Sektenflyer
New Age aus christlicher Sicht

Hintergrundinformationen zum Thema "Exorzismus"

Inhalt:
• Der aktuelle Anlass: der Film „Exorzismus von Emily Rose“
• Exorzismus - Rückkehr zum Irrationalen
• Exorzismus als Abwehr des Bösen?
• Der Exorzismus in der römisch katholischen Kirche
• Einige theologische Voraussetzungen
• Änderungen seit dem 2. Vatikanischen Konzil (Liturgiereform)
• Exorzismus - Liturgie zur Befreiung vom Bösen
• Das Rituale Romanum von 1614
• Auf dem Weg zu einer neuen "Liturgie"
• Exorzist - eine besondere Beauftragung
• Das Gespräch mit den Humanwissenschaften
• Verbot des Kleinen Exorzismus 1985
• Der neue Exorzismus 22. Nov. 1998
• Instruktion über die Gebete um Heilung durch Gott vom 14.Sept. 2000
• Exorzismus wird trotzdem ausgeübt
• Notwendigkeit einer ganzheitlichen therapeutischen Hilfe

Am 24.11. 05 startete der amerikanische Film „Der Exorzismus von Emily Rose“.

Erzählt wird die Geschichte der jungen Studentin Emily Rose (Jennifer Carpenter), die fürchterliche Visionen und krampfartige Anfälle hat. Der Vertreter der katholischen Kirche entscheidet auf Besessenheit und lässt Pater Moore (Tom Wilkinson) das Ritual des Exorzismus, die Liturgie zur Befreiung vom Bösen durchführen. Dieses führt tragischer Weise zum Tod Emilys. Die Staatsanwaltschaft klagt Pater Moore der fahrlässigen Tötung an. Die skeptische Anwältin Erin Bruner (Laura Linney) versucht, die Unschuld des Geistlichen zu beweisen und die Wahrheit herauszufinden. Im Laufe des Prozesses zeigen sich die Schwierigkeiten: War Emily tatsächlich besessen oder litt sie an einer schweren Krankheit.
Hintergrund bildet der „Fall Klingenberg“: Bischof Stangl, Würzburg, erteilte Pater Arnold Renz 1975 den Auftrag, den Exorzismus an der jungen Studentin Anneliese Michel durchzuführen. Diese stirbt am 1.7.1976 an den Folgen. Am 13. 7.1077 wird die Anklageschrift zugestellt und am 21.4.1978 das Urteil gefällt: 6 Monate Haft, ausgesetzt auf 3 Jahre zur Bewährung an die Eltern der Anneliese Michel, an Pfarrer Ernst Alt und Pater Arnold Renz. Es erlangt im Juli 1978 Rechtskraft. Die Ergebnisse der interdisziplinären Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz, die im Anschluss an den Fall Klingenberg unter dem Vorsitz des heutigen Kardinal Lehmann fliessen in die Neukonzeption der neuen Liturgie zur Befreiung vom Bösen 1999 ein.

Exorzismus - Rückkehr zum Irrationalen?

Als 1973 in William Friedkians "Der Exorzist" das scheinbar intakte bürgerliche Idyll kleinbürgerlicher amerikanischer Familien heimsuchte, Linda Blair als von Satan besessenes Monster Veitstänze aufführte, eine fäkalisch-dämonische Sprache aus ihrem Mund Menschliches und Göttliches verhöhnte, löste dieser diabolische Spuk eine Welle abergläubischer Hysterie aus. Christen unterschiedlichster Kirchen protestierten. Dieser Horrorfilm erschien als Wiedergeburt urchristlicher Mythen, in denen die Inkarnation des Bösen über die Vernünftigkeit des zwanzigsten Jahrhunderts zu triumphieren schien.
Der Film „Der Exorzismus von Emily Rose“ hebt sich wohltuend von diesem Horrorfilm ab, da das gerichtliche Prozessgeschehen im Mittelpunkt die Rahmenhandlung des Filmes bildet. Die Frage nach einer natürlichen Erklärbarkeit der Phänomene werden thematisiert, bleiben offen und werden als Frage an die Zuschauer weitergegeben. Er stellt Pater Moore als Seelsorger sympathisch und glaubwürdig dar: er will einem gequälten Menschen helfen, bei dem die ärztliche wie psychiatrische Kunst versagt hat.

Wer spricht noch von Teufel und Co.?

