Bulgarien – Kleine und arme katholische Minderheit

Medienmitteilung

Pater Jaroslaw Bartkiewicz OFM aus Bulgarien weilt vom 9. bis 17. Februar 2019 in der Schweiz. Er wird während diesen Tagen in Gottesdiensten und Vorträgen über das Leben in Bulgarien und die Projekte des Hilfswerks vor Ort informieren.

Bulgarien ist zwar Mitglied der EU, aber dennoch lebt ein Fünftel der rund 7,1 Mio. Einwohner des südosteuropäischen Landes in Armut. Einer von zehn Einwohnern gilt sogar als «extrem arm». Die Arbeitslosigkeit liegt zwar nur rund bei 5.5% der Bevölkerung, doch verdienen die Menschen oft so wenig, dass sie mit ihren Familien kaum über die Runden kommen. Besonders schwer haben es jedoch die alten Menschen, die oft mit einer winzigen Rente auskommen müssen, und die Minderheit der Roma. In einem solchen Umfeld wirkt Pater Jaroslaw Bartkiewicz.

Katholische Kirche in Bulgarien
Das Land ist mehrheitlich christlich, doch mehr als drei Viertel der Menschen gehören der bulgarisch-orthodoxen Kirche an. Zur römisch-katholischen Kirche zählen nebst den beiden Diözesen Sofia-Plowdiw und Nikopol auch die bulgarisch-katholischen Kirche. Von den rund 80›000 Katholiken sind knapp 10›000 zum Apostolischen Exarchat der Katholiken des byzantinischen Ritus in Bulgarien mit Sitz in Sofia zugehörig.
Als katholischer Priester oder als Ordensfrau braucht man viel Geduld. Wer hier grosse Erfolge erwartet, ist hier falsch. «Wir arbeiten für die kommenden Generationen», sagen Priester und Schwestern übereinstimmend. Die katholische Kirche nimmt sich auch der Minderheit der Roma an, die von der Politik vernachlässigt wird. Die Roma werden oft bei der Wohnungs- oder Arbeitssuche diskriminiert und Kinder und Jugendliche aus Roma-Familien haben oft keine schulische Perspektive. Mit gezielten Angeboten versucht die katholische Kirche am Rand der Gesellschaft Gegensteuer zu geben.

Der Franziskaner-Pater Jaroslaw Bartkiewicz
Pater Jaroslaw stammt ursprünglich aus Polen. Schon als Jugendlicher vernahm er den Ruf Gottes – dabei beeindruckten ihn vor allem Franz von Assisi und Maximilian Kolbe. Er trat schliesslich dem Franziskanerorden bei. Die Ausbildung begann er im polnischen Lodz, wo in ihm die Überzeugung wuchs, in der Diaspora wirken zu wollen. Nach seiner Weihe schickte ihn der Orden im Jahr 2004 nach Bulgarien. Heute ist er in der nordbulgarischen Stadt Pleven tätig, wo selbst in den ersten Jahren nach dem Ende des Eisernen Vorhangs noch Gottesdienste in Wohnungen gefeiert werden mussten. Mittlerweile konnte auch mit Hilfe von «Kirche in Not« ein Gotteshaus gebaut werden. Die Kirche ist der Muttergottes von Fatima gewidmet und gilt als Marienheiligtum von nationaler Ausstrahlung.

«Kirche in Notunterstützt Projekte in Bulgarien jährlich mit rund CHF 100›000.

Kirche in Not
5. Februar 2019 | 14:02