Sektenflyer
New Age aus christlicher Sicht

Bewegungen, Kirchen und Organisationen freikirchlicher Ausrichtung

Quelle: Katholikinnen und Katholiken vor der evangelikalen Herausforderung. Zweite (überarbeitete) Auflage, Luzern und Balgach 1998. Autor: Rolf Weibel

1. Schweizerische Evangelische Allianz (SEA)
2. Verband evangelischer Freikirchen und Gemeinden in der Schweiz (VFG)
2.1 Bund der Baptistengemeinde
2.2 Bund Evangelischer Gemeinden (BEG)
2.3 Bund der Evangelischen Täufergemeinden (ETG)
2.4 Bund Freier Evangelischer Gemeinden (FEG)
2.5 Bund Pfingstlicher Freikirchen (BPF)
2.6 Evangelsches Gemeinschaftswerk (EGW)
2.7 Evangelisch-methodistische Kirche (EMK)
2.8 Heilsarmee
2.9 Konferenz der Mennoniten der Schweiz (Alttäufer)
2.10 Pilgermission St.Chrischona (Evangelische Chrischona-Gemeinden)
2.11 Vereinigung Freier Missionsgemeinden (VFMG)
3. Organisationen
3.1 Christlicher Verein Junger Männer (CVJM)
3.2 Campus für Christus
3.3 Vereinigte Bibelgruppen in Schulen, Universität und Beruf (VBG)

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1. Schweizerische Evangelische Allianz (SEA)

Die SEA ist eine Bewegung auf der Grundlage der Europäischen Evangelischen Allianz (EEA) und der Lausanner Erklärung von 1974. [1] In ihr sind überzeugt evangelische Christinnen und Christen aus Landes- und Freikirchen verbunden, und hierbei auch Traditionen, die in anderen Ländern unverbunden sind; so hat sich in der Schweiz 1985 die Lausanne-Bewegung (Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Evangelisation [SAFE]) in die SEA integriert. Die SEA bietet evangelischen Christinnen und Christen, die am gleichen Thema interessiert sind, ein Beziehungsnetz und Infrastruktur. Dazu gehören die zwölf ständigen Arbeitsgemeinschaften mit besonderen Aufgaben wie Theologie, Jugendfragen, Medienarbeit, Literatur, Mission und Sozialarbeit in der Dritten Welt. Der Vorstand der SEA trifft sich jährlich zweimal mit dem Vorstand des Verbandes Evangelischer Freikirchen und Gemeinden in der Schweiz (VFG). Beide Institutionen führen auch gemeinsame Projekte durch und rechnen damit, dass hinter ihnen etwa 200000 engagierte Christen aus evangelischen Landeskirchen, Freikirchen und Gemeinden stehen. [2]
 

2. Verband evangelischer Freikirchen und Gemeinden der Schweiz (VFG)

Der VFG ist ein Dachverband von evangelischen Freikirchen. Der Verband fördert die Verständigung und die Zusammenarbeit unter ihnen und vertritt sie in gemeinsamen Anliegen gegenüber Staat, Behörden und Öffentlichkeit. Ihm kann als Mitglied angehören, wer mindestens 10 Vollamtliche oder 2000 Mitglieder zählt. (Bis 1995 hiess er «Verband evangelischer Freikirchen und Gemeinschaften», und unter seinen Mitgliedem waren auch kleine Gemeinden wie die Freie Kirche Uster und die Minoritätsgemeinde der evangelisch-reformierten Landeskirche Aargau.) Dem Vorstand des VFG gehören die höchsten Verantwortungsträger seiner Mitglieder an, so dass er zugleich die Funktion der ehemaligen Leiterkonferenz der Freikirchen (LKF) wahrnimmt. Zurzeit gehören dem VFG an:

2.1. Bund der Baptistengemeinden

Die Gemeinden des neueren Baptismus sind kongregationalistisch autonom; die erste Gemeinde in der Schweiz wurde 1849 in Zürich gegründet.

2.2. Bund Evangelischer Gemeinden (BEG)

Die im BEG zusammengeschlossenen Gemeinden sind 1970 aus der Arbeit von New Life entstanden.

2.3. Bund der Evangelischen Täufergemeinden (ETG)

Die erste Gemeinde entstand 1832 im Aargau durch die erwecklichen Predigten von Samuel Heinrich Fröhlich, nachdem er vom Staat seines Amtes enthoben wurde; der Bund der Gemeinden entstand erst 1985.

2.4. Bund Freier Evangelischer Gemeinden (FEG)

Die Freien Evangelischen Gemeinden sind aus der schweizerischen Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts (Réveil von Genf) herausgewachsen; die erste Gemeinde entstand 1829 in Bern.

