Sektenflyer
New Age aus christlicher Sicht

Mord und Satanskult vor Gericht

Ein Hintergrundbericht (Auszug aus: Müller J., Satanismus – Wiederentdeckung des Bösen?, Kanisiusverlag 2001)

Ein Mord mit offenbar satanistischem Hintergrund fand im August 1998 im St. Galler Unterrheintal statt. Am Freitag, 18. Mai standen zwei junge Männer vor dem Bezirksgericht in Widnau, der eine – geständig – wegen Mordes an der Mutter seines besten Freundes, der andere wegen Anstiftung zum Mord (was er jedoch bestreitet). Daneben weitere Delikte: Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht, Störung der Glaubens- und Kultusfreiheit sowie der mehrfachen Störung des Totenfriedens (Friedhofschändungen, zerstörte Wegkreuze seit 1994). Begonnen hatte es im jugendlichen Alter mit okkulten "Spielereien", Black-Metal-Musik, mit magischer Literatur und schwarzmagischen Ritualen in einem satanistischen Zirkel. Die Staatsanwaltschaft forderte für die Angeklagten hohe Zuchthausstrafen und damit verbunden eine ambulante psychiatrische Therapie unter Schutzaufsicht. Das Gericht folgte in seinem Urteil der Staatsanwaltschaft: 14 Jahre Zuchthaus für den zur Tat anstiftenden Sohn des Opfers, 10 Jahre für den Mann, der die Mutter seines Freundes tötete. Deutlich wurde das vorhandene Aggressions- und Destruktionspotential der Täter, das auch das Gutachten des beigezogenen Sachverständigen, Prof. Christian Scharfetter hervorhob.

Satanismus – Wiederentdeckung des Bösen?

Rituale, um das/den Bösen zu beschwören und dienstbar zu machen, umgedrehte Grabkreuze auf Friedhöfen, Kirchenschändungen – all dies klingt wie schauerliche Märchen aus alter Zeit. Und doch scheinen aufgeklärte Zeitgenossen – Jugendliche wie Erwachsene – in die Erfahrungen ihrer mythengläubigen Vorfahren zurückzufallen. In geheimnisvollen Winkeln der Welt werden Engel und ihre dunklen Gegenspieler, Dämonen, erahnt, gesucht. Man versucht mit ihnen Kontakt aufzunehmen. Und wenn die Dämonen – sich an ihre Präferenzen erinnernd – wieder Menschen bedrängen und mit List und Gewalt in sie eindringen möchten... Schattenreligion? Magische Zwänge?
Die Macht des Dunkeln greift um sich: in Deutschland, Österreich und der Schweiz entstehen schwarzmagische Gruppen und werden satanistische Kirchen gegründet. Jugendliche wie Erwachsene werden festgenommen, weil sie Grabkreuze umgedreht und Gräber geschändet haben. Wegkreuze werden angezündet, Kirchen aussen und innen verschmiert, satanistische Symbole an die Wände gesprayt, ein Mord geschieht. Man spricht von sexuellen Vergewaltigungen und Kindesmissbrauch. Rituale finden – meist an Neu- oder Vollmondnächten an geheimen Orten statt. In einem schwarz ausgestatteten Keller oder irgendwo im Wald oder auf Friedhöfen wird bei umgedrehtem Kreuz der Teufel beschworen. Er soll die Jünger und Jüngerinnen der ´Church of Satan´, des ´Schwartzen Orden von Luzifer´ des ´Thelema Orden´ oder des ´Tempel of Seth´ mit diabolischen Macht ausstatten. Denn sie haben mit ihm einen Pakt geschlossen.
Dieser Pakt mit dem Teufel fasziniert. In der Schweiz werden es einige hundert sein, vielleicht auch mehr, ähnliche Zahlen gelten für Deutschland und Österreich. In der Zwischenzeit ist Satanismus kein Tabuthema mehr – Medien berichten darüber, im Internet werben satanistische Orden um Mitglieder, informieren und organisieren einander im Netz. Einige gehen via Musik (Black-Death-Metal) zum ´Teufel´ – eine "Discokathedrale" in Wien wirbt mit höllischen Erfahrungen, die dort gemacht werden können. Andere veranstalten Gruftie- und Gothic-Partys, eine Subkultur, die sich der satanistischen nahe weiss. Die Film- und Unterhaltungsindustrie hat den Teufel entdeckt und auch dort werden Jugendliche wie Erwachsene in Bann gezogen.

