Sektenflyer
New Age aus christlicher Sicht

Pfingsten in der Neuapostolischen Kirche

In den letzten Jahren ist die Bedeutung des Pfingstfestes in der Neuapostolischen Kirche (NAK) gestiegen. Seit 1981 richtet der Stammapostel jeweils ein Grußwort an seine Glaubensgeschwister. Seit 1990 werden im Abstand von je drei Jahren internationale Apostelversammlungen durchgeführt, zu denen alle aktiven Apostel eingeladen sind. Neben Stammapostel Leber sind heute weltweit 19 Bezirksapostel, 11 Bezirksapostelhelfer und 326 Apostel tätig. In diesem Jahr findet die Apostelversammlung, strategisch klug geplant, in Südafrika statt – nicht nur wegen der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft. Während nämlich die Mitgliederzahlen der NAK in Mitteleuropa rückläufig sind, steigen sie vor allem in Afrika weiterhin an. Kein Wunder also, dass deshalb der Stammapostel im zentralen Pfingstgottesdienst in dem weltweit größten Kirchengebäude der NAK in Tafelsig, Kapstadt predigt. Der Gottesdienst wird per Satellit in 100 Länder weltweit übertragen, wo ihn rund 1,2 Millionen Gläubige miterleben können.

Seit dem Pfingstfest 2005, also seit fünf Jahren leitet Leber die Geschicke der NAK. Den eingeschlagenen Weg einer ökumenischen Öffnung setzte Leber fort. Sein Leitungsstil wird als kollegial beschrieben – etwas ungewöhnlich für einen Stammapostel. Besonderes die innere Einheit der NAK liegt dem Stammapostel nach eigenen Aussagen am Herzen. Dies scheint auch dringend nötig zu sein, weil seit vielen Jahren ungeduldige Reformkräfte und traditionalistische Ströme den Zusammenhalt und die Identität der NAK bedrohen. Missverständliche Verlautbarungen, eine unbearbeitete Geschichte, ein auf sich warten lassender neuer Katechismus – der internationale Leiter der NAK hat einige Hürden zu bewältigen, um seiner Kirche ein klares Profil zu geben.

Dr. Michael Utsch, Ev. Zentralstelle für Weltanschaungsfragen, Berlin (EZW)

Quelle: Infosekten, 21.05.2010

Freitag, 21. Mai 2010

 
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