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Shugden-Anhänger eröffnen buddhistischen Tempel in Zürich

Wie kürzlich in der Zürcher Gratiszeitung „20 Minuten“ zu lesen war, wurde in Zürich-Altstetten ein buddhistischer Tempel eröffnet. In dem Haus (Mirabellenstr. 1), das zu diesem Zweck erworben wurde, sollen ausserdem rund 12 „spirituell interessierte Menschen ein neues Zuhause“ finden. Hinter dem Projekt steht das „Vadjadhara-Zentrum“, das zur sogenannten „Neuen Kadampa-Tradition“ (NKT) und damit zum weiten Spektrum des tibetischen Buddhismus zählt. Spirituelles Oberhaupt der NKT ist der tibetische Lama Kelsang Gyatso, der in mehreren Ländern NKT-Zentren gegründet hat. Kelsang Gyatso ist höchst umstritten, zählt er doch zu den führenden Exponenten des Kultes um den Schutzgott Dorje Shugden, der vom Dalai Lama für den Bereich der tibetischen Exilregierung untersagt wurde. Mitte der neunziger Jahre verschärfte sich der Konflikt zwischen Shugden-Anhängern und -Gegnern massiv: Kelsang Gyatso griff den Dalai Lama öffentlich an, bezichtigte ihn der Menschenrechtsverletzung und wurde daraufhin von seiner Klostergemeinschaft ausgeschlossen. Höhepunkt der Auseinandersetzungen war die Ermordung dreier Shugden-Kritiker im Februar 1997, die jedoch nie aufgeklärt werden konnte. Shugden-Anhänger stellen die Gelugpa-Schule, zu der auch der Dalai Lama gehört und die im alten Tibet sozusagen an den Schalthebeln der Macht sass, über die anderen drei Schulen des tibetischen Buddhismus (Nyingmapa, Sakyapa und Kagyüpa). Der Dalai Lama bemüht sich hingegen im Zuge der Demokratisierung und Modernisierung der (exil-)tibetischen Gesellschaft um eine Gleichberechtigung aller vier Schulen. Die Mehrheit der im Exil lebenden tibetischen Laien folgt dieser Linie, so dass der Shugden-Kult unter ihnen kaum verbreitet sein dürfte. Allerdings gibt es Anzeichen dafür, dass die Behörden der VR China den Shugden-Kult in Tibet fördern wollen, um auf diese Weise die Autorität des Dalai Lama zu untergraben. Siehe dazu auch http://www.kath.ch/aktuell_detail.php?meid=13593

Quelle: Infosekten, 18.06.2002

Dienstag, 18. Juni 2002

 
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