Der "Herr der Finsternis", der Antichrist, das "Tier 666", das/der Böse schlechthin, wurde im Film aktuell. Beginnend mit Rosemaries Baby über die Trilogie Omen zu Luzifer Rising, The Outing, End of Days, Im Auftrag des Teufels, Teuflisch und Little Nicky u.v.a.m. eroberte es/er sich in der Folge in der Filmwelt einen neuen Platz. Parallel dazu schien im Songreperetoire der Hard- und Heavy-/Death-Metal Formationen der Teufel die Rockmusik in seinen Klauen zu haben. Offene Provokationen werden bei den Auftritten der Bands, den Videoclips, durch das Outfit und Verhalten der Anhänger dieser Szene gewollt.
Auch wenn die eigentliche Okkultwelle Jugendliche und Erwachsene in den deutschsprachigen Ländern ihren Höhepunkt in den 80iger Jahren erreichte, so erklärte der Autor des "Exorzist", William Peter Blatty, bereits damals zurecht:" Ich bin überzeugt, dass die jungen Leute sich mitten in einer Wende vom extremen wissenschaftlichen Materialismus zum Mystizismus befinden."
Bis heute wird in der postmodernen Szene vor allem der negative Protest gegen Gesellschaft und Religion durch die Zuflucht zum Aberglauben begleitet. Schwarzmagische Zirkel und die okkultorientierten Subkulturen der Hexen und Satanisten, der den Naturreligionen angehörige Voodoo und das neuheidnisch Germanen- und Keltentum, sind in ihrer Vielzahl, meist als kleine Gemeinschaften, in der Schweiz präsent. Sie bieten scheinbar das Faszinierende am Gruseln und an verborgener Macht. Sie bleiben verborgen durch die gebotene Arkandisziplin der Gruppen. Sie bieten einen Ausgleich für Schuld- und Minderheitskomplexe nicht nur Jugendlichen, sondern auch Erwachsenen an. Es sind Möglichkeiten, wider den alltäglichen Frust mit Gewalt und unheimlichen Mächten und Ritualen vorzugehen. Welch idealer Nährboden für okkulte Sektierer, die ihre Umwelt schockieren wollen.

Exorzismus als Abwehr des Bösen?

Auf der anderen Seite haben sich die Gegner dieser Szene gleichfalls organisiert, nachdem der "Teufel" die "Schlupflöcher unserer Kultur" entdeckt hat und Menschen wieder zunehmend Ängste erfahren. Menschen fühlen sich vom Bösen bedroht, von Dämonen in Besitz genommen, von ihnen Böses wollende Menschen "verhext". Selbst moderne Märchen wie Harry Potter werden mit dem Okkultverdacht als Machwerk des Teufels bezeichnet. Der magische Kreis hat sich in der Postmoderne wieder gebildet.
So entdecken christliche Fundamentalisten der römisch-katholischen wie der freikirchlerischen und pfingstlerischen Kirchen die Abwehrmechanismen des Mittelalters wieder. Aber auch weissmagische Kreise oder aus den afroamerikanischen Religionen kommende Priester und Priesterinnen bieten heute Menschen, die sich vom Bösen betroffen fühlen, ihre Hilfe an. Der Exorzismus als Abwehrritual gegen das/den Bösen ist wieder aktuell und in der Schweiz - meist im Heimlichen - auch von unterschiedlichsten Kreisen praktiziert.

Der Exorzismus in der römisch-katholischen Kirche

Dass gerade die Durchführung dieses Rituals lebensgefährlich werden kann, wurde durch den Exorzismus, der 1976 zum Tod der 23jährigen Pädagogikstudentin Anneliese Michel im fränkischen Klingenberg durchgeführt wurde, erfahrbar. Dieser Todesfall führte in den deutschsprachigen Diözesen der römisch-katholischen Kirche zur Forderung nach einer gründlichen Reform des Exorzismus.
Auch in Rom erfolgten für die Weltkirche wichtige Schritte: 1985 verbot die Kongregation der Glaubenslehre den Kleinen Exorzismus. Es wurden Kommissionen eingesetzt, die den "Exorzismus", das Rituale Romanum von 1614, der sowohl theologisch wie psychologisch-medizinisch als bedenklich eingestuft wurde, überarbeiteten. Gefordert wurde von der Kommission der deutschen Bischofskonferenz z.B. eine intensive Zusammenarbeit zwischen Seelsorge, Psychotherapie und Medizin. Deutlich gemacht wurde z.B., dass die Gefahr besteht, dass multiple Persönlichkeitsspaltungen (Schizophrenien) durch das Befragen und die Benennung von Dämonen- oder Teufelsnamen, wie im Film "Der Exorzist" dargestellt wird, erst ausgelöst werden können. Ebenfalls wurde darauf aufmerksam gemacht, dass eine magisch erscheinende Form des Exorzismus als "Geister- oder Teufelsbeschwörung" fehl am Platz ist.
Der Katholische Erwachsenenkatechismus definiert: "Wenn die Kirche amtlich und vollmächtig im Namen Jesu Christi um den Schutz vor den Anfechtungen des bösen Feindes und um Befreiung von seiner Macht bittet, spricht man von Exorzismus. Jesus selbst hat ihn geübt (vgl Mk 1, 25 u . ). In einfacher Form wird der Exorzismus bei der Taufe, bei der Weihe des Weihwassers u.a. gebraucht. Der feierliche, sogenannte grosse Exorzismus darf nur mit Erlaubnis des Bischofs vorgenommen werden. Dabei ist mit Klugheit und Nüchternheit streng nach den von der Kirche aufgestellten Kriterien vorzugehen. In keinem Fall ist der Exorzismus ein Ersatz für ärztliche Bemühungen" (Katholischer Erwachsenenkatechismus, hg. Deutsche Bischofskonferenz, Bonn 1985, 328f.).
In einfacher Form haben wir einen Exorzismus in der Vater unser Bitte „und erlöse uns von dem Bösen“, in der Taufe, bei der Weihe des Weihwassers u.a.. Der feierliche, sogenannte Grosse Exorzismus darf nur nach entsprechenden Abklärungen mit Erlaubnis des Bischofs vorgenommen werden (s.o.).
Exorzismus (Exhorkizo (griech.) von horkos: Eid, Schwur, bedeutet: Beschwörung) ist ein Sakramentale: mit Gebeten und rituellen Handlungen wird unter Anrufung der Macht Gottes die Abwehr des Bösen erfleht. Verstehen könnte man den Exorzismus auch als eine "Therapieform", die "den Anspruch erhebt, sowohl Glaubensprobleme (Wer oder was ist das Böse und wie kann ich es überwinden?) als auch psychophysische Krankheiten (Epilepsien, Psychosen) zu ´heilen´ (Niemann, 781).

