Sektenflyer
New Age aus christlicher Sicht

Apokalypse - Botschaften der Angst oder Frohbotschaft?

1. Apokalypse - Botschaft der Angst oder Frohbotschaft
1.1. Apokalypse - Offenbarung des Heils; nicht: Botschaft vom Weltuntergang
1.2. Die biblischen Wurzeln
1.2.1. Das Buch Daniel
1.2.2. Jesus und die Apokalyptik
1.2.3. Die Offenbarung des Johannes
1.3. Die apokalyptischen Botschaften und ihre Wirkungsgeschichte
1.3.1. Das apokalyptische Grundverständnis
1.3.2. Geschichtliche Wirkungen
1.4. Christliche Sondergemeinschaften und ihre Endzeitlehren
1.4.1. Die ´Erwartung des Herrn´ im Adventismus
1.4.2. ´Harmagedon´ und ´Tausendjähriges Reich´ bei den Zeugen Jehovas
1.4.3. Die Lehre der ´Apostel der Endzeit´
1.5. Und der Weltuntergang fand nicht statt: Michaelsvereinigung und Fiat Lux

2. Apokalypse in Film und Literatur (vgl. dazu auch: www.kath.ch/dossiers/apokalypse)
2.1. Apokalypse im Film
2.1.1. Renaissance des Katastrophenfilms
2.1.2. Der Countdown läuft: Independence day
2.1.3. Der Alb - Traum vom selbstgemachten Weltuntergang: Fujiyama in Rot
2.2. Apokalypse in der Literatur
2.2.1. Indogermanische Endzeitschilderung
2.2.2. Säkularisierung der Endzeiterwartung im 18. Jh.
2.2.3. Szenarium zur Wirklichkeitsdeutung - Instrument zur Beurteilung der Gegenwart

3. Christliche Hoffnung, Vertrauen auf die Verwirklichung des Heils
3.1. Auf die Hoffnung kommt es an, denn die Hoffnung ist die kleine Schwester des Glaubens und der Liebe
3.2. ´Ich glaube (hoffe) auf die Auferstehung der Toten und das ewige Leben´ - Gedanken zu einem Glaubensartikel
3.2.1. Der natürliche Tod
3.2.2. ´Werden wie Gott´
3.2.3. Den Himmel erden
3.2.3.1. Gottes Freude an der Gerechtigkeit
3.2.3.2. Gottes Freude an der Liebe
3.3. Mut zur Seelsorge wider die Angst

4. Literaturauswahl zum Thema


1. Apokalypse - Botschaften der Angst oder Frohbotschaft?
Auf die Jahrtausendwende hin haben apokalyptische Botschaften von Prophetinnen und Propheten aller Art Hochkonjunktur. Das Geschäft mit der Weltangst und dem Weltende scheint zu blühen. Ist sie als individuelle Lebens- und als kollektive Weltangst Signatur unserer zu Ende gehenden Epoche? Ist diese Angst um den Fortbestand der Erde als einzige Wohn- und Lebenswelt des Menschen berechtigt, so fragt man sich angesichts der Katastrophenbilder in den Massenmedien und der Folgen des technologischen wie ökologischen Fortschritts.
Religiöse wie säkulare Apokalyptik haben sich miteinander verbündet, dem Menschen den Untergang allen (menschlichen) Lebens als reale Drohung vom Weltende vor Augen zu stellen. Erlösung und Hoffnung scheint nur noch für wenige Auserwählte oder gar nicht am Ende der Zeiten möglich. Sie scheint abgelöst in der Gegenwelt unserer Medien- und Vergnügungsindustrie: Amüsieren wir uns (in heiterer Hoffnungslosigkeit) zu Tode?
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1.1. Apokalypse - Offenbarung des Heils; nicht: Botschaft vom Weltuntergang
Wenn wir vom biblischen Begriff der Apokalypse und der Apokalyptik herkommen, dann bedeutet dieser griechische Begriff: Offenbarung, Enthüllung, und nicht Weltuntergang. Gemeint ist damit jene Vorstellungswelt und daraus entstandene Schriften, die behaupten, eine Offenbarung über den Ablauf der zukünftigen Geschichte erhalten zu haben. Aus der prophetischen Tradition entstanden geht es in der jüdisch-christlichen Apokalyptik um eine Geschichtsinterpretation, die in den unmittelbar bevorstehenden geschichtlichen Ereignissen die endgültige Errichtung der Herrschaft Gottes über seine Schöpfung sieht.
Typische Merkmale sind:
Eine Art ´Jenseitskalender´, ein anscheinend genauer Zeitplan für die Zukunft entsteht.
Jetzt ist Notzeit; es findet ein Kampf zwischen Gut und Böse statt.
Es werden - nur für Eingeweihte verstehbar- in einer verschlüsselten Bildsprache die Geheimnisse der Zukunft enthüllt.
Mit dem Szenarium eines Endgerichtes wird das Reich Gottes sichtbar. Gott belohnt und bestraft die Menschen.
Das Reich Gottes mit dem Heiligen Rest des Gottesvolkes bricht mit dem Sieg Gottes über das Böse an.

Apokalyptik entsteht immer als Theologie der Angst, als Versuch, mit den Erfahrungen von Ohnmacht und Furcht angesichts einer bedrohten Welt, einer bedrohten Menschheit umzugehen. Endlichkeit, Ohnmachtserfahrung wird vom Menschen als Individuum wie als Gemeinschaft übermächtig erlebt; Zukunft ist nicht hoffnungsträchtig, sondern in ihrer Gesamtheit gefährdet. Nur ein Eingreifen von Aussen, von Gott her, kann noch Hilfe, Rettung bringen.
Diese Geschichtsauffassung, die nicht nur der jüdisch- christliche Traditionskreis kennt, sondern die auch in anderen religiösen und säkularen Traditionskreisen präsent ist, zeigt jedoch auch, dass ´die Enderwartung immer auch ein Gelände war, auf dem die Spekulationssucht und Unnüchternheit ebenso üppig wucherten wie Pseudoprophetentum und eine Glaubenshaltung, die aus Torschlusspanik oder verkappten Geltungsbedürfnis, nicht aber aus Busse oder Sehnsucht nach Gott gewachsen war. Und immer folgte der hochgespannten Erwartung die tiefe Enttäuschung und Verbitterung, weil die lautstark und felsenfest prophezeiten Ereignisse ausblieben´ (Hutten K., Seher, Grübler, Enthusiasten, Stuttgart 12, 1982, 20). In die Bibel werden nur zwei Bücher der reichen apokalyptischen Literatur aufgenommen: im AT das prophetische Buch Daniel, im NT die Offenbarung des Johannes.
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1.2. Die biblischen Wurzeln