Der Satanskult findet auch auf Zelluloid statt. Das Kino mit Roman Polanskis "Rosemaries Baby" 1968 und William Friedkias "der Exorzist" machte 1973 den Anfang, 2001 in voller Länge neu auf dem Filmmarkt. In der "Omen"-Trilogie brachte es Satan in Menschengestalt bis zum Berater des amerikanischen Präsidenten. In Luzifer Rising und zahlreichen Nachfolgestreifen wurde der Teufel, satanistische Verehrung und Kult und der Kanpf der Gegenspieler und Gegenspielerinnen gezeigt. 2001 begann "Teuflisch" mit Elizabeth Hurley, die als Teufelin liebenshungrigen Single Hilfe anbietet. Satanismus, Schwarze Magie und rituelle Teufelsaustreibung übten eine starke Anziehungskraft aus. Die Faszination am Dunklen, Gruseligen regen Neugierige zur Nachahmung an.

Durch ein entsprechendes Outfit kennzeichnet, hilft diese Subkultur Jugendlicher und junger Erwachsener, meist männlichen Geschlechts, Aggressivität und Protest, aber auch Ohnmacht gegen eine sie nicht akzeptierende Gesellschaft sichtbar zu machen. Je erfolgloser, desto faszinierter, fanatischer. Vertreter dieses neuen Kultes treten ins Rampenlicht der Medien, wollen schockieren: Satorius, ein Innerschweizer Hevy-metal-musiker, der früher der Church of Satan angehörte und 1999 seinen ´Schwartzen Orden des Luzifer´ gründete, tritt bei einer Podiumsdiskussion im "Zepra" oder bei Fohrler live mit weiteren Mitgliedern satanistischer Gruppen oder ehemaligen Mitgliedern auf. Für ihn ist Satanismus einfach eine Form egozentristischer Lebenskultur, eine Protestreligion.
Es ist unterhaltsam geworden, zu dieser diabolischen "Sadomasochismus-Szene" zu gehören, mit einem Hang zum Nekrotischen. Der schwarzmagische Kreis mit seinen Ritualen zieht Menschen an.

Von "schwarzer" Magie

Von einer "Ethik" im Bereich der Magie könnte gesprochen werden, wenn in "schwarze" oder "weisse" unterschieden wird. Dass sich jedoch in der Unterscheidung von "weisser" und "schwarzer" Magie die dunklen Seiten verdichten, die Schatten ihre dämonische Gestalt annehmen können, wird deutlich, wenn man sich näher mit diesen Formen der Magie befasst. Menschen erfahren das/den "Bösen", das Dämonische, beziehen davon ihre "Macht", leben ihren dunkle Seite ihrer Existenz aus.

Die Unterscheidung trifft zunächst einmal die Zielsetzung der magischen Handlung:
"schwarze" geht von einer böswilligen und verneinenden Einstellung aus und zielt auf verletzende, ja zerstörerische magische Handlung und Wirkung, lebt aus der Aggression.

Die Bezeichnung "schwarz" und "weiss" wird dabei auch in den verwendeten Farben bei der Praxis magischer Handlungen sichtbar: die Kleidung, die Kerzen und Ritualgegenstände, die Farbe des verwendete Opfertieres (schwarzer Hahn, schwarze Katze) zeigen die Richtung an. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal: Schwarze Magie ist in ihrer Ausführung unangenehm und kann dem Ausführenden selbst gefährlich werden. Furcht?, ekel? wie abscheuerregend sind die Praktiken Schwarzer Magie bis hin zur Schwarzen Messe als bekanntem schwarzmagischem Ritual; in der Umkehrung des Normalen, in der Verzerrung findet Schwarze Magie ihren Ausdruck: in umgekehrten Gebetsformeln, im Umrühren der Opferspeise (oft ein Gemisch aus Blut, Kot, Drogen) gegen den Uhrzeigersinn, im Quälen des Opfertieres oder gar eines Menschen bis zum Tod, in den angerufenen Wesenheiten, Dämonen, Gottheiten und Satans.

