Sektenflyer
New Age aus christlicher Sicht

Bhagwan vor 20 Jahren gestorben - was ist geblieben?

Vor 20 Jahren, am 19. Januar 1990, starb Bhagwan 58-jährig unter dem selbst gewählten Namen "Osho" ("der erleuchtete Meister") in Poona. Die einstige Kommune, oft angesteuertes Ziel "erleuchtungssüchtiger Westmenschen" (Spiegel 1978), ist heute ein mehrere Hektar großes Meditationsressort mit Tennisplätzen, Schwimmbädern, Restaurants und einem Ausbildungszentrum. Dort versteht man sich als ein spiritueller Dienstleistungsbetrieb für eine internationale, vermögende Kundschaft. Spätestens seit den Rechtsstreitigkeiten 1999 um die Marke "Osho" ist deutlich geworden, wie stark die einstmals spirituell orientierten Schüler heute ökonomische Interessen verfolgen (vgl. M. Utsch: Geht die Bhagwan-Bewegung in dem alternativen Gesundheitsmarkt auf? Materialdienst der EZW, 7/2000, 238-240).

Neben Ramana Maharshi, Jiddu Krishnamurti und Sri Aurobindo war Bhagwan der populärste Guru indischer Spiritualität, dessen Schriften bis heute immer noch mit Erfolg publikumsgerecht vermarktet werden. Auch wenn manche Psychotherapeuten Bhagwan narzisstischen Größenwahn attestieren und dessen biographische Wurzeln analysiert haben, schadet das seiner Idealisierung offensichtlich nicht (S. Kakar: Freud lesen in Goa. Spiritualität in einer aufgeklärten Welt. München 2008, 13-40).

Weil Bhagwan seit 20 Jahren tot ist, werden seine Lehren - neben den Büchern - auch durch Video-Clips lebendig erhalten (http://www.homeoflife.com). Besser ist eben doch ein lebender Meister! Das macht sich auch die Satsang-Bewegung zunutze, die sich auf Ramana Maharshi (1879-1950) beruft und durch eigene Portals gute Einblicke in ihr Lebenshilfeprogramm liefert (http://www.jetzt-tv.net).

Dr. Michael Utsch, Ev. Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW), Berlin

Quelle: Infosekten, 22.01.2010

Freitag, 22. Januar 2010

 
nach oben © Mittwoch, 17. Januar 2018, 10:03 Uhr · kath.ch/infosekten · infosekten@kath.ch