1.2.1. Das Buch Daniel

Das Buch Daniel, entstanden zwischen 167-164 v. Chr., ist die wichtigste prophetisch-apokalyptische Schrift im Alten Testament; es gilt als´Mutter der Apokalypse´ und stellt eine Antwort auf die Unterdrückung der jüdischen Frommen in hellenistischer Zeit dar. Der Geschichtsverlauf wird in vier Etappen geschildert, die vier Reiche darstellen. Tiere als Symbole für die Reiche (in der wirklichen Geschichte: das babylonische, medische, persische und griechische Reich) und Zahlensymbolik bestimmen diese Geschichtsvision, deren Höhepunkt im 7. Kapitel dargestellt wird. Das Endgericht und damit das Ende der Geschichte wird angekündigt. Eine Gerichtsszene in einem Thronsaal wird ausgemalt. Der Menschensohn als Hoffnung der Getreuen Gottes tritt auf.
Doch bereits hier wird trotz der Schreckensbilder deutlich, dass die Apokalypsen als Trostbücher geschrieben wurden, für diejenige, die treu zur Botschaft Gottes stehen. Denn die Rettung der Frommen bleibt unvollkommen, gefährdet, solange das Böse nicht völlig ausgerottet ist. So wollen die Schreckensbilder mit ihren oft grausamen Schilderungen die Vernichtung der Feinde Gottes bis in jede Einzelheit ausmalen, um um so deutlicher die Herrschaft Gottes und den Beginn des endzeitlichen Reiches darzustellen.
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1.2.2. Jesus und die Apokalyptik
Jesus selbst ist - wie viele seiner Zeitgenossen - Apokalyptiker. Dies wird in seinem Grundverständnis sichtbar:
´Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium´ (Mk 1, 15) - mit diesen Worten beginnt er seine Verkündigung. Immer wieder redet er vom Anbruch der Endzeit, von den ´Wehen der Endzeit´, von der Wiederkunft des ´Sohnes des Menschen´ (gemäss der Apokalypse des Daniel) und der Zerstörung des Tempels. Er fordert seine Jünger auf, auszuharren, wachsam zu sein, rasch wie richtig zu Reagieren, wenn es soweit ist.
Doch macht er nicht Angst; vielmehr verkündet er das Evangelium, eine gute, eine frohe Botschaft. Die Jünger sollen mit Hoffnung auf den kommenden Menschensohn und sein Gericht blicken, von dem auch er spricht. Christliches Dasein bedeutet für seine Jünger Rettung, denn in Jesus selbst hat das Reich Gottes begonnen. Mit Jesus und damit mit der Menschwerdung Gottes beginnt in der Unheilsgeschichte dieser Welt das Heil; Der apokalyptische Unheilszirkel wird durchbrochen durch das Geschick Jesu Christi, durch sein Wirken in dieser Welt, durch seine Verkündigung. Durch den Glauben an Kreuz und Auferstehung Jesu als Heilsgeschehen entsteht das Grundverständnis des Christseins. Neben allen Erfahrungen des Unheils in dieser Welt wird durch Jesus die Welt zum Ort des sich ereignenden Heils. Christlicher Glaube und damit die Kirche lebt aus der Erinnerung der Wirklichkeit des Heils als einer Zusage Gottes in Jesus Christus.
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1.2.3. Die Offenbarung des Johannes
Der Verfasser dieses Buches, eine Visionär, lebte auf Patmos und schrieb seine Offenbarung für die Christen in Kleinasien, um ihnen Mut zu machen. Denn die Entstehungszeit - wahrscheinlich die Regierungszeit des römischen Kaisers Domitian (81-98 nach Christus) - ist dort eine Zeit der Verfolgung der Christen. Vor allem in Kleinasien gab es einen Kaiserkult, dessen Priester dem Christentum gegenüber feindlich gesonnen waren. Diese christliche Apokalypse hat durch ihr Geschichtsbild und ihre Prophezeiungen durch diese zwei Jahrtausende eine überaus reiche, vielfältige Wirkungsgeschichte gehabt.
Wie ein Mysterienspiel, das auf vier Ebenen abläuft - im Himmel, auf der Ebene der Engel, auf der Erde und in der Unterwelt - wird das Szenarium aufgebaut: Nach der Berufungsvision und der Vorbereitung der endzeitlichen Gemeinden (1,9 - 3,22) erscheint der Herr und Richter (4,1 - 5,14) und eröffnet den göttlichen Plan (6,1 - 8,5). Die Kämpfe der Gegenwart gehen über in die ´endzeitlichen Wehen´ (8,6 - 19,21). Der Kampf Satans gegen das Reich Gottes wird geschildert. Ein ´1000-jährige Reich´ bringt Aufschub (20,1-7). Dann findet der Endkampf statt, der die Zerstörung der satanischen Mächte und den Sieg Gottes bringt (20,7-10). Im Endgericht werden die Gottesfürchtigen im Reich Gottes aufgenommen, die Gottlosen vernichtet (20, 11-15). Jesus Christus wird als endgültiger Herrscher über sein Volk eingesetzt. Ein neuer Himmel und eine neue Erde, das neue Jerusalem bilden den grossartigen Schlusspunkt dieser Offenbarungsvision (21, 1 - 22,15).
Ein Buch mit einer grossartigen Bildersprache, wenn es die Fabeltiere schildert, die nach der Frau und ihrem Kind schnappen wollen (Offb. 12), von den Zeichen an Sonne, Mond und Sternen und das Szenarium der endzeitlichen Kriege auf allen Ebenen; eine Schrift gekonnter Dramaturgik. 1900 Jahre Literatur und Kunstgeschichte, aber auch zahlreiche theologische Interpretationen und daraus entstandene Lehren und Irrlehren berichten von der Wirkungsgeschichte dieses Buches. Ein (wenn auch schwer verständliches) Trostbuch für die Menschen damals und heute, das die Phantasie anregt wie es selbst phantastisch ist.
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1.3. Die apokalyptischen Botschaften und ihre Wirkungsgeschichte