Schwarze Magie verwirklicht sich durch Aggressivität, in sexueller Triebhaftigkeit, in Machbarkeitswahn und Machtansprüchen – oft auf dem Hintergrund von Lebensunfähigkeit, Realitätsflucht und Angst der Praktizierenden. Schwarze Magie bricht bewusst und absichtlich gesellschaftliche Normen und Tabus. Antimoral wird zur Lebenshaltung gemäss den zwei Grundsätzen, die Aleister Crowley formulierte: "Tu was du willst, soll sein dein ganzes Gesetz" (Al 1,40) und "Es gibt keinen Gott ausser dem Menschen"(Al 1,51).
Wegen der unerlaubten, gesetzlich verbotenen Opferpraktiken, bei denen Exkremente (als Ekeltraining?) verzehrt werden und neben Tieren auch Menschen geopfert werden sollen, gleiten schwarzmagische Kreise leicht ins Kriminelle ab.

Der Satanismus als Protestkultur

Der Satanskult ist und will gerade heute eine klare aggressive Protestäusserung in einer (noch) christlich geprägten Gesellschaft sein. Als "neue Religion" mit einem vielfältigen Mosaik von unterschiedlichster Vorstellungen, z. T. aus dem jüdisch-christlichen, z.T. aus germanisch-keltischen, z. T. aus Voodootradionen abgeleitet, wird der heutige Satanismus präsentiert. Oft sind es (junge) Menschen, denen diese Gesellschaft wenig Chancen bietet und ihnen wenig Raum zum Leben lässt. In ihrem Anderssein, in ihrem aggressiven Verhalten, in ihrem zerstörerischen Tun reagieren sie auf eine Welt, die ihnen keinen Platz lässt. Zerstörerisch wie negativ schöpferisch – durch die radikale Bekämpfung des Bestehenden – wollen sie das Diskriminierte repräsentieren und so ein radikal Anderes entstehen lassen.

Aleister Crowley und seine Nachfolger

Repräsentant, Vorbild und für die heutige Satanismusszene prägend ist Aleister Crowley. "To Mega Therion – The Beast 666", so bezeichnete er sich selbst und verstand sich als inkarnierte Gottheit. Seine pathologische Triebhaftigkeit, die er in den unterschiedlichsten Formen der Sexualmagie mit seinen Anhängern bereits vor der Gründung der "Abtei Thelema" in Cefalu auf Sizilien seit 1920 auslebte. Sein Drogenkonsum wie seine schwarzmagischen Experimente waren geprägt durch Visionen, in denen eine Gestalt namens Aiwass, Sendebote von Set, König der Zerstörung, ihm ein besonderes "Evangelium" verkündete: "Nichts haben wir gemein mit den Ausgestossenen und Schwachen: lasst sie in ihrem Elend verrecken. Mitleid ist das Laster der Könige: zertretet die Verdammten und Schwachen: so will es das Gesetz der Starken." (J. Symonds, Aleister Crowley. Das Tier 666, Basel 1983, S. 90).
Nach seiner Ausweisung aus Sizilien 1923 versuchte er Deutschland zu seinem neuen Hauptbetätigungsfeld zu machen. Er ermunterte den Buchhändler Grosche unter dem Ordensnamen Gregor A. Gregorius die Loge "Fraternitas Saturni" 1925 zu gründen. Seine Werke wurden das Bekenntnis der Mitglieder dieser Loge. Doch eine ganze Reihe anderer Gruppierungen berufen sich auf Crowley als geistigen Ahnherrn.
So wurde die "Gnostisch-Katholische Kirche, die im Gasthof Rose in Stein/AR/Schweiz eine "Abtei Thelema" errichtet hat, begründet; weitere sind: der "Ordo Illuminatorum", der "Ordo Templis Orientis", die "Fraternitas Rosicruciana Antiqua" u.a.m.

Bei der Darstellung des Satanismus muss man zwischen der "harten" und "weichen" Gruppen unterscheiden; bei der Beurteilung ist ein Hauptkriterien die Gewaltakzeptanz gegen Tier und Mensch.
Zu den "harten" neosatanistischen Gemeinschaften zählt z.B. die kalifornische Gruppe der "Church of Satan", die La Vey, Rauptierdompteur und Absolvent einer Polizeiakademie 1966 in den USA begründete. Besucher des "Black House" waren Prominente wie Jayne Mansfield, Roman Polanski und Samy Davies junior.
Charles Manson wurde bekannt durch satanistische Rituale, bei denen Tieropfer wie auch Kindesmisshandlung stattfanden. In der "Solar Lodge" fand eine rituellen Opferung von 8 Menschen zwischen dem 25.7.1969 und dem 9.8.1969 statt; Sharon Tate, die schwangere Frau von Roman Polanski, wurde damals getötet.