Theologische Voraussetzungen

Bedingt durch das biblische Zeugnis hält die römisch katholische Kirche grundsätzlich an der Möglichkeit der "Besessenheit" und der damit verbundenen Lehre über die Existenz dämonischer Mächte als zum Glauben gehörig fest. In diesem Sinne kann sie sich auf die Bibel berufen: Jesus treibt Dämonen aus - heilt psychische Kranke, deren Krankheit auf Dämonen zurückgeführt werden. Und er erteilt den 12 Jüngern die Vollmacht "damit sie predigten und mit seiner Vollmacht Dämonen austrieben" (Mk 3,15) und "diese Art (unreiner Geister) kann nur durch Gebet (und Fasten) ausgetrieben werden" (Mk 9,29).
In diesem Sinne hat die Kirche die von Christus empfangene Gewalt - Dämonen auszutreiben - ausgeübt. Denn sie sieht den Weg der Christ Werdung als geistlichen Kampf gegen die Macht des Bösen an. Die theologische Erklärung des Exorzismus bedarf jedoch einer "sorgsamen Situierung vom Ganzen des Glaubens". Auch stellen sich - gerade in der säkularisierten Welt und im soziokulturellen Umfeld des deutschen Sprachraums heute die Fragen: Was sind "unreine Geister", "Dämonen", "böse Geister" und wie kann das "Wirken des Bösen" (des Teufels, Satans, der alten Schlange Luzifers) erkannt werden? Was ist das /der metaphysische Böse und wie ist er von den natürlichen Erfahrungen der Übel dieser Welt (Seuchen, Naturkatastrophen) oder den Bosheiten des Menschen wie Hass, Neid, Folter, Mord, Krieg u.s.w. zu unterscheiden?

Dabei ist festzuhalten, dass das biblische Gottesbild keinen Dualismus zulässt. Das Böse kann daher niemals eine eigenständige Gegenmacht gegen Gott sein, sondern es hat bleibend einen oder mehrere geschöpfliche Träger. Das Böse hat immer seinen Ursprung auch in der Freiheit des Geschöpfs, das von Gott gut geschaffen sich in Freiheit von ihm abwendet und sich damit zum Bösen hinwendet. Als Schöpfer bleibt Gott aber der Herr gegenüber dem Bösen und kann als solcher auch der Retter und Erlöser vom Bösen sein. Bedingt durch die Freiheit des Geschöpfes, durch die das Böse in die Welt kommen kann, darf eine Annahme der dämonischen Mächte als kosmische Kräfte, die einen Weltbezug analog demjenigen von Leib und Seele haben, daher nicht die sittliche Freiheit und Verantwortung des Menschen zudecken weder nach der negativen (Sünde und Unglaube) noch nach der positiven (Glaube und Leben aus dem Glauben) Seite.

