Die Krankensalbung

Ist jemand krank bei euch, so rufe er die Ältesten der Gemeinde; sie sollen über ihn beten und ihn mit Öl salben im Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten, und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm vergeben werden.
(Jak 5,14.15)

Wir wissen letztlich nicht, warum es Krankheit und Leid gibt. Wir wissen aber, wer uns in unserer Krankheit und unserem Leid ganz nahe kommt. Der Glaube sagt: Gott will alles mit dir teilen, auch deine schwersten Stunden. Die Bibel berichtet an verschiedenen Stellen, dass Jesu Aufmerksamkeit besonders den Kranken an Leib und Seele galt. "Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken" (Mt 9,13), verkündete er und suchte unermüdlich gerade jene Menschen auf, die auf der Schattenseite des Lebens standen.

Krankheit ist und bleibt eine schmerzliche Erfahrung. Doch zeigt das Schicksal vieler Menschen, die in ihrer Krankheit die Nähe Gottes gefunden haben: Gerade in einer schweren Krankheit schreibt Gott seine Heils-Geschichte in unser Leben hinein.

Im Sakrament der Krankensalbung feiern Christen ihre Gewissheit: Gott nimmt mich an, wie ich bin. Mit meiner Angst, Hoffnungslosigkeit, Verdrossenheit, sogar mit meiner Ungerechtigkeit und Schuld. Die Krankheit kann mir zwar vieles rauben. Die Nähe Gottes aber ist gewiss.

Keine letzte Ölung!
Manche Menschen sind heute ernstlich krank, denken aber nur mit Schrecken an die Krankensalbung. Noch immer schwingt bei vielen mit: Die "Letzte Ölung" erhält man erst dann, wenn es wirklich "zu Ende geht". Doch das Krankensakrament will kein Abschiedssakrament, sondern eine Feier mitten im Leben eines Menschen sein.

Eine Kraft zum Leben
Genau betrachtet knüpft die Krankensalbung an das allererste Sakrament an, das wir meist als Säugling feiern. In der Taufe wird jeder Christ mit Chrisam gesalbt. Das besagt: Von nun an ist dein Leben untrennbar mit Christus verbunden. Als Zeichen für die Christus-Nähe wurde die Salbung gewählt; denn "Christus" heisst der Gesalbte. In der Taufe beginnt der gemeinsame Weg eines Menschen mit Gott. Und in der Krankensalbung geht dieser gemeinsame Weg weiter. So gesehen ist das Krankensakrament eine wichtige Erinnerung an die Gegenwart Christi in einer schwierigen Zeit.

Wer soll / darf wann die Krankensalbung empfangen?
Nicht jede kleine Erkältung ist Anlass für das Sakrament der Krankensalbung. Es sollte schon eine echte gesundheitliche Störung vorliegen (körperlich, psychisch oder seelisch), die dem Menschen Kraft abverlangt und bei der er sich auf Gottes Gegenwart verlässt. Sicherlich gehört eine grössere Operation dazu. Auch eine mehrwöchige oder gar chronische Krankheit wäre ein Grund. Aber auch ältere Menschen, denen ihre Gesundheit zu schaffen macht oder bei denen nicht mehr alles so geht, wie sie sich das erwünschten, können dieses Sakrament feiern.

Eine Feier der Nähe Gottes
Bei der Krankensalbung feiern wir, wie bei allen Sakramenten der Kirche, die Nähe Gottes. In Worten und Gesten. Bei der Feier der Krankensalbung geschieht dies vor allem in zwei Gesten: Das Auflegen der Hände und die Salbung mit dem Öl.
Die Handauflegung, ist eine alte Gebetsgebärde. Sie drückt die Bitte und das Vertrauen aus, der heilige Geist möge auf einen Menschen herabkommen und ihm seine Kraft einhauchen.

Die wohltuende und heilsame Wirkung von Öl ist bekannt. Das Öl dringt in die Haut ein, pflegt. Schon allein deshalb ist die Salbung mit Öl ein deutliches Zeichen, das vom heilsamen Wirken Gottes spricht. Daneben besitzt der Ritus, einen Menschen zu salben, auch historische Wurzeln: In der Antike wurden Könige gesalbt. Damit wurde ausgedrückt: Dieser Mensch gehört als König zu Gott. Wenn Christen nun gesalbt werden, soll genau dies wieder ausgesagt werden: Vor Gott ist jeder Mensch so wichtig wie ein hochangesehener König. Und gerade in seiner schwierigen Lebenslage gehört der Mensch untrennbar zu Gott.

Immer in der Fastenzeit halten wir bei uns in der Pfarrei einen Krankensalbungsgottesdienst, in welchem der Gemeinschaftscharakter der Krankensalbung schön zum Ausdruck kommt. Beachten Sie dazu hier unser Pfarrblatt.

Wenn Sie oder Angehörige von Ihnen die Krankensalbung während des Jahres wünschen, so setzen Sie sich bitte mit dem Pfarramt in Verbindung.