Als nahezu harmlose "Jahrmarktsatanistinnen" erscheinen auf diesem Hintergrund die "Hexen" Ulla von Bernus aus Rotenburg (Fulda) oder Hannelore Selzer aus Ludwigshafen, die als Berufssatanistinnen mit ihren rituellen Ferntötungen, für die sie recht hohe Honorare fordern, (von den Gerichten wurde dies als "strafloses Wahndelikt" (Der Spiegel, 33/1985) eingestuft) bekannt wurden. Im deutschsprachigen Raum feiern sie ihre Rituale und bieten Einführungskurse in schwarze Magie an. Zu dieser Softszene gehören auch der Wiener Ex-Theologe und Okkultautor Josef Dvorak oder der in St. Gallen wohnende Akron alias C.F.Frey, bekannt geworden durch sein Buch ´Baphomet´ und mit ihrem Aktionstheater satanistischer Rituale oder "schwarzen Messen".

Jugendsatanismus

Doch gibt es auch – wenn auch meist überschätzt – eine satanistische Subkultur bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Meist handelt es sich um zahlenmässig kleine, lokal beschränkte Gruppierungen, die durch Vandalenakte in der Region auffallen. Seit dem Ritualmord unter Jugendlichen im westfälischen Lüdinghausen im Juni 1986 konnten solche Gruppen in den deutschsprachigen Ländern immer wieder beobachtet werden. Schwarz gekleidet, geschminkt feiern sie ihre Rituale. Gerade jüngere Menschen, die ihre Dämonen – oft von Brutalo-Videos satanistischen Inhalts abgeschaut – beschwören, benutzen diese Form als ´Ventil´ für Trotzreaktionen und lehnen sich gegen bürgerliche Moralvorstellungen auf.

Mag diese Form des Neosatanismus als modische und daher relativ kurzlebige Verlängerung des jugendlichen Protestes gelten, als ein Hilfeschrei, so wird doch an diesem wie anderen Beispielen deutlich, wie rasch der Schritt vom Tier- zum Menschenopfer getan wird und wie rasch aus dem "Spiel" mit den Dämonen tödlicher Ernst werden kann. Selbst die Polizei – zunehmend mit dieser Spielart von Jugendkultur konfrontiert – äussern sich: "Besorgniserregend!"

Was kann man tun?

Eine umfassende Aufklärung ist heute notwendig, die Entlarvung von Tricks und Betrug ebenso wie die sachliche Betrachtung und Interpretation tatsächlich vorkommender paranormaler Phänome. Aber auch jene seelsorgerliche Hilfe, wo Menschen in Not, in der Krise sind, weil sie Angst haben, sich ohnmächtig fühlen, sich vom "Bösen" betroffen fühlen, wird – zu Recht – von uns als Christen gefordert wird; doch müssen auch deutliche Grenzen gezogen und Massnahmen ergriffen werden, wo das Negative überhand gewinnt und Menschen bedroht oder ihnen geschadet wird.

Wenn Hilfen gesucht werden

Für die Beratung und Begleitung von Betroffenen Menschen sind Angehörige, kirchliche Beratungsstellen wie Staat und Gesellschaft herausgefordert. Dabei zeigt sich, dass die Jugendlichen und Erwachsenen, die in den Sog des Satanismus gezogen wurden, oft Einzelgänger und gesellschaftliche Aussenseiter mit wenig sozialen Bezügen sind, die in gerade dieser Szene ihren Protest gegen eine Gesellschaft gelebt haben, die ihnen keinen Platz gibt. Sie sozial zu integrieren ist daher häufig sehr schwierig.