Exorzismus – Liturgie zur Befreiung vom Bösen

In den neuen liturgischen Büchern seit 1968, sowohl im deutschen wie auch im römischen Benediktionale gibt es keine Exorzismen mehr. Ihre Stelle nehmen teilweise Gebete ein, andere wiederum sind ersatzlos gestrichen worden. Auch in der Taufliturgie blieben nur deprekativische Gebete mit neuen Texten (Bitte um Schutz vor dem Bösen; Absage an Satan und seine Werke), die jedoch irreführenderweise mit "Exorzismus" oder "Exorzismusgebete" überschrieben wurden. Dies trifft auch auf das Gebet über dem Taufwasser zu.
Bis 1969 enthielt die Taufliturgie einen längeren antidiabolischen Passus in imperativer Formulierung. Der neue Text der Taufliturgie (1969 für Kinder; 1972 für Erwachsene und Kinder im Schulalter) und die Gebete über das Wasser enthalten nun keine antidiabolischen imperativisch formulierten Textstellen mehr. Seit 1972 kann jedoch die jeweilige Bischofskonferenz in Regionen, in denen magische Praktiken und/oder Geisterverehrung zum Alltagsgeschehen gehören (in Afrika, Lateinamerika z.B.), beschliessen, einen Exorzismus in den Taufritus einzufügen.

Ebenfalls wurden Sachexorzismen (Weihwasser, Salz, Chrisam, Katechumenen und Krankenöl) u.a. ersetzt durch Gebete, in denen der Schutz vor "Anfechtungen des Bösen" erbittet wird.

Der Aufbau des Exorzismus nach dem Rituale Romanum von 1614

Exorzismus ist heute zu verstehen als "Liturgie zur Befreiung vom Bösen", d.h. eines Gottesdienstes für einen Menschen, der sich von der Macht des Bösen in besonderer Weise betroffen fühlt. Gemeint sind dabei Menschen, die zu einem Seelsorger kommen und ihn bitten, dieser möge in einer spezifischen Situation mit ihm beten oder Gottesdienst feiern. Aus der Gnade Gottes soll durch die Befreiung vom Bösen neues Leben erwachsen. Dies lässt sich jedoch nicht durch "Exorzismus" magisch (z.B. Geisterbeschwörung) erzwingen.
Daher ist die seit dem Mittelalter in der Westkirche anzutreffende imperative Form, ebenso wie das insistierende Befragen nach den Namen der sog. Teufel und Dämonen - wie sie im Exorzismus des Rituale Romanum von 1614 formuliert - theologisch wie psychologisch bedenklich, auch wenn das faktisch existierende Böse aus theologischen wie psychotherapeutischen Gründen nicht verdrängt werden darf. (Vergessen wir nicht, dass sich gerade zu dieser Zeit der Hexenwahn in den deutschsprachigen wie europäischen Ländern immer stärker ausbreitete und die Literatur dämenologische Anschauungen und exorzistische Riten z.B. durch Werke wie Hexenhammer (Malleus Maleficarum 1487; in dieser Zeit mehrfach gedruckt) oder die exorzistischen Werke von Girolamo Menghi (Dämonengeissel 1576; Dämonenkeil 1584, Italien) Verbreitung gefunden und Fernwirkung erzielt haben.)
So können - psychotherapeutisch gesehen - durch die Nennung von Dämonennamen/ Namen der Teufel multiple Persönlichkeitsspaltungen (Schizophrenien) oft erst geschaffen werden. Denn diese stehen in einem unmittelbaren Zusammenhang mit vorausgesetzten anthropomorphen Dämonenvorstellungen und verstärken diese.
Theologisch wird der Exorzismus als ein Geschehen gedeutet, in dem sich das Reich Gottes verwirklicht und Jesus Christus (durch den Exorzisten) als Arzt wirkt.

Das Rituale Romanum von 1614

Das erste offizielle Rituale Romanum von 1614 ist das Letzte im Auftrag des Trienter Konzil herausgegebene liturgische Buch; es enthielt die damals längst üblichen Exorzismen in der Feier der Taufe (Kinder- und Erwachsenentaufe). Es enthielt als letztes Kapitel den Titel „Wie man vom Dämon besessene exorzieren soll“ („De exorcizandis obsessis a daemonia“).
Dieses Buch, zuletzt 1954 in einer erneuerten und angepassten Fassung erschienen, enthält in seinem Titel "De exorcizandis Obsess. a daemonio" neben der Grossen Litanei, den Psalmen 54, 91, 68, 70, 54, 118, 35, 31, 22, 3, 11, 13), Magnificat, Benedictus, Lesungen (Joh 1,1 14; Mk 16, 15 18; Lk 10, 17 20; Lk 11, 14 22), Pater Noster, Ave (wiederholt), Credo Nicaenum und Athanasianum u.a. folgende alte Texte und Gebete: Deus cui proprium (Greg.851, pro peccatis), Exorzismus Praecipio tibi (Rituale Romanum Gregori XIII des Kardinal Santoro, gedruckt 1584 1602 als Vorarbeit des Rituale Romanum) u.a.m..