1.3.1. Das apokalyptische Grundverständnis
Das Buch Daniel löst eine Fülle von apokalyptischen ´Nachfolge - Büchern´ aus, eine literarische Bewegung des hellenistischen Judentums, die sich im frühen Christentum fortsetzt. Bestimmte Stilelemente wie ihre Gestaltung als Visionsbericht, der Gebrauch einer vielgestaltigen, deutlich gezeichneten Bildersprache, die einer Entschlüsselung bedarf, die Veröffentlichung durch ein Pseudonym prägen diese Schriften. Das dürfte auch der Grund sein, dass nur zwei apokalyptische Bücher in der Buchsammlung des Alten Testamentes und des Neuen Testamentes, der Bibel, trotz einer reichen apokalptischen jüdisch-christlichen Literatur (Beispiele: Qumran-Fragmente, Henoch - Literatur, Esra- und Baruch-Apokalypsen) aufgenommen wurden. Das hat seine Gründe:
Die Apokalyptik neigt zu einem verzerrten schwarzweissen Weltbild (Dualismus). Denn der Apokalyptiker erfährt die Welt als einen Ort der Heillosigkeit, die Zeit als Zeit des Unheils.
Die Geschichte als geschlossener Zeitraum des Unheils wird bestimmt durch zwei Grundmächte, die Gut (personifiziert in Gott) und Böse (personifiziert im Teufel).
Auf dem Hintergrund eines Kampfes zwischen diesen Mächten werden die eintretenden Geschichtsereignisse gedeutet.
So entsteht - gegen die ursprüngliche Absicht, Trostbuch zu sein und Hoffnung zu vermitteln - eine Theologie der Angst Sie richtet ihren Blick aus dem Dunkel einer Gegenwart in eine helle Zukunft, ohne dass Hoffnung auf eine Änderung der gegenwärtigen Weltzustände abgeleitet wird. Das bedeutet: die gegenwärtige Welt geht auf jeden Fall unter, sie hat keine Chance. Offenbarung wird so zur Enthüllung der Wirklichkeit im Untergang.
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1.3.2. Geschichtliche Wirkungen
Schon immer liessen sich Menschen durch dieses Denken faszinieren, das vom Kontrast Schwarz - Weiss geprägt ist. Scheinbar lassen sich so klar Lohn und Strafe als göttliche Erziehungsmassnahmen vermitteln, das ein klares Zukunftsprogramm mit Hoffnung für die Guten und Drohungen für die Bösen ergibt. Dass radikale wie fanatische Religionsführer und Religionsführerinnen die Apokalyptik und damit auch das Buch Daniel und die Offenbarung des Johannes als Möglichkeit nahmen, Menschen Angst einzujagen und die verschlüsselten Botschaften - oft angereichert durch eigene Visionsberichte und -erlebnisse - im eigenen Interesse auslegten, wird in der christlichen Religionsgeschichte sichtbar. Denn diese Botschaften boten die Möglichkeit, sich von den Grosskirchen, die sich gesellschaftlich angepasst hatten, loszusagen durch ein radikales, fanatisiertes Reformprogramm, durch die Erklärung, dass nur sie die Auserwählten und damit die in der ´Arche Noah´ Geretteten seien. Und natürlich: als Auserwählte konnte man beruhigt dem Weltuntergang zusehen, Zuschauuer sein, wenn die Anderen in den Katastrophen, in Sintflut, in den Endkriegen zwischen Himmel und Erde, durch Seuchen untergingen.
Mit der Forderung: Keine Kompromisse im Glauben! Es geht um das Ganze! Sonst wird man im Endgericht nicht bestehen - so wurde argumentiert. Damit wurden den Menschen oft unmenschliche Forderungen aufgelegt und soziale Strukturen geschaffen, die von der Gottesfurcht, aber nichts mehr von der Liebe Gottes spüren liessen und lassen.
Politische wie religiöse Bewegungen bedienten sich häufig des endzeitlichen Geschichtsbildes. Im Hochmittelalter (Vordringen des Islam, Zunahme der Ketzerbewegungen und einer durch Habgier und Besitz verdorbenen päpstlichen Kirche) entfalteten die Gedanken Joachim von Fiore (1135-1202) und seine trinitarische Geschichtsschau als Deutung des Johannesapokalypse eine grosse Wirkung. Es entstanden neben religiösen Reformbewegungen (z.B. die Franziskaner) religiös - fanatische Bussbewegungen wie die Bewegung der Flagellanten (Geissler) des Eremiten Ramerio Fasani im Jahre 1260 oder der Apostelbrüder als Armutsbewegung mit Fra Dolcino (Dolcinianer), gegen die der Papst zu Kreuzzug aufrief. Sozialbewegungen wie die Katherer im ausgehenden Mittelalter, die ´Wiedertäufer´ der Reformationszeit sind weitere Beispiele.
Die Hoffnung auf ein ´Drittes Reich´ als Reich des ´Heiligen Geistes´ (Joachim von Fiore) spielte in der Kirchengeschichte immer dann eine Rolle, wenn es Krisenzeiten gab. Diese Idee wurde später von der Philosophie aufgenommen und säkularisiert. Das Dritte Reich - als Synthese zwischen Christentum und Antike verstanden, wurde z.B. durch den Philosophen und Pädagogen Ernst Krieck, Heidelberg, aufgenommen und - wegbereitend für den Nationalsozialismus - 1917 als Grundlage für das deutsche Nationalbewusstsein gefordert. Arthur Moeller van den Bruck publizierte 1922 den Bestseller ´Das dritte Reich´; er erwartete es - in Abrechnung mit dem Parteienstaat von Weimar als Reich nach dem ersten Reich des MA und dem zweiten (deutschen) Reich von 1870 und 1918. Dieser (endzeitliche) Wunsch schien in Erfüllung zu gehen, als Hitler auf dem Nürnberger Reichsparteitag am 1. September 1933 den nationalsozialistischen Einheitsstaat als ´Drittes Reich´ bezeichnete.
Aber auch spektakuläre Ereignisse wurden als Vorboten des Weltuntergangs gedeutet (so z. B. der Tod Kaiser Friedrich II in Verbindung mit einer Sonnenfinsternis oder - für die Gegenwart nach Madame Tessier - auch die Sonnenfinsternis im August 1999).
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1.4. Christliche Sondergemeinschaften und ihre Endzeitlehren
Zahlreiche christliche Sondergemeinschaften, bei denen die apokalyptische Verkündigung im Mittelpunkt ihrer Lehre steht, entstanden im Laufe der Geschichte; fünf, die eine gewisse Bedeutung in den deutschsprachigen Ländern spielen, sollen hier für eine grosse Zahl weiterer Gemeinschaften stehen: Der Adventismus, die Zeugen Jehovas, die Apostelgemeinden, die Michaelsvereinigung in Dozwil und Fiat Lux. An ihnen sollen die Mechanismen heutiger apokalyptischer Visionäre und Visionärinnen, deren Lehren und ihrer Gemeinschaften sichtbar werden.
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1.4.1. Die ´Erwartung des Herrn´ im Adventismus

Die Bewegung des Farmers William Miller (1782 - 1849) erwartete für die Zeitspanne des Frühjahrs 1834 -Frühjahr 1844 die Wiederkunft (=Advent; lat.:advenire = ankommen) Jesu Christi. Dieser hatte dieses Datum errechnet und publiziert und dadurch eine endzeitliche Bewegung mit einer grossen Anhängerschaft ausgelöst. Nach der grossen Enttäuschung, dem Ausbleiben der erwarteten Wiederkunft Christi spaltete sich diese Religionsbewegung. Während ein Teil von Anhängern versuchte, Millers Rechenfehler nachzuweisen, interpretierte ein anderer Teil, die wir heute als Siebenten-Tags-Adventisten kennen, diese Lehre neu.

Am 22 Oktober 1844 begann - nach dieser Auffassung - der himmlische Hohenpriester Jesus Christus sein Werk. Er reinigte das himmlische Heiligtum, indem er in einer Art Untersuchungsgericht jeden einzelnen Menschen prüfte. Nach Abschluss dieser Prüfung wird die sichtbare Wiederkunft erfolgen. Auf einem Flugblatt von 1989 ist zu lesen: ´Jesus Christus selbst und jene, die von ihm zeugten, haben immer wieder betont...dass er wiederkommen werde. Sie sagten bestimmte Zeichen voraus...die auf das Ende der Welt weisen...Wir wissen nicht, wann das sein wird, aber wir glauben, dass es bald sein ist´.