Dazu kommt, dass ein Ausstieg ohne entschlossene Hilfe und Schutz von aussen so gut wie nicht möglich ist. Drohungen, Einschüchterungen durch massive Gewaltandrohung wie das ´Kriminell machen´ der Mitglieder in diesen Gruppen schafft schwerwiegende Ängste vor den Reaktionen und der Rache der Gruppe, aber auch vor den Folgen begangener Straftaten durch Polizei und den gesellschaftlichen Behörden. Häufig sind aussteigewillige Jugendliche und Erwachsene suizidgefährdet.
Bei Ritualen und in der Gruppe gemachte Erfahrungen, die zu schweren psychischen Schäden von Aussteigern führen können, erfordern fachliche wie therapeutische Hilfe.

Dies führt nicht nur zur Ratlosigkeit von Eltern und Angehörigen, die "aus allen Wolken fallen", wenn sie erfahren, dass ihr Sohn/ihre Tochter in satanistischen Kreisen verkehrten. Wenn sie mit dessen massiven Ängsten und dem durch Angst ausgelösten Stillschweigen konfrontiert werden oder gar damit, dass ihre Kinder in solchen Gruppen straffällig wurden, sind sie und oft auch Fachpersonen ratlos, wie sie in solchen Fällen vorgehen sollen.

In der Beratungsarbeit ist einerseits die individuelle Perspektive des einzelnen Ratsuchenden ins Zentrum zu stellen, seine individuelle Geschichte und seine von ihm gemachten Erfahrungen mit satanistischen Ritualen und Praktiken. Wieweit er nur Opfer einer satanistischen Clique war oder wieweit er aktiv mitgewirkt und Straftaten begangen hat, ist ebenfalls abzuklären. Im offenen Gespräch sollte dabei das tatsächliche Geschehen eruiert werden. Erst wenn die Wirklichkeit der Ereignisse sichtbarbar geworden ist, kann sinnvoll über die mit den Ereignissen verbundenen Gefühle diskutiert und therapeutisch aufgearbeitet werden. Dabei ist zu bedenken, dass oft ein Ausstieg nur durch einen radikalen Wechsel des sozialen Umfeldes und des Ortes möglich ist (Schutzmassnahme).

Neben der Schaffung eines neuen sozialen Umfeldes sollten dem jeweiligen Aussteiger auch Möglichkeiten aufgezeigt und angeboten werden, das Leben aktiv zu gestalten. Die Auseinandersetzung mit den Fragen von Gut und Böse, die Hilfe zu einer Ethik, die vernunftorientiert ist, die Aufklärung über den Umgang mit paranormalen Phänomenen sind weitere wichtige Punkte.
Daneben sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben der Prävention und Beratung in Schule und Elternbildung wie auch der Behörden notwendig. Aufklärung über den Jugendsatanismus in Religions- und Lebenskundeunterricht, die Entzauberung des Gruselig – Okkulten, aber auch eine Wiederbesinnung auf die ethischen Gesetze der Gesellschaft wie des Christentums und deren positive Annahme ist dabei von Bedeutung. Denn jeder Jugendliche und Erwachsene kann heute in den Sog des Satanismus geraten, wenn der kulturelle Einfluss der Okkultrockszene mit ihren gewaltverherrlichenden Tendenzen oder die gruselig-teuflischen Filme die Neugier zur ´satanistischen Horizonterweiterung´ wecken. Auch ist der Satanismus mit seinen verschiedenen Varianten ein Angriff auf die Grundwerte der Gesellschaft. Es ist eine Protestkultur, die einen Markt geschaffen hat, der einen Verbraucherschutz nötig macht. Denn wenn Hass auf die Gesellschaft oder auf das Christentum mit Hilfe von Ritualen und Symbolen des Bösen gelebt wird, sollte man Möglichkeiten haben, solchen Marktmechanismen wirksam zu begegnen.
Zu guter Letzt stellt sich mit dem Satanismus die Frage nach der christlichen Identität. Wer sind wir, wenn wir Christen aus falsch verstandener Toleranz oder innerer Verzagtheit den Rückzug aus der Gesellschaft antreten. Wie begegnen wir dem Satanismus aus der Erfahrung mit jenem Gott, der den Menschen liebt? Wir können diese Fragen beantworten, wenn wir auf die Stimme und das Tun Jesu Christi achten, seinen liebevollen Umgang mit Menschen, die vom Bösen in Besitz genommen waren und seinem Sieg über die Mächte der Finsternis.

Joachim Müller, Balgach

Quelle: Infosekten, 17.05.2001

Donnerstag, 17. Mai 2001

 
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