2.5. Bund Pfingstlicher Freikirchen (BPF)

Der BPF, 1974 entstanden, versteht sich als Teil der weltweiten Pfingstbewegung. Seine grössten Mitglieder sind die Schweizerische Pfingstmission (SPM), die Gemeinde für Urchristentum (GfU) und die westschweizerischen Pfingstgemeinden.

2.6. Evangelisches Gemeinschaftswerk (EGW)

In diesem Werk haben sich die Evangelische Gesellschaft des Kantons Bern, 1831 als innerkirchliche Gemeinschaft entstanden, und der Verband landeskirchlicher Gemeinschaften des Kantons Bern 1996 wieder zusammengeschlossen, nachdem sie sich 1908 getrennt hatten.

2.7. Evangelisch-methodistische Kirche (EMK)

Die Evangelisch-methodistische Kirche ist die deutschsprachige Tochterkirche der United Methodist Church, der bedeutendsten heutigen Methodistenkirche. Der Methodismus entstand im 18. Jahrhundert als Erweckungsbewegung im Anglikanismus. In der Schweiz entstanden die ersten Gemeinden 1856; hier ist die EMK Mitglied auch des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes und der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz.

2.8. Heilsarmee

Die Heilsarmee, im 19. Jahrhundert aus dem Methodismus herausgewachsen, versteht sich gleichzeitig als Evangelisationsbewegung und als Freikirche. In der Schweiz ist die Heilsarmee seit 1882 tätig und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen.

2.9. Konferenz der Mennoniten der Schweiz (Alttäufer)

Die Täufer- oder Mennonitenkirche, deren Ortsgemeinden autonom sind, geht auf das Täufertum der Reformationszeit zurück (1525) und zählt zu den historischen Friedenskirchen.

2.10. Pilgermission St. Chrischona (Evangelische Chrischona-Gemeinden)

Die freikirchlich geprägten Chrischona-Gemeinden sind 1869 aus dem Pietismus des 19. Jahrhunderts herausgewachsen und stehen auf der Glaubensbasis der Evangelischen Allianz. Zur römisch-katholischen Kirche gehen die ChrischonaGemeinden erklärtermassen auf Distanz.

2.11. Vereinigung Freier Missionsgemeinden (VFMG)

Unter diesem Namen hat sich 1967 der offenere Flügel des Evangelischen Brüdervereins verselbständigt.
 

3. Organisationen

3.1. Christlicher Verein Junger Männer (CVJM)

Die örtlichen Leiter der 1855 gegründeten Christlichen Vereine Junger Männer können einer landeskirchlichen Gemeinde, einer Freikirche oder einem evangelistischen (volksmissionarischen) Werk verbunden sein und die Ortsgruppe dementsprechend prägen. In der deutschen Schweiz ist der CVJM seit 1972 mit dem Christlichen Verein Junger Frauen (CVJF) zusammengeschlossen. Zunehmend sind in den letzten Jahren auch römisch-katholische Jugendliche und junge Erwachsene einer CVJM-Ortsgruppe beigetreten.

3.2. Campus für Christus

Campus für Christus versteht sich selber als eine internationale und überkonfessionelle Schulungs- und Missionsbewegung; in der deutschen Schweiz wurde sie vor allem durch die Aktion «Neues Leben», die Frühstückstreffen für Frauen sowie die Schulungskonferenzen «Explo» bekannt.

3.3. Vereinigte Bibelgruppen in Schulen, Universität und Beruf (VBG)

Diese Bibelgruppen verstehen sich als erweckliche und missionarische Bewegung; sie pflegen zum CVJM und zur Evangelischen Allianz gute Beziehungen und stehen je nach Gruppe näher bei der Landeskirche, einer Freikirche oder einer Gemeinde.
 


[1] Hans Hauzenberger, Einheit auf evangelischer Grundlage. Von Werden und Wesen der Evangelischen Allianz, Giessen und Zürich 1986.

[2] Ingrid Reimer in Zusammenarbeit mit Oswald Eggenberger u. a., Evangelistisch-missionarische Werke und Einrichtungen im deutschsprachigen Raum. Einzeldarstellungen – Übersichten – Adressen, Stuttgart 1991.

Dieser Text ist das Kapitel "II. Bewegungen, Kirchen und Organisationen" der Handreichung "Katholikinnen und Katholiken vor der evangelikalen Herausforderung"; zu beziehen ist sie bei der Katholischen Arbeitsstelle «Neue Religiöse Bewegungen», Wiesenstrasse 2, 9436 Balgach oder per E-Mail.

Quelle: Infosekten, 01.12.1998

Dienstag, 1. Dezember 1998

 
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