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Warnung der St. Galler Kantonspolizei: Hände weg von Schenkkreisen!

Polizeinachrichten St. Gallen, 28.4.2004 :

Hände weg von Schenkkreisen

St. Gallen: In den vergangenen Wochen sind in mehreren Kantonen der Schweiz sogenannte Schenkkreise verbreitet worden. Hierbei handelt es sich um ein gemäss Lotteriegesetz verbotenes Schneeballsystem. Wer an einem Schenkkreis teilnimmt, riskiert den Verlust seiner gesamten Einlagen und macht sich strafbar. Die Kantonspolizei St. Gallen hat auch bereits solche Schenkkreis-Veranstaltungen kontrolliert und dabei mehrere tausend Franken sichergestellt. Die Teilnehmenden können mit einer
Busse bis zu 10´000 Franken oder mit Gefängnis bestraft werden. Ausserdem kann der sichergestellte Einsatz eingezogen werden.

Wie funktioniert ein Schenkkreis? Die Initiantin eines Frauen-Schenkkreises sucht acht Kolleginnen, die bereit sind, ihr einen festgelegten Betrag "zu schenken". Dieser variiert je nach Kreis offenbar zwischen 100 und 8000 Franken. Der Schenkkreis ist in vier
Hierarchiestufen aufgeteilt. Wenn alle acht Frauen im äussersten Kreis die Frau in der Mitte (Initiantin) beschenkt haben, verlässt diese den Kreis mit ihrem "Geschenk", das bis zu 64´000 Franken
betragen kann. Der Kreis teilt sich in zwei neue Kreise auf. Die Spenderinnen rücken nun eine Stufe innerhalb des Kreises nach und es bildet sich je ein neuer Kreiskern. Die je acht freigewordenen Stellen im äussersten Kreis müssen wiederum besetzt werden und die Suche nach neuen gutgläubigen Spenderinnen beginnt von vorn.
Viele Frauen und Männer lassen sich von solchen Angeboten
mit Gewinnaussicht blenden. Systembedingt verbreiten sich die Schenkkreise sehr schnell, und mit zunehmender Anzahl von Teilnehmenden wird es immer schwieriger, neue Leute anzuwerben. Wer zuletzt kommt, erleidet einen Totalverlust.

Quelle: Infosekten, 29.04.2004

Donnerstag, 29. April 2004

 
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