Die Siebenten-Tags-Adventisten kennen eine erste Auferstehung der Gerechten und den damit verbundenen Beginn des Tausendjährigen Reiches (Johannesapokalypse). ´Jesus (schlägt) die Völker der Erde und (lässt) ein mit Toten übersätes Schlachtfeld zurück´(Schlüsselbegriffe adventistischer Glaubenslehre, Adventverlag Hamburg, S. 165)...´Die Erlösten leben und regieren mit Jesus 1 000 Jahre...Mit Jesus zusammen untersuchen die Erlösten die Fälle der Gottlosen und setzen das Strafmass fest...Während die Gottlosen gegen die Heilige Stadt vorrücken, fällt Feuer vom Himmel und verzehrt sie...Aus den Feuern, die sowohl die Sünder wie die alte Erde vernichten, geht eine neue Erde hervor´(aaO. 166). Deutliche, furchterregende Bilder einer religiösen Sondergruppe, die die Theologie und damit das Leben der Menschen in dieser Gemeinschaft prägt. In den letzten Jahren versucht sie eine Öffnung nach aussen und die Anerkennung als Freikirche in der Ökumenischen Gemeinschaft der Kirchen zu erlangen.
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1.4.2. ´Harmagedon´ und ´Tausendjähriges Reich´ bei den Zeugen Jehovas
Bei den Zeugen Jehovas - deren ursprünglicher Name Ernste Bibelforscher war - handelt es sich um eine um 1880 von Charles Taze Russel (1852 -1916) in der USA gegründete endzeitliche christliche Sondergemeinschaft. Endzeitberechnungen spielen für das Lehrgebäude bis heute eine wesentliche Rolle. Immer wieder errechneten sie durch die Kombination von Bibel - Texten das Ende der Welt: 1914, 1925, 1975...- und es fand doch nicht statt!
Folgende Berechnung stellte C. T. Russel für 1914 an: Das Datum der Zerstörung Jerusalems, das er für 607 v. Chr. ansetzte, ist für ihn der Beginn der ´Bestimmten Zeiten der Nationen´(Lk 21,21.24). Nach Dan 4,16.32 handelt es sich dabei um sieben Zeiten; gemäss Offb 12,6.14 umfasst ´eine Zeit´ 360 Tage. Num 14,34 zeigt, dass ein ´Tag´ für ein Jahr steht. Daher dauern diese ´Zeiten der Nationen´ 2 520 Jahre. Rechnet man nun zu 607 v. Chr. 2 520 Jahre hinzu, ergibt sich das Jahr 1914. (Nur unterliefen Russel einige Fehler: er verstand die Zahlen in ihrem Symbolwert nicht, denn wie lässt sich die universale Gültigkeit der Regel ´ein Tag für ein Jahr´ beweisen, zumal die Zeugen Jehovas diese Regel selbst nicht immer anwenden. Auch das historische Datum der Zerstörung Jerusalems ist falsch. Jerusalem wurde 586 v.Chr. zerstört. Eine komplizierte Rechnung fällt damit zusammen.)
Die heutige endzeitliche Lehre der Zeugen Jehovas lautet - nach mehreren Neuinterpretationen: Durch den Sündenfall Adam und Evas wurde der universale Herrschaftsanspruch Jehovas durch Satan in Frage gestellt. Seit dieser Zeit gibt es die Streitfrage zwischen Jehova und Satan. Seit dem Oktober 1914 ist nun Christus im Himmel auf den Thron gehoben worden und der Endkampf gegen Satan hat begonnen. Unsichtbar ist er auf Erden gegenwärtig. Der Beginn des Tausendjährigen Reiches - dessen Datum (zuletzt 1975) immer wieder verschoben wird - ist mit der letzten Schlacht, Harmagedon, verbunden. Satan hat den Kampf begonnen; dafür sind Kriege, Krankheiten, Hungersnöte oder ökologische Katastrophen Zeichen dafür. Seit 1914 werden die Heere auf Erden versammelt, um die endzeitliche Schlacht zu beginnen. In ihr werden alle vernichtet, die nicht treue Zeugen Jehovas sind. Die Botschaft vom himmlischen Königreich auf Erden wird durch die Zeugen Jehovas verkündet. Aus ihrer Sicht wird bereits unsere Zeit zum ´gegenwärtigen Gerichtstag´.
Als ´Versammlung Jehovas´ werden dann 144 000 Auserwählte in den Himmel entrückt. Nach Harmaggedon erhalten sie die Herrschaft über die Erde, während der ´grosse Rest´ der ´wahren Diener Gottes´ unter idealen Bedingungen die Erde während des Milleniums in ein Paradies verwandeln. ´Zunächst werden diejenigen, die Harmagedon überleben, die Erde säubern und die Ruinen dieses alten Systems beseitigen...Nie wieder wird jemand ohne gute Nahrung und annehmbare Wohnbedingungen leben...Wie schön wird es dann sein, in den Wäldern spazieren zu gehen und eine Weile von einem Löwen oder vielleicht von einem grossen Bären begleitet zu sein...Die Alten werden wieder jung...Dann wird es keine Todesannoncen mehr geben, sondern freudige Berichte über die Auferstandenen...´(aus: Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben, Wachturmgesellschaft 1982).
So verstehen sich die Zeugen Jehovas als jene Organisation Gottes, deren Aufgabe es ist, gegen den satanischen Bereich in dieser Welt, d.h. alles, was nicht zu den Zeugen Jehovas oder zur Wachturmgesellschaft gehört, zu kämpfen. Dazu zählen alle Regierungen, Gesellschaften, Kirchen und Religionen, die nicht nach den Massstäben der Zeugen Jehovas leben, deren Botschaft als einzige Wahrheit akzeptieren und sich als Zeugen Jehovas taufen lassen. Von den Mitgliedern erwarten sie ´loyale Unterordnung unter Jehovas irdische Organisation´.
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1.4.3. Die Lehre der ´Apostel der Endzeit´
Die Neuapostolische Kirche hat ihren Ursprung in den Erweckungsbewegungen, die aus dem Albury-Kreis des Londoner Bankiers Drummond (1786-1860) entstanden sind. Das Amt der ´Apostel der Endzeit´, das 1835 zur Wiedereinsetzung von 12 Männern als ´Apostel´ führte, stand damals im Mittelpunkt. Sie sollten die verloren gegangene kirchliche Einheit wieder herstellen und so die Wiederkunft Christi vorbereiten. Als sich die Erwartung nicht erfüllte, dass Christus während der Zeit der Apostel wiederkommt, kam es zum Bruch der Katholisch-apostolischen Kirche. Im Streit um die ´Wiederauffüllung´ der Zwölferzahl der Apostel spaltete sich die Gemeinschaft um Heinrich Geyer von der Katholisch-apostolischen Kirche ab. Sie entwickelte sich später zur Neuapostolischen Kirche und versteht sich als die Kirche Jesu Christi in der Vollendungszeit, die exklusiv dank des Apostelamtes das Erlösungswerk Jesu zu Ende führt. Auch wenn sich die Mitglieder als ´Erstlinge´ bezeichnen, so tun sie dies, ohne aggressiv oder polemisch gegen andere Kirchen zu argumentieren und unterscheiden sich durch diese tolerante Haltung wohltuend von anderen exklusiven apokalyptischen Sondergruppen.
Das apokalyptische Glaubensgut ist jedoch deutlich in der Gemeinschaft gegenwärtig; so heisst es im 9. Glaubensartikel: ´Ich glaube, dass der Herr Jesus so gewiss wiederkommen wird, wie er gen Himmel gefahren ist, und die Erstlinge aus den Toten und Lebenden, die auf sein Kommen hofften und zubereitet werden, verwandeln und zu sich nimmt, dass er nach der Hochzeit im Himmel mit diesen seinen Erstlingen auf die Erde zurückkommt, sein Friedensreich aufrichtet und sie mit ihm als Könige und Priester regieren....´ (Fragen und Antworten über den neuapostolischen Glauben, Bischoff J.G. (hg.), Frankfurt 1971,299).
Immer wieder kam es auch innerhalb der Neuapostolischen Kirche zur Zuspitzung der eschatologischen Spannungen, so z.B. als der Stammapostel Bischoff verkündete, noch zu seinen Lebzeiten werde Christus wiederkehren. Diese Botschaft wurde zur verbindlichen Lehre erhoben; dennoch kam es nicht zur Krise, als Bischoff 1960, über 90igjährig, starb. Denn trotz zahlreicher Spannungen scheint es der Stammapostel, R. Fehr (seit 1988, wohnhaft in Zürich) zu verstehen, zukunftsbezogene Heilssicherheit und Geborgenheit zu vermitteln und damit die endzeitliche Spannung erträglich werden zu lassen.
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1.5. Und der Weltuntergang fand nicht statt - die Michaelsvereinigung von Dozwil und Fiat Lux
Zwei apokalyptische Neuoffenbarungsgemeinschaften, die nach dem 2. Weltkrieg entstanden sind, machen deutlich, wie sie in der jüngsten Vergangenheit über interne Spannungen zur Weltuntergangsdaten gekommen sind und - obschon dieser nicht eintrat - sich nicht etwa auflösten, sondern in einer Uminterpretation ihre Botschaften sich wieder konsolidierten und weiterhin ihre Visionsberichte missionierend an Mitglieder und Interessierte richten.
Nach dem Tod von Frau Maria Gallati 1988, dem himmlischen ´Werkzeug´ der Michaelsvereinigung, dessen Leiter Paul Kuhn in Dozwil ist, kam es zu einer endzeitlich gespannten Situation. Apokalyptische Botschaften - durch mehrere Medien vermittelt - kündeten das nahe bevorstehende Weltende durch ´Zeichen des Himmels´ an: ´ein Stern wird vom Himmel fallen und der Schlund des Abgrunds wird sich öffnen...´. Auf den Muttertag, den 8. Mai 1988 sollte nach verschiedensten Aussagen hin der Weltuntergang stattfinden. Spürbar wurden vor und nach diesem Datum die sozialen Spannungen deutlich, in der Menschen, die nach den ´Botschaften des Himmels´ wie in einer Arche Noah leben, mit ihrer Umwelt kommen. Spaltungen von Familien, Auseinandersetzungen in Schule und Arbeitsplatz, die Angst, zum Sektendorf zu werden, waren die Folgen. Ehemalige Anhänger berichteten von ihren grossen Ängsten und dem seelischen Druck, der zum Teil bis heute anhält und seelsorgerliche Hilfe wie psychotherapeutische Beratung und Begleitung nötig machte und macht. Danach folgte eine Krise: ´himmlische Stimmen´, durch die Medien Monika Hofer, heute: ein falsche Prophetin in der Michaelsgemeinschaft, und durch Ulrich Aeberhard vermittelt, versuchten, die absolute Autorität von Paul Kuhn wiederherzustellen. Die Gemeindemitglieder werden aufgefordert, sich der ´Ordnung von Paulus .. unter(zu)ordnen´. Dann wird das missionarische Engagement wieder aufgenommen. Weiterhin bleibt die apokalyptische Spannung bestehen, und vor allem Angehörige von Mitgliedern der Michaelsvereinigung fürchten um ihre Eltern oder Kinder, die dort mitmachen. Wenn sie in der bis vor kurzem erschienen Zeitschrift Benedicite lesen, dass das Ende nahe sei und noch vor Weihnachten die Schale des Zorns Gottes sich ergiessen werde, bekommen sie Angst um ihre Angehörige. Dennoch wurde in der Michaelsvereinigung ein genaues Datum für das Weltende nicht mehr genannt, und die Gemeinschaft geht vor der Jahrtausendswende vorsichtig mit entsprechenden Aussagen in der Öffentlichkeit um.