Der Aufbau des Exorzismus nach dem Rituale Romanum von 1614:

Eröffnung:
Allerheiligenlitanei - Antiphon - Pater noster Psalm 54 - Kreuzeszeichen - Salutatio - Gebet zur Eröffnung - Gebet gegen den Teufel - Anrede an den Teufel
1. Hauptteil:
Wortgottesdienst: 4 Lesungen aus dem Evangelium
2. Hauptteil:
Exorzismus: Salutatio - Vorbereitungsgebet, an Christus gerichtet - Kreuzversikel - Gebet: Anrufung des Namen Gottes - 1. Exorzismus -
Salutatio - Gebet (um Schutz und Stärkung des Besessenen) - 2. Exorzismus - Salutatio - Gebet (unterschiedliche Inhalte: Heilige, Schöpfer) - 3. Exorzismus (wird nach Bedarf wiederholt) -
Pater noster, Ave Maria, Credo, Magnificat, Benedictus, Psalmen als
mögliche zusätzliche Gebete)
Schlussteil:
Gebet um Befreiung

1925 wurde der unter Leo XIII. 1890 herausgegebene "Exorcismus in stanam et angelos apostaticos" aufgenommen, der u.a. die folgenden neuen Texte enthielt: ein Gebet zum hl. Michael, einen Exorzismus mit einer indikativischen Einleitung und den Text eines Schlussgebetes.

Auf dem Weg zu einer neuen "Liturgie"

Ein wichtiger Wandel gegenüber der früheren seelsorgerlichen Exorzismuspraxis zeichnet sich ab, dem eine Neuordnung zugrunde liegt, die in den 80iger Jahren erarbeitet und 1990 den Bischöfen zur vertraulichen Vernehmlassung zugesandt wurde. Diese Neuordnung des Exorzismus soll das Rituale Romanum von 1614, das 1954 in einer erneuerten Fassung erschien und bis in die jüngste Vergangenheit Gültigkeit hatte, ablösen.
Bereits 1985 wurden in einem Schreiben der Glaubenskongregation an die Bischöfe Richtlinien erlassen, die diesbezügliche Konsequenzen für die seelsorgerliche Praxis ziehen. "Praenotanda", die dem Modell einer solchen Liturgie vorangestellt sind, sollen die Bedingungen und Voraussetzungen darlegen. Diese sollen jedoch nicht nur theologische, liturgische und rechtliche Aspekte deutlich machen, sondern auch die aus der Sicht der Humanwissenschaften unabdingbaren Bedingungen und Voraussetzungen klären.
So wird als Voraussetzung für die Anwendung des Exorzismus eine vorausgehende Abklärung verlangt, bei der alle Möglichkeiten von Medizin und Psychologie auszuschöpfen sind. Auch darf bei Anwendung des Exorzismus eine medizinische Behandlung nicht unterbrochen werden. Wenn Angehörige eine medizinische Behandlung ablehnen, darf ein Exorzismus nicht vollzogen werden. Ebenfalls darf kein Probeexorzismus mehr ausgeführt werden. Damit wurde das Kirchenrecht CIC 1172 im Schreiben der Kongregation für die Glaubenslehre vom 29.9.1985 verschärfend ergänzt.
In schwierigen Fällen der Entscheidung, ob ein Exorzismus angewendet werden soll, ist der Ortsbischof anzufragen, bei dem die Entscheidungsbefugnis liegt und der gegebenenfalls die Möglichkeit hat, zusätzliche Gutachten von Fachleuten einzuholen.
Bei der Diskussion um den Exorzismus wird deutlich, dass es sich bei der Feststellung von Besessenheit um ein Grenzproblem handelt, das kaum sichere Kriterien zur Identifizierung kennt. Vor allem die im Rituale Romanum von 1614 genannten Kriterien (z.B. mehrere Wörter einer unbekannten Sprache sprechen oder einen in einer fremden Sprache Redenden verstehen können; entlegene und verborgene Dinge offenbaren; über das Alter und die natürlichen Anlagen hinausgehende Kräfte zeigen) scheinen wenig geeignet, das Wirken dämonischer Mächte eindeutig zu diagnostizieren.
Benannt werden daher neu andere Zeichen wie solche im Bereich des sittlichen Handelns, der Abkehr von religiösen Dingen und die Beziehungen zu den Zeichen des christlichen Glaubens und Lebens, die das Wirken dämonischer Mächte möglicherweise erkennen lassen sollen.
Grundsätzlich soll jedoch nur dann ein Exorzismus vollzogen werden, wenn ein teuflisches Wirken mit hinreichender Sicherheit zu erkennen sei. In diesem Sinn gilt auch eine deutliche Einschränkung für die Anwendung des Exorzismustextes: Nur wenn die Sicherheit gegeben ist, dass der Böse vorhanden ist, darf auch eine imperativische Form des Exorzismusgebetes gewählt werden, ansonsten ist eine deprekative Formulierung (als Bitte an Gott gerichtet) zu wählen. (Diese imperativischen Exorzismusformeln erscheinen mir problematisch, da sie den Eindruck erwecken, der Exorzist selber - statt Gott/Jesus Christus - vertreibe den unreinen Geist, besonders wenn steht: "Ich beschwöre dich...". Besser klingen die Texte, in denen es heisst: "Das befiehlt dir Jesus Christus...". Grundsätzlich sind die deprekativen Formeln vorzuziehen!)
Bei der Untersuchung hat der Exorzist auch Fälle zu unterscheiden, in denen - auch gläubige - Menschen überzeugt sind, sie oder Angehörige oder ihr Besitz seien Opfer von (schwarzer) Magie, von bösen Machenschaften oder von Verfluchung geworden. Gerade hier wissen die Verfasser des Exorzismus, wie rasch und leichtgläubig oft angenommen wird, jemand sei von einem bösen Geist besessen, wenn der Betreffende unter einer (meist psychischen) Krankheit leidet oder sich einbildet, er werde in besonderer Weise gequält oder andere dies von ihm annehmen. Diesen soll der Exorzist zwar seelsorgerlichen Beistand leisten, es ist ihm jedoch in solchen Fällen verboten, einen (Probe ) Exorzismus zu vollziehen.

