Weltflüchtlingstag in Bern | © 2015 Silvana Menzli
Weltflüchtlingstag in Bern | © 2015 Silvana Menzli
Gastbeitrag, 20.06.2015, 18:34 closed

Das «Team Welcome» an der Tour de Suisse

Medienmitteilung

Am Samstag fand der Weltflüchtlingstag 2015 statt. Nebst den Rennradteams der Tour de Suisse markierte auch das «Team Welcome» Präsenz in der Berner Innenstadt. Es konfrontierte die versammelten Velofans und Passanten mit der Frage «Etappe Mittelmeer – wer schaut hin?» Damit wurde nicht nur auf den existentiellen Kampf angespielt, der täglich an den Grenzen Europas ausgetragen wird. Es war auch ein Ruf nach einer engagierten Zivilgesellschaft.

Die blauen «Team Welcome»-Ballone stechen immer wieder aus der Menschenmenge heraus. Alle sind sie gekommen, um die Rennradprofiteams auf der Schlussetappe der Tour de Suisse anzufeuern. Nichtsdestotrotz machen viele Schaulustige Halt am Bärenplatz beim Team der besonderen Art; dem «Team Welcome». Im Asylbereich beruflich oder freiwillig Engagierte, aber auch Flüchtlinge selbst sind Teil davon und erinnern mit ihrer Präsenz daran, dass Weltflüchtlingstag ist. Die Frage «Etappe Mittelmeer – wer schaut hin?» soll denn gerade an diesem sportlichen Wettkampftag darauf aufmerksam machen, dass fast 60 Millionen Menschen weltweit unfreiwillig unterwegs sind und einen Wettlauf um Leben und Tod austragen müssen.

Ins Leben gerufen wurde das «Team Welcome» durch die OeME Kommission Bern, der Katholischen Kirche Region Bern und der Kirchlichen Kontaktstelle für Flüchtlingsfragen KKF. Dabei nutzen die Organisierenden die Chance, ein Publikum einzubeziehen, welches wohl nicht zu den Stammgästen der alljährlichen Anlässen zum Flüchtlingstag gehört. «Es geht uns heute darum, den Rennradfan, den Familienvater und andere Zaungäste anzusprechen und sie für die Flüchtlingsproblematik zu sensibilisieren. Die Tragödie im Mittelmeer ist nicht allein eine Angelegenheit von Politikerinnen und Politikern. Wir alle müssen hinschauen und können mehr tun, als die Toten im Mittelmeer stillschweigend zu bedauern. Zum Beispiel indem wir damit beginnen, emotionale Grenzen abzubauen», so Judith Pörksen, Mitinitiatorin des «Team Welcome».

Das «Team Welcome» bietet den Passanten denn auch das Gespräch an. Es wird debattiert, Kritik abgewogen und es werden Visionen geteilt. Auch Anregungen für ein erstes Engagement fehlen nicht. Jungen Flüchtlingen bei der Lehrstellensuche helfen, Deutschnachhilfe erteilen, mit Flüchtlingen gärtnern, sie zu Arzt- und Spitalbesuchen begleiten; «Hinschauen» kann bei Flüchtlingen in der Nachbarschaft beginnen. Die ersten Grenzen fallen auf diese Weise und können den Weg zu einer stärkeren, lauteren Zivilgesellschaft der Empörten bannen, so die Botschaft des «Team Welcome».

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