Sektenflyer
New Age aus christlicher Sicht

Von Gerichten und Gerüchten

Neues von "Fiat Lux"

Der vom Tieftrancemedium "Uriella" alias Erika Bertschinger-Eicke geleitete "Orden Fiat Lux" kommt nicht aus den Schlagzeilen, und dies weder in der Schweiz noch in Deutschland.

Vor dem Amtsgericht Waldshut-Tiengen (Baden-Württemberg) gelang der Sekte ein Etappensieg in der Auseinandersetzung mit dem örtlichen Tierschutzverein. Dieser hatte "Uriella" für den Bau eines Tierheims in bedenklich naiver Weise um Spenden gebeten. "Fiat Lux" hatte daraufhin 20 000 DM überwiesen, ausserdem waren rund 220 Sektenmitglieder dem Tierschutzverein beigetreten, darunter "Uriellas" Ehemann "Icordo" alias Eberhard Bertschinger-Eicke. Bei rund 400 Vereinsmitgliedern stellte "Fiat Lux" damit die Mehrheit, was der Vereinsführung zunehmend unangenehm wurde. Zudem wurde sie von der Stadt Waldshut-Tiengen, die für den Tierheimbau finanziell bürgen wollte, aufgefordert, ihr Verhältnis zu "Fiat Lux" zu klären. Um die städtische Bürgschaft nicht zu gefährden, schloss der Verein alle Sektenmitglieder aus. "Icordo" erachtet diesen Ausschluss jedoch als nichtig und forderte die Einberufung einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung, was aus Furcht vor der quantitativen Dominanz der "Fiat Lux"-Anhänger von der Vereinsführung abgelehnt wurde. Vor dem Amtsgericht gelang es "Icordo" nun, die Einberufung der Mitgliederversammlung durchzusetzen. Die Richterin kam zu dem Schluss, dass die Sektenmitglieder weiterhin dem Tierschutzverein angehörten und deshalb berechtigt seien, eine ausserordentliche Mitgliederversammlung zu fordern, die dann die endgültige Entscheidung über den Ausschluss fällen soll. Wie diese Entscheidung ausgehen wird, ist angesichts der Zahlenverhältnisse schon jetzt ziemlich sicher - "Icordo" wird es ein Leichtes sein, alle Anhänger zu mobilisieren, so dass der Ausschluss keine Mehrheit finden dürfte. Angesichts dieser für die Tierschützer völlig verfahrenen Situation versucht nun ihr Rechtsanwalt, mit "Icordo" einen Kompromiss auszuhandeln. Das Ganze ist ein sehr anschauliches Lehrstück für die Notwendigkeit, im Umgang mit Sekten grosse Vorsicht walten zu lassen. Leider wird es vom Tierschutzverein bis heute versäumt, sich von einem kirchlichen Sektenbeauftragten beraten zu lassen.

Doch auch in der Schweiz sorgt "Uriella" weiter für Wirbel. Im Rahmen einer Gesundheitssendung im Schweizer Fenster von Sat 1 unterzog sie sich einer Untersuchung, die ergab, dass sich in ihrem Urin Spuren von roten Blutkörperchen befinden, was auf eine Krebserkrankung hinweisen kann. Die Schweizer Boulevardzeitung "Blick" fragte denn auch mit grosser Schlagzeile, ob "Uriella" Krebs habe. Offenbar setzte dieser Verdacht "Fiat Lux" unter erheblichen Druck. Jedenfalls traten schon zwei Tage später "Icordo" und "Uriellas" Vertraute "Lumiera" in einem anderen Schweizer Fernsehsender auf und erhoben dabei heftige Vorwürfe gegen den Moderator der Sat 1-Gesundheitssendung, Dr. Samuel Stutz. Er habe "Uriella" zum Thema "Rohkost" in die Sendung eingeladen. Von einem Gesundheitscheck sei nie die Rede gewesen. Warum sich "Uriella" dann darauf eingelassen habe, liessen "Icordo" und "Lumiera" offen und argumentierten ziemlich widersprüchlich: Einerseits behaupteten sie, jeder gesunde Mensch habe Blutspuren im Urin, andererseits verdächtigten sie Sat 1, die Urinprobe einer anderen Person analysiert zu haben, was jedoch nur Sinn machen würde, wenn das Testergebnis doch nicht so harmlos war. Bemerkenswerterweise verbot "Fiat Lux" Dr. Stutz unter Androhung einer Klage, das Testergebnis publik zu machen. Fazit: "Fiat Lux" konnte sich wieder einmal als "Opfer" der bösen Welt darstellen. Eine gewisse Unruhe war jedoch v.a. "Icordo" anzumerken, der zu begreifen schien, dass nur schon das Gerücht, seine Gattin habe Krebs, ihrem Nimbus der kerngesunden und unfehlbaren Heilerin abträglich sein könnte. Das Gerücht, "Uriella" leide an Krebs, kursiert übrigens schon länger.

Ärgerlich und bedenklich ist an der ganzen Angelegenheit, dass ausgerechnet "Uriella", die nachweislich schön öfters falsche medizinische Diagnosen gestellt hat und auch sonst höchst fragwürdige medizinische Theorien vertritt, ausgerechnet in einer sogenannten "Gesundheitssendung" auftreten darf. Die quotenverheissende Attraktivität des Skurrilen lässt vor allem Schweizer Medienredaktionen immer wieder gerne übersehen, dass es sich bei "Uriella" nicht einfach um eine Schweizer Prominente handelt, sondern sie die Chefin einer Sekte ist, in der schon einige Personen psychisch und durch die dubiosen "Heilkünste" auch physisch zu Schaden gekommen sind.

Christian Ruch, Zürich

Quelle: Infosekten, 12.06.2001

Dienstag, 12. Juni 2001

 
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