Exorzist - eine besondere Beauftragung

"Exorzisten" in der römisch katholischen Kirche sind heute daher Priester, die, auf Dauer und im Einzelfall mit diesem Amt betraut, nur mit besonderem bischöflichem Auftrag diesen Gottesdienst feiern dürfen. Diese müssen sich durch Frömmigkeit, Wissen, Klugheit und untadeligen Lebenswandel auszeichnen und für diesen besonderen Dienst besonders vorbereitet werden.
Diese Priester sollten daher heute in der Regel entsprechende Kenntnisse und Erfahrungen besitzen z.B. ein Zusatzstudium in Psychologie/Psychiatrie und/oder eine entsprechende Ausbildung in psychiatrischen Kliniken erworben haben, die ihnen für die Einschätzung und Unterscheidung auch die entsprechenden Fähigkeiten geben. Dabei sollten sie sich während dieser Ausbildung auch mit den Symptomen von Geisteskrankheiten (Krankheitsbilder von multiplen Persönlichkeiten z.B. Schizophrenie u.a.) vertraut machen.

Da Seelsorger gerade bei Anfragen und der Bitte um Exorzismus oft mit solchen (Geistes )Krankheiten konfrontiert werden, ist eine Zusammenarbeit zwischen den Fachleuten verschiedener Bereiche besonders wichtig und sollte heute Voraussetzung sein. Dabei darf der Priester und Seelsorger, der gegebenenfalls den Exorzismus ausführt, jedoch nicht die Aufgabe des Mediziners oder des Psychotherapeuten übernehmen. Von diesen wiederum wird - so sie bei der Abklärung beigezogen werden - erwartet, dass sie eine entsprechende Sensibilität gegenüber geistlichen und religiösen Dingen haben. Die Notwendigkeit der Zusammenarbeit der Priester mit den Vertretern dieser Fachrichtungen - besonders bei religiös beeinflussten Phänomenen, die als Besessenheitphänomene eingestuft werden - wird von den Verantwortlichen in der Kirche durchaus gesehen und gefordert. Ebenso ist die Zusammenarbeit mit den Grenzwissenschaften (z.B. Parapsychologie) und deren Erkenntnisse über die Grenzbereiche bei der Einschätzung erwünscht.

Das Gespräch mit den Humanwissenschaften

Bereits in seinem Schreiben vom 1. April 1947, das dem Rituale von 1954 vorausging, verlangte das Hl. Offizium im Bewusstsein der Problemlage ausdrücklich eine Erweiterung des Krankheitsbegriffs entsprechend dem Stand medizinischer, neuropsychiatrischer und psychologischer Erkenntnisse. Diese Zusammenarbeit wurde auf den neuen Exorzismus hin bedingt durch entsprechende (Konflikt-)fälle, wie z. B. im deutsprachigen Raum den Fall Anneliese Michel angestrebt und in der Diskussion, die seit diesen Jahren u.a. durch die von der deutschen Bischofskonferenz eingesetzte Kommission stattfindet, trotz gelegentlicher Rückfälle in fundamentalistische vorkonziliäre Denkmuster als besonders wichtig erachtet.