Ganz anders dagegen Erika Bertschinger alias Uriella, im deutschen Sprachraum vermutlich die medienwirksamste Neuoffenbarerin, die von einem Weltuntergangsdatum zum nächsten eilt und in regelmässiger Naivität und Verantwortungslosigkeit ein Weltuntergangsszenarium nach dem anderen entwickelt. Ihr Orden Fiat Lux wurde 1980 gegründet, nachdem Frau bei mehreren Neuoffenbarergemeinschaften mitgemacht hatte. Heute versteht sie sich als ´einziges Sprachrohr Gottes´ und gibt als Trancemedium Botschaften des ´Heilands´ wieder. Ganz auf die Endzeit ausgerichtet sollen die Anhänger durch weisse Kleider, eine bestimmte Ernährung u.a. vor der Endkatastrophe gerettet werden - im Schwarzwald von Raumschiffen als ´Arche Noah´ abgeholt. Ihre Phantasie scheint keine Grenzen zu haben. Trotz klarer Urteile, Steuerhinterziehung betreffend, scheinen die meisten ihrer Anhänger und Anhängerinnen weiterhin zu ihr zu halten, auch trotz ihrer Falschaussagen, den Weltuntergang 1998 betreffend. Und sicher wird sie sich für die Zukunft noch einiges einfallen lassen...
Diese fünf Beispiele christlicher Sondergemeinschaften, bei denen die apokalyptische Verkündigung im Mittelpunkt ihrer Lehre stehen, sind Beispiele für viele andere Sondergruppen: die Gralsbewegung, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen), die Weltweite Kirche Gottes (Armstrong), die Smithianer (Norweger Bewegung), der Mazdaznan, aber auch zahlreicher freie Missionsgruppen und -organisationen. Ihren Ausgangspunkt nahmen und nehmen diese Gemeinschaften in der endzeitlich zugespitzten Krisenerfahrung der Gegenwart, aus der sie die ´Zeichen der Zeit´ abzulesen und diese zu interpretieren versuchen. Falsch verstandene Zahlenkombinationen aus dem Buch Daniel und der Offenbarung des Johannes können diese Spannung noch erhöhen. Findet dann der Weltuntergang nicht statt, so führt dies zu Auseinandersetzungen in der Bewegung und oft auch zu Spaltungen. Dass hier Ängste und Spannungen in der Auseinandersetzung mit der Gegenwart und Zukunft stattfinden, dass Tendenzen zur Weltflucht und zur Resignation gegenüber einer scheinbar unbewältigbaren Krise sichtbar werden, macht deutlich, dass Menschen letztlich eine tiefe Sehnsucht nach Sicherheit, nach Rettung und Retter, nach Erlösung, nach Heil und damit nach Gott haben.
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2. Apokalyptik in Film und Literatur
Setzt die jüdisch-christlich-islamischen Tradition das individuelle Weiterleben nach dem Tode und damit die Idee der Erlösung voraus, trifft dies - beginnend mit der Aufklärung - für die säkularisierte Sicht der Apokalyptik nicht mehr zu. Einerseits wird die Hoffnung vom Jenseits ins Diesseits versetzt; die innerweltliche Hoffnung - die in sich eine Aufwertung des Menschen birgt - wird abgelöst durch Skepsis und Pessimismus, verbunden mit der Idee, dass es dem Menschen - durch Atom- und Umweltskatastrophen - möglich ist, die End-Katastrophe, die den menschlichen Lebensraum auslöscht, selbst zu machen. Der Fortschrittsoptimismus wird zunehmend abgelöst durch einen Fortschrittspessimismus, der aufzuzeigen versucht, dass die Bewältigung der Probleme unserer Zeit nicht mehr möglich ist, dass die Menschheit dem Untergang der Welt entgegensteuert, dass das Grauen der Untergangsszenarien sich in nächster Zukunft den Menschen überwältigen wird.
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2.1. Apokalypse im Film

