Sektenflyer
New Age aus christlicher Sicht

Weltanschauliche Information und Beratung

Über Entwicklungen der Religionslandschaft informieren

Zürich, 24.8.07 (Kipa) Die grossen Kirchen bieten allen, die sich orientieren
oder eine religiöse oder spirituelle Gruppe oder Bewegung einschätzen wollen,
weltanschauliche Information und Beratung an.
Im Auftrag der Schweizer Bischofskonferenz wurde diese Arbeit bisher vor allem
von der Arbeitsgruppe "Neue religiöse Bewegungen" - mit der Unterstützung
der Arbeitsstelle "Neue religiöse Bewegungen" - geleistet. Entwicklungen in
der Religionslandschaft haben zu einer Neuorientierung und Neustrukturierung
dieser Informations- und Beratungsarbeit geführt.
Weil die Religionslandschaft in der Schweiz bunter geworden ist, hat die
Bischofskonferenz unlängst neue Arbeitsgruppen errichtet. Zusätzlich zur schon
Jahrzehnte bestehenden Arbeitsgruppe "Neue religiöse Bewegungen" und der auch
schon länger bestehenden Arbeitsgruppe "Islam" wurden neu die Arbeitsgruppen
"Neue kirchliche Bewegungen und Lebensgemeinschaften" sowie "Andere Religionen"
errichtet; zudem wurde mit einem Namenszusatz präzisiert, dass sich die
Arbeitsgruppe "Neue religiöse Bewegungen" auch mit "religiösen Organisationen"
befasst.
Die Arbeitsgruppe "Neue religiöse Bewegungen und Organisationen" befasst sich
weiterhin mit so genannten Sekten- und Weltanschauungsfragen, berücksichtigt
aber zunehmend auch allgemein die Folgen der Modernität der gesellschaftlichen
Lebensverhältnisse, die sich für Christentum und Kirche ergeben. Den gleichen
Weg geht die deutsche Partnerinstitution der schweizerischen Arbeitsstelle, die
Katholische Sozialethische Arbeitsstelle in Hamm. Diese hatte mit der
katholischen Mediendienstleistungs-Gesellschaft das Marktforschungsinstitut
Sinus Sociovision beauftragt, die von diesem Institut seit einem
Vierteljahrhundert entwickelten Lebensstilmilieus für den Bereich der
religiösen und kirchlichen Orientierungen heute sowie die Einstellung zur
katholischen Kirche zu untersuchen. Das Ergebnis wurde als Milieuhandbuch
"Religiöse und kirchliche Orientierungen in den Sinus-Milieus 2005"
veröffentlicht und hat grösste Aufmerksamkeit gefunden.
Die Arbeitsgruppe "Neue religiöse Bewegungen und Organisationen" hat deshalb
Thomas Becker, den Leiter der Katholischen Sozialethischen Arbeitsstelle
eingeladen, einige Ergebnisse dieser Studie vorzutragen. Konstruiert werden die
Sinus-Milieus aufgrund zum einen der sozialen Lage und zum andern der
Grundorientierung. Das für die katholische Kirche beunruhigendste Ergebnis ist,
dass sie in nur noch drei Milieus wirklich verwurzelt ist, nämlich in den
traditionellen der Konservativen und der Traditionsverwurzelten und schon
weniger im modernen der bürgerlichen Mitte. Gemäss der Studie werden die
restlichen sieben Milieus von der Kirche kaum mehr, das hedonistische Milieu
überhaupt nicht mehr erreicht.
Weil die Arbeitsgruppe "Neue religiöse Bewegungen und Organisationen" nicht nur
den betroffenen Ratsuchenden, sondern auch den Seelsorgerinnen und Seelsorgern
Hilfen anbieten will, legte im Anschluss an das Referat von Thomas Becker die
Leiterin des Pastoralsoziologischen Instituts (SPI) St. Gallen, Judith Könemann
pastoraltheologische Überlegungen an. Besonders hilfreich an der Sinus-Studie
ist, dass sie den Blick für die unterschiedlichen Lebensstilmilieus schärfen
und so Zielgruppenkenntnisse vermitteln kann. Diese Kenntnisse können den
Seelsorgerinnen und Seelsorgern helfen, zielgruppenorientierter zu denken und zu
handeln, die Botschaft der Kirche in unterschiedliche kulturelle Zusammenhänge
zu vermitteln, zu "inkulturieren". Der Arbeitsgruppe "Neue religiöse Bewegungen
und Organisationen" ist damit aufgetragen, andere religiöse und spirituelle
Orientierungen und Werthaltungen auch in ihren kulturellen Ausprägungen
wahrzunehmen.

Rolf Weibel

Quelle: Infosekten, 03.09.2007

Montag, 3. September 2007

 
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