes Hilfswerk so unterstützt wie «Kirche in Not (ACN)»». Er hörte im Herzen diesen Aufruf und liess sich von diesem Grundsatz leiten. Die christliche Berufung ist, darnach zu handeln, um Gott erleben und ausstrahlen zu können. Gerade dort wo Diskrimierung herrscht, sind wir aufgerufen, uns dagegen einzusetzen. Pater Werenfried war ein Wegweiser, Alles war ihm zu wenig, nichts zu viel. Die Verkündigung des Herrn ist als Ziel nur glaubhaft, wenn ihr nachgelebt wird. Alle Verfolgten haben das Recht, von uns Christen durch Liebe und Hilfe Jesus zu begegnen. Lassen wir dieses Hilfswerk weiterhin sich engagieren, damit die Menschen überall Christen sein können.

Kerzen im Gedenken an christliche Märtyrer

Im Gedenken an ermordete christliche Familien, Kinder, Priester und Ordensleute im Nahen Osten, in Pakistan, in Sri Lanka, in Venezuela, sowie weltweit ihres christlichen Glaubens wegen bedrängte Menschen, wurden Kerzen angezündet. Das Blut der zahlreichen Märtyrer wird zum Samen der neuen Kirche von morgen. Die Gläubigen gedachten auch der unzähligen Opfer im syrischen Aleppo, wo mittlerweile durch die kriegerischen Auseinandersetzungen 70 % der Be­völkerung in Armut lebt. Dabei wurde an den Leitsatz von Pater Werenfried erinnert, der heute noch genau so aktuell ist wie zu seinen Lebzeiten: «Der Glaube ist ein Geschenk, ihn zu bezeugen ein Recht». Dieser Leitsatz wird heute weltweit so stark verletzt, dass die Hilfeleistun­gen von «Kirche in Not (ACN)» von steigender Bedeutung sind.

Volksnaher, vielseitig engagierter Weihbischof

Im Anschluss an den Gedenkgottesdienst informierte der bischöfliche Gast über sein Engagement in einer Kommission für den Dialog zwischen den Muslimen und der Schweizer Bischofskonfe­renz. Er wirkt als Vertreter der Bischöfe in diesem Gremium mit, das sich jedes zweite Jahr mit einer Abordnung des Irans trifft, um Gespräche, auch über heikle Themen, zu führen. Dieses Jahr will man über das Thema «Märtyrer» sprechen. Dabei ist es von Bedeutung, den Gesprächspartnern die christliche Auffassung zu erläutern. Die Vergebung gegenüber den Mördern ist wichtig. Nur so kommt die Liebe derjenigen gleich, die Jesus durch das Kreuzesopfer erbracht hat. Jede Bosheit der Menschen hat er durch seinen Tod am Kreuz gespürt und gesühnt.

Der Bischof erinnerte an einen Besuch in Teheran, bei dem er bei der Bevölkerung, die ihn in der Bekleidung des christlichen Würdenträgers mit dem Kreuz wahrnahm, grosse Freude feststellte. Die Bevölkerung ist offen für christliche Belange, weshalb der Dialog aus Sicht des Bischofs bedeutungsvoll ist. – Im späteren Gespräch informierte der hohe Gast noch über seinen vielseitigen Einsatz als Schweizer Jugendbischof.

Video

Jugendbischof Alain de Raemy in Luzern | © Jacques Berset
Kirche in Not
21. Januar 2020 | 16:04