2.1.1. Renaissance des Katastrophenfilms
Daher ist es kein Zufall, dass gerade in den neunziger Jahren ein Filmgenre wieder auflebt, das sich auf eine Grundform der Angst bezieht: die Fixierung auf Endlichkeit in der Renaissance des Katastrophenfilms. Mit Roland Emmerichs ´Independence Day´ wurde diese erfolgreiche Reihe von Weltuntergangsspektakel begonnen. Hollywood als amerikanische wie international anerkannte Ideologiefabrik liefert eine passende Metaerzählung für die neue Weltordnung. Handlungsmächtiger Geschichtsoptimismus wider die Gefahr kosmischer Katastrophe, die nur von aussen kommen kann, starke Helden, die mit tapferem Einsatz und unter Zuhilfenahme entwickeltster Technologien die Aggression der Ausserirdischen abwendet. Selbsterlösung des Menschen im letzten Augenblick, menschliche Allmachtsphantasie, die ohne Gott auskommt, seiner nicht mehr bedarf.
In Mick Jacksons ´Volcano´ (1977) und Roger Donaldsons ´Dante´s Peak´ (1997) sind gewaltige Vulkanausbrüche die Auslöser für Furcht und Schrecken; Mimi Leders ´Deep Impact´ (1998) und Michael Bays ´Armageddon´ (1998) inszinieren die Weltzerstörung entsprechend apokalyptischer Erzähldramaturgie: vom Untergang der Welt zu einem radikalen Neuanfang.
Dabei hat diese Millenniums-Welle erst begonnen; zahlreiche weitere Produktionen sind in Vorbereitung, die sich der apokalyptischen Dimension verschreiben haben und die die den Jahrtausendwechsel als grossartiges Spektaktel vermarkten, Katastrophen und Comptuer-2000-Crash inklusive. Endzeitängste schüren oder euphorische Zustände hervorrufen - eine kollektive Neurose, wie sie in Kathryn Bigelows ´Strange Days´ aufscheint?
Dabei spiegeln Science Fiction als säkulare Weltuntergangs - Szenarien entweder
die kosmische Katastrophe (z.B. durch Kometeneinschlag, Vulkanausbruch)
das allmähliche Ende des Menschen durch natürliche Ursachen (neue Eiszeit; Erwärmung der Polaren Eismasse und Überflutung etc.)
durch fremde Einwirkung (Aliens: Ufoglaube und Eindringlinge von anderen Planeten)
menschliche Ursachen (riskante Technologien in der Atomindustrie, der Gentechnik und in Reproduktionsverfahren)
wider.
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2.1.2. Der Countdown läuft: Independence day
Da die Zeit knapp wird - schliesslich sind es nur noch wenige Tage bis zum Countdown - wird diese Zeitverknappung als Stilmittel eingestzt. Das Erscheinen des Zeichen 0:00 bringt Tod und Zerstörung. So funktioniert der Code auf der Bildoberfläche. Er wird verwendet: etwa beim Angriff aus dem All in Roland Emmerichs ´Independence Day´, in dem sich die Raumschiffarmada mittels eines versteckten Signals abstimmen, um die Weltstädte beim Erscheinen des Zeichen 0:00 in Schutt und Asche zu legen.
Dieser Countdown-Code verweist auf eine Dringlichkeit und geht auf jüdisch-christliche Wurzeln zurück. Hier wird theologisch von Naherwartung gesprochen: Es geht um die Rückkehr des Messias, hier in ´Independence day´ in der Gestalt dreier Helden, des amerikanischen Präsidenten, eines weissen Wissenschaftlers und des schwarzen Jet-Piloten - der jederzeit unverhofft eintreffen kann, um den ´Heiligen kleinen Rest´, der die Katastrophen überlebt, zu retten. In die Entscheidung gerufen, wachsen diese Helden über ihre sympathische Unzulänglichkeit hinaus und bewähren sich stellvertretend für die Menschheit an der grossen Herausforderung. Gemeinsam verkörpern sie jenes amerikanische männlich-politische Identitätsmodell, das für Werte wie persönliche, wirtschaftliche und politische Freiheit sowie Demokratie einsteht und diese Werte bei Gefahr mit Gewalt verteidigt. Die Geschichte der Sieger wider die ausserirdische, destruktive Gewalt von Aussen wird als Geschichtsoptimismus geschrieben; im Kino findet das Ritual der Entängstigung statt. Destruktive Aggressivität wird auf die ausserirdische Chaosmacht hinausverlagert. Soll sie nicht innerweltlich entdeckt werden? Apokalypse als ideologische Rechtfertigung und ultimativer Erlebnistrip einer globalen Gesellschaft im Stillstand?
Doch auch in der biblischen Tradition der Apk. wird diese Naherwartung verschärft. Die Zerstörung der bestehenden Welt geschieht in der Jetztzeit. Der Countdown ist abgelaufen. Die Gegenwart ist die Zeit des Untergangs, die in einer gigantischen Schlacht zwischen Gut und Böse aufgeht. Und der Untergang geht über in ein tausendjähriges Reich des Friedens, in ein himmlisches Jerusalem. Vom Advent zum radikaler Neuanfang.
Doch der Film geht nicht soweit. Im aktuellen Geschichtsverständnis bleiben die Zukunftsbilder mehrdeutig, unsicher, bleiben bedrohlich. Kann sich die Katastrophe, der man eben erst entging, nicht wiederholen? Was bleibt, sind fiktive Varianten individueller Einstellung und individuellen Lebenstils.
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2.1.3. Der Alb-Traum vom selbstgemachten Weltuntergang: Fujiyama in Rot
An eine andere Katastrophenmöglichkeit wurden wir am 30. September 1999 erinnert, als in einer japanischen Atomfabrik 120 km nordöstlich von Tokio nach einem Störunfall Strahlung ausgetreten ist. Mehrer Arbeiter wurden lebensgefährlich verstrahlt; mehrere hunderttausend Menschen mussten hinter verschlossenen Türen und Fenster warten, bis Entwarnung kam. Die Auswirkungen auf die Umwelt - fürchtet ein Regierungssprecher - könnten ´Schwerwiegend´ werden.
In seinem Alterswerk ´Konna yume wo mita´/Dreams (USA-Japan 1990) verarbeitete Akira Kurosawa Materialien der persönlichen, zeitgeschichtlichen und stammesgeschichtlichen Entwicklungen zu 8 Traumvisionen, die er zu einem losen lebensgeschichtlichen Band verwob. ´Fujiyama in Rot´ greift das Motiv einer durch Atomkraft verursachten ökologischen Katastrophe auf.
In ´Fujiyama in Rot´ geht die Gewalt in Erhabener Schönheit von berstener Technik und schmelzendem Fujiyma aus, während die Menschen als betroffene Opfer eine lächerliche Rolle spielen. Sie fliehen wild durcheinander; sie versuchen, hilflos gegenüber der Katastrophe, ohnmächtig gegen die Strahlen, sich mit unzureichenden Materialien und Abwehrgesten zu schützen. Bevor der verantwortliche Manager in den Fluten des Meeres Selbstmord begeht, hält er eine Es-ist-Aus-Rede auf die Verantwortungslosigkeit. Mono-no-aware, der japanische Ausdruck für die ´Trauer um den Fluss der Dinge´, der Mensch konfrontiert hier mit der ökologischen Krise als absurdes Theater konfrontiert den Menschen mit den Widersprüchen der Realität, des Scheiterns und den Möglichkeiten des unabwendbar sinnlosen Todes.