Verbot des Kleinen Exorzismus 1985

Dazu gehört auch das Verbot des 1929 dem Rituale Romanum von 1614 hinzugefügten - unter Papst Leo XIII. (1890) entstandenen - Kleinen Exorzismus, der oft auch von (unqualifizierten) Laien praktiziert wurde. Diese Praxis, die auch in charismatischen Kreisen üblich wurde, wurde von der Kongregation für die Glaubenslehre 1985 verboten. Zuvor hatte Kardinal Suenens in seinem Buch "Renouveau et Puissances de ténèbres, Mechelen 1982" (dt.: Erneuerung und die Mächte der Finsternis, Salzburg 1983) auf die Fragen und Probleme aufmerksam gemacht, die sich aus exorzistischen Praktiken im Zusammenhang mit der charimatischen Erneuerung ergeben haben und die nach einer kritischen Hinterfragung (im Sinne der Unterscheidung der Geister) ebenso wie nach einem Eingreifen der verantwortlichen Kreise riefen. Im Vorwort zu diesem Buch macht Kardinal Ratzinger darauf aufmerksam, dass im Gebet um die Befreiung von den Dämonen als dem Exorzismus ähnlichen Ritual, wie es in charismatischen Kreisen praktiziert wurde, "auch erhebliche Gefahren lauern, denen nur mit einer Wegweisung von innen her", durch "pneumatische Nüchternheit" als Gabe des Hl. Geistes zu begegnen ist.

Der neue Exorzismus

Am 1. Oktober 1998 approbierte Papst Johannes Paul II. einen neuen Exorzismusritus, ein Ritual für einen Gottesdienst für einen Menschen, der sich von der Macht des Bösen in besonderer Weise betroffen fühlt. Damit hält die römisch-katholische Kirche zwar weiterhin an der Möglichkeit der Besessenheit und dem Glauben an die Existenz dämonischer Mächte fest. Doch steht nun die therapeutische Seite des Exorzismus im Vordergrund. Der Exorzismus soll als Element ganzheitlicher, heilender Seelsorge integriert werden. Neu ist der humanwissenschaftliche Zugang: es wird nun empfohlen, Psychiater und Mediziner bereits bei der Abklärung beizuziehen, wenn Menschen zum Seelsorger kommen und um Hilfe bitten. Damit sollen z.B. Krankheiten erkannt und fachgerechter Behandlung zugeführt werden. Auch ist jeder einzelne Exorzismus von der Beauftragung eines entsprechend ausgebildeten Priesters durch den Bischof abhängig.

Instruktion über die ´Gebete um Heilung durch Gott´

In der Zwischenzeit hat die Kongregation für die Glaubenslehre in Rom nachgedoppelt. Am 14. September 2000 veröffentlichte sie die "Instruktion über die Gebete um Heilung durch Gott" und wies u.a. darauf hin, dass die Exorzismusgebete des Rituale Romanum von den liturgischen und nichtliturgischen Heilungsgottesdiensten unterschieden bleiben müssen. Es sei "streng verboten, solche Exorzismusgebete in die Feier der heiligen Messe, der Sakramente oder des Stundengebetes einzufügen". Damit wird die therapeutische Sonderstellung des Exorzismus und die verantwortungsbewusste Beauftragung im Einzelfall durch den Bischof noch einmal unterstrichen.

Exorzismus wird (trotzdem) ausgeübt

Besonders gewisse fundamentalistische Kreise innerhalb der katholischen Kirche sollten diese Vorbehalte und Stopschilder berücksichtigen, wenn sie ähnlich wie Dr. Lisl Gutwenger fordern: "Treibt die Dämonen aus" oder Dämonen und Teufelsaustreibungen in der Präsentation der
"einschlägigen Erkenntnisse und Argumente der führenden Dämenologen A. Rodewyk und C. Balducci" (Elisabeth Becker, Hg., Der Exorzismus der Kirche unter Beschuss, Christiana Verlag 1996) verteidigt werden oder der Exorzismus der Annelies Michel gar zum Martyrium hochstilisiert wird.
Mit den Vorschriften und Massnahmen des neuen Exorzismus reagierte die Kirche auf Missbräuche, die u.a. auch als "wilde Exorzismen" im kirchlichen Raum vorgekommen sind (und leider trotz Verbot auch heute noch vorkommen). Ohne theologisch die Realität des Dämonischen, des Bösen zu verdrängen und das Wissen des Menschen um diese Realität und die erfahrene Bedrohung durch diese Mächte zu missachten, soll in diesem neuen Exorzismus als "Liturgie zur Befreiung vom Bösen" der Mensch mit seinen Licht und Schattenseiten und sein Glaube an einen liebenden und daher helfenden wie heilenden Gott ernstgenommen werden.

Ob die fundamentalistischen Kreise innerhalb der römisch-katholischen Kirche diese Vorbehalte und Stopschilder berücksichtigen oder ob weiterhin "wilde Exorzismen" vorgenommen werden? Finden weiterhin Exorzismuswallfahrten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz z.B. zum afrikanischen Erzbischof Milingo oder anderen Exorzisten nach Italien und Frankreich statt?
Oder übernehmen nun in der Beurteilung meist wenig qualifizierte Evangelisten der Frei- und Pfingstkirchen die Aufgabe des Exorzisten, die selbst Homosexualität durch Exorzismen "heilen" wollen? Kommen afroamerikanische Voodoopriester und –priesterinnen oder Vertreter der lateinamerikanischen Kulte und bringen ihre Rituale zur Heilung Besessener mit in die Schweiz?

