Sektenflyer
New Age aus christlicher Sicht

Neuapostolische Kirche erkennt Taufen anderer christlicher Kirchen und Glaubensgemeinschaften an

Die Neuapostolische Kirche (NAK) setzt ihren Reformprozess fort. Wie jetzt bekannt wurde, erkennt sie ab sofort die Taufe anderer christlicher Kirchen und Glaubensgemeinschaften an.
In einer Presseerklärung der NAK heisst es dazu:
"Neu am Taufverständnis der Neuapostolischen Kirche ist die vollständige Anerkennung der in anderen christlichen Kirchen vollzogenen Taufhandlung. Weil die Taufe eines Menschen künftig als Gnadenmitteilung Gottes und Näheverhältnis zu ihm aufgefasst wird, werden alle getauften Menschen als Christen verstanden. Voraussetzung für die Anerkennung ist die formgerechte Spendung, d.h. die Taufe muss rite vollzogen worden sein: Im Namen des dreieinigen Gottes und mit Wasser. Taufen der Zeugen Jehovas und der Mormonen erkennt die Neuapostolische Kirche daher nicht an. Bestehen bleibt die neuapostolische Lehre von der Wiedergeburt als Kombination von Taufe und Versiegelung."
Das Originaldokument der NAK zu dieser Frage ist unter
http://www.nak.org/download/stellungnahme-taufe-versiegelung-de-240106.pdf abrufbar.

Dazu ein Kommentar von Dr. Andreas Fincke von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Berlin:
"Bisher wurde die Taufe anderer christlicher Gemeinschaften seitens der NAK lediglich als ein nur "für diese gültiges" Sakrament betrachtet. Jetzt erkennt die NAK an, dass Gott selbst in der Taufe handelt - ihre Gültigkeit hängt also nicht von der handelnden Person ab und die Taufe bedarf auch keiner "Bestätigung" durch einen NAK-Apostel, wenn jemand, der z. B. in der römisch-katholischen Kirche getauft wurde, später neuapostolisch wird. Voraussetzung für die Anerkennung der Taufe ist die formgerechte Spendung im Namen des dreieinigen Gottes und mit Wasser. Folglich wird die NAK auch in Zukunft Taufen der Zeugen Jehovas oder der "Kirche Jesu
Christi der Heiligen der Letzten Tage" ("Mormonen") nicht anerkennen - was sachgemäß ist.
Ferner hat die NAK ihr Verständnis von Heil und Exklusivität präzisiert. So legt man Wert auf die Feststellung, dass die NAK zwar eine exklusive Gemeinschaft sein möchte, indem sich die in der NAK versiegelten Christen als "Braut Christi" verstehen, man verzichtet aber auf einen Absolutheitsanspruch. Gott bietet im Endgericht allen Menschen Heil und Erlösung an, auch wenn sie nicht Mitglied in der NAK gewesen sind. Die NAK bleibt jedoch dabei, dass in der irdischen Welt das Apostelamt heilsnotwendig ist.
Die jüngsten Lehrkorrekturen sind zu begrüßen, weil die NAK damit von Sonderpositionen abrückt. Dennoch besteht für eine "ökumenische Euphorie" kein Anlass. Es war ein Anachronismus, dass die NAK die Taufe der ökumenischen Kirchen bislang nur für eingeschränkt gültig erklärte, zumal diese die Taufe der NAK schon seit längerer Zeit anerkennen. Auch war es anmaßend, anderen Christen den Zugang zum Heil abzusprechen. So gesehen bedeuten die jüngsten Korrekturen einen Schritt zur Normalität, nicht mehr, aber auch nicht weniger."

Quelle: Infosekten, 27.01.2006

Freitag, 27. Januar 2006

 
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