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2.2. Apokalypse in der Literatur
Doch wenden wir uns nun der Literatur des Weltuntergangs zu, hin zu verschiedenen Autoren, die dieses Thema in ihren Werken aufgegriffen haben, machen wir einen Besuch bei den:
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2.2.1. Indogermanische Endzeitschilderungen
Säkularisierung der Endzeitserwartung im 18. Jh.
Szenarium zur Wirklichkeitsdeutung - Instrument zur Beurteilung der Gegenwart
Rückgriff auf die Bild- und Symbolvorräte der jüdisch-christlichen Traditiona) germanische Endzeitsdeutung
indogermanische Endzeitsszenarien werden als Grundtypus erkennbar: die indische, die jüdische, die christliche wie die persische Literatur verwenden ähnliche Bilder und Szenarien.
Text: Die Götterdämmerung aus: Peterich E., Götter und Helden der Germanen
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2.2.2. Säkularisierung der Endzeiterwartung im 18. Jh.
* Jean Paul: die Rede des Toten Christus
zeigt den Menschen als den Herrn der Apk. In der Fassung von 1789 finden wir die Schilderung des Atheismus: Er predigt: es ist kein Gott als des todten Shakespeares Klage unter den todten Zuhörern in der Kirche. Aus ihr wird später die Rede des Engels vom Weltgebäude und 1796 die Rede des todten Christus vom Weltgebäude herab dass kein Gott sei. Ein apokalyptischer Traum in einer phantastischen Bildersprache, ein Aufschrei des entsetzlich getäuschten, enttäuschten Menschen
Wie verständlich, wenn nach dem Erwachen die Seele weinte vor Freude, dass sie wieder Gott anbeten konnte.....
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2.2.3. Szenarium zur Wirklichkeitsdeutung - Instrument zur Beurteilung der Gegenwart
Enzensberger: In ´Zukunftsmusik´ stellt dieser die These auf: Zukunft ist nie; wir erleben nur Gegenwart; daher ist Apk die Beschreibung der gescheiterten Wirklichkeit in ihren Ursachen und ihrer Unausweichlichkeit.
Dürrenmatt, in: der Winterkrieg in Tibet schildert den Menschen als Verursacher und gleichzeitig als Opfer der Apk, eines dritten Weltkrieges im Szenarium der Schweiz, geschildert mit sarkastischer Ironie, Bildern eines Betrachters des jüngsten Gerichtes.
Grass, die Rättin ist ein Aufschrei, eine Reaktion auf den Atomunfall in Tschernobyl 1986. Die Ratten führen das Erziehungsprogramm des Menschen zu Ende, um einen Neuanfang zu beginnen. Die Rache der Kreatur führt vor Augen, was des Menschen Verantwortung gewesen wäre. So entsteht im Engardin eine Radierung von Grass: die Menschenratte. Auch wenn Grass am Ende seines Romans versucht, Hoffnung zu schaffen, so ist für ihn das dargestellte Szenarium - im Gegensatz zu Jean Paul - kein Traum, sondern Wirklichkeit.
Adams Douglas: Per Anhalter durch die Galaxis (1979): Zum Abschluss ein Science Fiction, der die Vernichtung der Erde durch Ausserirdische schildert, die den Bau einer Hyperraum-Expressroute planen und denen der Planet Erde ganz einfach im Weg steht, der daher gesprengt werden muss...
Weltuntergang hat Hochkultur - geht doch die Welt jeden Tag unter im alltäglichen Geschehen, hier und heute.
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3. Christliche Hoffnung, Vertrauen auf die Verwirklichung des Heils
Karfreitag und Ostern gehören zusammen
Albert Schweizer erinnert einmal daran, dass das Christentum Weltbejahung ist, die durch die Weltverneinung hindurchging. Denn christlicher Glaube verkündet, dass Jesus durch seinen Tod am Kreuz als Ort des Unheils zur Auferstehung als Ort der Heilserfahrung zum apokalyptischen Zeichen wird. Denn das Böse in seiner Gottwidrigkeit bleibt nicht apokalyptisch fixiert, sondern wird durch die Liebe Gottes überwunden. Dennoch sind Karfreitag und Ostern gleich wichtig, sind Zeichen dafür, dass nicht kritiklose Weltbejahung die kritiklose Weltverneinung ablösen können. Vielmehr ist es jener spezifische Mut angesichts der Angst, der christlichen Glauben auszeichnet Er lässt auch in einer heillosen Welt, in einer Welt in der Krise an das Heil Gottes glauben; er sieht das Licht im Dunkel; er lässt die Hoffnung wider alle Hoffnungslosigkeit entdecken.
Die Evangelien zeigen auf, dass Jesus zwar die apokalyptische Weltangst nicht verneint, aber dass diese Wirklichkeit in seinem Leben, in seinem Tod und in seiner Auferstehung durchbrochen ist. Mit Paulus können wir sagen: ´Von allen Seiten werden wir in die Enge getrieben und finden doch noch Raum; wir wissen weder aus noch ein und verzweifeln dennoch nicht; ...Wohin wir auch kommen, immer tragen wir das Todesleiden Jesu an unserem Leib, damit auch das Leben Jesu an unserem Leib sichtbar wird...´(2 Kor 4, 8ff). Denn wie Jesus selbst am Schluss seiner Abschiedsrede sagt: ´Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In dieser Welt habt ihr Angst, aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt´(Joh 16, 33).
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3.1. Auf die Hoffnung kommt es an, denn Hoffnung ist die kleine Schwester der Liebe und des Glaubens und der Liebe
Mit Kant fragen wir Menschen: Was kann ich wissen? Was kann ich tun? Was kann ich hoffen? Und beobachten eine gewandelte Anthropologie: wir entdecken den Menschen als ein Wesen des Wunsches, des Traumes oder wie Aristoteles sagt: als einen Zweifüssler, der lachen kann. Dabei ist die Hoffnung das Brot unserer Träume, denn der Mensch ist ein ?Hungerwesen, das nach Letztem strebt, dessen unruhiges Herz sich nach letzter Erfüllung sehnt. So ist die Frage, die wir beantwortet haben sollten: An wen verschenken wir Menschen unser Herz? Hoffnung / Glaube ist daher nicht spezifisch christlich, sondern eine Urgebärde des Menschen.
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3.2. ´Ich glaube (hoffe) auf die Auferstehung der Toten und das ewige Leben´ - Gedanken zu einem Glaubensartikel
Es ist die konkrete Vorstellung jener letzten grundsätzlichen Hoffnung, die uns Schwierigkeiten macht, nach jener kommenden Welt, von der die Apk redet. Erscheint doch die Verlängerung dieses Lebens als Albtraum (Vilan), wird der Himmel im Kabarett als so langweilig dargestellt, dass der Münchner seinen Platz im Himmel gerne mit dem im Münchner Hofbräuhaus vertauscht, frägt Reinhold Schneider nicht zu recht: wer würde einen Schwerkranken auf (er)wecken, wenn der Tod ihm Ruhe von Leiden schafft?
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3.2.1. Der natürliche Tod