Notwendigkeit der ganzheitlichen therapeutischen Hilfe

Der Film "Der Exorzismus von Emily Rose" - im November 2005 in die Deutschsprachigen Kinos gekommen, hat gezeigt - wie auch der Exorzismus der römisch-katholischen Kirche von 1999 und die beiden Kurse an der kleinen römischen Hochschule Regina Apostolorum der aus Mexiko stammenden Legionäre Christi 2004/05 verweisen auch heute noch auf ein aktuelles Faktum in unserer postmodernen Gesellschaft: Sie machen auf einen Hilferuf von Menschen aufmerksam, die sich von der Realität des Bösen betroffen glauben und die Krankheitsphänome erfahren, die sie nicht deuten können. Die Dämonen, der/das Böse ist für diese Menschen real, von ihnen erfahren. Darum dürfen Seelsorger und Psychotherapeuten sich solchen Themen nicht entziehen, auch wenn es noch so absurd und beängstigend erscheint. Dabei ist eines der therapeutischen Ziele, zu helfen, dass die Verantwortung über das eigene Dunkel, das Böse übernommen werden kann. Auch ist die persönliche Stellungsnahme: ´wer ist für mich Gott´ ; ´wer ist für mich der/das Böse´ beim seelsorglichen Gespräch wichtig.
Das Verlangen nach ganzheitlicher therapeutischer Hilfe im Zusammenwirken von Medizin, Psychotherapie und Seelsorge wie die Bitte um das Gebet muss ernstgenommen werden (auch in der Hinführung des Hilfesuchenden), ebenso die Sehnsucht nach Heil und Heilung in diesen ganz besonderen Fällen. Es ist ora et labora, Gebet, Liturgie und therapeutische Hilfe.

Weil aber auch Gläubige, die sich von der Realität des Bösen betroffen erfahren, in dieser Sache mit dem Priester/SeelsorgerIn zu beten wünschen, auf die Hilfe des guten, helfenden und rettenden Gottes hoffend, sollte das private wie gemeinsame Beten um den Schutz vor dem Bösen mitbedacht werden. Dazu sollen Christen auch ermuntert werden. Es eignet sich besonders das Herrengebet, das Vater unser; dessen letzte Bitte kann als privater "Exorzismus" verstanden werden: "Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns vor dem Bösen". Ähnliches gilt auch für das (östliche) Jesusgebet, das Herzensgebet, oder von jener schönen irischen Segens und Schutzformel: Christus sei über mir, Christus, sei unter mir, Christus sei vor mir, Christus sei hinter mir..., in der Christus wie ein Schutzwall erscheint.
Joachim Müller, 2005-12-04

Literatur zum Thema:
Annen F., Ist der Teufel ausgetrieben? Wie böse ist das Böse, hg. V. Halter H., Zürich 1988, 61 - 84.
Goodmann F., Exstase - Besessenheit - Dämonen. Die Geheimnisvolle Seite der Religion, GTB 987, Gütersloh 1997.
Haag H., Kein Ende des Teufelsglaubens. Das neue katholische Exorzismus-Ritual, NZZ 133 (1999), 66.
Instruktion über die Gebete um Heilung durch Gott. Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls 149, 14. September 2000, Bonn
Kasper W. - Lehmann K. (Hg.), Teufel - Dämonen, Besessenheit. Zur Wirklichkeit des Bösen, Mainz 1978.
Kirchschläger W., Jesu exorzistisches Wirken, Klosterneuburg 1983.
Müller J. (hg.), Dämonen unter uns? Exorzismus heute, Freiburg i. Ue. 1997.
Niemann U., Exorzismus oder/und Therapie? Stimmen der Zeit 217 (2000), 781 - 784.
Niemann U., Exorzismus oder Therapie? Ansätze zur Befreiung vom Bösen, Regensburg 2005.
Pompey H., Erlösung und Besessenheit, LS 37 (1986), 60 - 64.
Probst M.- Richter K., Exorzismus oder Liturgie zur Befreiung vom Bösen, Münster 2002.
Rituale Romanum Ex decreto sacrosancti oekumenici concilii vaticani II instauratum auctoritate Johannis Pauli PP.II Promulgatum De Exorcismis et supplicationibus quibusdam, Typis Vaticanis MIM.
Suenens L.-J., Erneuerung und die Mächte der Finsternis, Salzburg 1983.

Joachim Müller

Quelle: Infosekten, 05.12.2005

Montag, 5. Dezember 2005

 
nach oben © Dienstag, 21. November 2017, 22:13 Uhr · kath.ch/infosekten · infosekten@kath.ch