War früher der Tod der natürliche Feind eines meist nur sehr kurzen Lebens, die Lebensbedrohung, gegen die ein Paulus seinen Protest vehement einlegt, so ist heute der Tod die natürlichste Sache nach einem langen Lebens, ein Freund, den man oft begrüsst, wenn er kommt. Auch wenn es den Protest gegen den vorzeitigen Tod weiterhin gibt (ich denke dabei an das Gebet von Kurt Marti am Grab eines jungen Menschen), so plant der westliche Mensch heute ein erfülltes Leben hin auf einen erfüllten Tod. So scheint die Auferstehungsbotschaft ihre Plausibilität verloren zu haben, denn unsere Beziehung von Leben und Tod hat sich gewandelt. Die Botschaft von der Erweckung Jesu als unschuldiges Opfer wird als Zeichen der Solidarität gegen den vorzeitigen Tot der Zukurzgekommenen nicht mehr verstanden.
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3.2.2. ´Werden wie Gott´

Das Streben, Gott zu nivillieren und den Menschen an seine Stelle zu setzen, ist eine der grossen Versuchungen seit der Aufklärung. Der Unterschied zwischen Gott als Schöpfer und dem Menschen als Geschöpf wurde im Ewigkeitsstreben des Menschen und durch seine Funktion als ´Mit-Schöpfer´ ersetzt. Von der Rede mit Gott wurde die Rede über Gott und schlussendlich das Reden: dass Gott nicht ist und sich der Mensch selbst genügt.
Auferstehung jedoch bedeutet, dass der Mensch konkret im Gedächnis des Schöpfergottes weiterlebt, dass ihn Gott bei seinem Namen ruft - auch in der Neuschöpfung, jenem 1000jährigen Reich, jenem himmlischen Jerusalem, in der Einmaligkeit des Menschseins. Denn die Rede von der Auferweckung der Toten steht gegen alle Todestheorie und belässt Gott jene Freiheit, sein Geschöpf mit Namen zu rufen. In der gelungenen Liebe können wir einen Moment jener Ewigkeit erfahren, die Gott schenkt in einer hundertdimensionalen Welt.
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3.2.3. Den Himmel erden

3.2.3.1. Gottes Freude an der Gerechtigkeit
Die Menschen sollen ein menschengerechtes Menschenhaus bauen mit einem Garten, den wir kommenden Generationen weitergeben können. Dabei sollten wir Gott nicht als Lückenbüsser sehen, als Handwerker, der kommt, um zu reparieren. Gott hat Freude an der Arbeit unserer Hände; doch wir dürfen uns freuen, dass Gott nicht nur unsere Hände hat. Denn wir dürfen die Hoffnung haben, dass Gott die auffängt, für die unsere Hände zu spät kommen. Es geht jedoch auch um das rechte Tun, nach dem Gott grundsätzlich fragen wird, um jenen konkreten Protest, um das Zeugnis für den zu kurz gekommenen Menschen, in den Ländern dieser Welt. Gott wird uns fragen entsprechend Mt 26: hast du mich gespeist, hast du mir zu trinken gegeben, mich bekleidet, mir Heimat angeboten? Wir werden darauf antworten müssen. Denn die Ehre Gottes - das ist der lebendige, der konkrete Mensch. Nächstenliebe und Gerechtigkeit sind nicht naive Erwartungen; mit ihnen anfangen ist unsere Aufgabe, die Gott selbst vollenden wird.
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3.2.3.2. Gottes Freude an der Liebe
Wenn wir den Tod mit der Liebe in Verbindung bringen, wird die Logik der Liebe durchbrochen. Das Scheitern der Liebe wird von denen erfahren, die zurückbleiben. Mit dem Tod der Anderen muss man leben. Gott jedoch will zu einer neuen Gemeinschaft der Liebe zusammenrufen (Apk); Er will - bereits heute - uns das Wort der Liebe sagen als ein Wort der Hoffnung, diskret flüsternd - damit wir es als Träumende wahrnehmen, protestierend, damit wir hoffen können, dass Gott dem Tod das letzte Wort entreissen wird. So geht es im Bild vom Himmel um jene solidarische Gemeinschaft mit Gott, die uns auffordert, mit anderen Menschen eine Kette der Liebe zu bilden, um jene Stadt zu erreichen, die Er gebaut hat und in der Er unter uns wohnen wird.
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3.3. Mut zur Seelsorge wider die Angst
Wir leben jedoch weiterhin in einer Welt, in der Bilder und Nachrichten von Krisen, von Katastrophen und Bedrohungen für Mensch und Natur Angst machen. Daher muss christliche Theologie und Verkündigung jenen Bezug zur Wirklichkeit schaffen, der dieser Wirklichkeit gerecht wird. Theologisch ist zwar deutlich zu machen, dass die Menschheit keine Überlebensgarantie hat und christlicher Glaube zu einer solchen auch nicht einfach legitimiert. Christlicher Glaube und christliche Seelsorge bejaht jedoch die Welt angesichts ihrer heute tatsächlich möglichen Vernichtung. Christlicher Glaube ist Mut zum begrenzten und fraglichen Sein, ist Glaube an die Zusage Gottes auch angesichts einer zerbrechlichen Welt. Christlicher Seelsorge nimmt den Ruf Jesu zur Umkehr auf und verkündet - trotz scheinbarer Abwesenheit - die Anwesenheit Gottes und seine Treue wie Liebe zu den Menschen und zu dieser Welt. Christlicher Mut wird zum Protest im Hoffen und Handeln wider die Resignation, im Mitleiden und im solidarischen Tun, das daraus entspringt. So wird christliche Apokalyptik tätige Proklamation, dass der Sinn im Leben und der Welt einzig von Gott, dem Schöpfer kommt und dass Geschichte in ihm sein Ziel hat.
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4. Literaturauswahl zum Thema
APOKALYPSE - Botschaften der Angst oder Frohbotschaft?:

Bischofberger O. (hg.), Apokalyptische Ängste - Christliche Hoffnung, Freiburg i Ue 1991.
Böcher O., Die Johannesapokalypse. Erträge der Forschung, Darmstadt 1980.
Finger J.(hg.), Vom Ende der Zeiten. Apokalyptische Visionen vor der Jahrtausenwende, Freiburg i. Ue. 1999.
Gasper H.-Valentin F., Endzeitfieber. Apokalyptiker - Untergangspropheten - Endzeitsekten, Freiburg i.Br. 1997.
Körtner U., Weltangst und Weltende. Eine theologische Interpretation der Apokalyptik, Göttingen 1988.
Körtner U., Weltangst und Weltende. Eine systematische Analyse und Besinnung an der Jahrtausendwende, Materialdienst EZW, Stuttgart 1/1999.
Minois G., Geschichte der Zukunft, Düsseldorf-Zürich 1998.
Müller J., Botschaften der Angst oder Frohbotschaft?, Fribourg 1999.
Müller J.- Zwick R. (hg.) Apokalyptische Visionen. Film und Theologie im Gespräch, Schwerte 1999.
Stamm H., Im Bann der Apokalypse, Zürich 1998.
Schmid G. O. (Hg.), Das Ende der Welt, Zürich 1999.
Schmidt Markus, Endzeit, Werkmappe. Referat für Sekten und Weltanschauungsfragen, Wien 1999.
Für Religionsunterricht und Erwachsenenbildung:
Entwurf. Religionspädagogische Mitteilungen. Themenheft zur Apokalyptik, Stuttgart 2/1997.
Schlager St., Apokalyptik. Theologische und biblische Impulse für Erwachsenenbildung und Verkündigung, Pastoralamt, Linz 1997.
Unterrichtsmaterialien Religion betrifft uns: Apokalyptik. Weltuntergang - alle Jahre wieder, Heft 6, Aachen 1996 - Das Jahr 2 000. Die Magie der Zahl, Heft 4, Aachen 1998.
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Joachim Müller, Balgach

Quelle: Infosekten, 21.02.2000

Montag, 21. Februar 2000

 
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