Sektenflyer
New Age aus christlicher Sicht

Tom Cruise - ein Star und sein Kult

In Schweizer Kinos läuft jetzt der Film „Operation Walküre“ mit Tom Cruise als Hitler-Attentäter Graf Stauffenberg. Dass ausgerechnet der Scientology-Anhänger Cruise diesen deutschen Helden spielt, sorgt für heisse Debatten. Denn wenige Organisationen sind so umstritten wie Scientology.

Gegründet wurde Scientology vom amerikanischen Science Fiction-Autor L. Ron Hubbard (1911-1986). Er glaubte eine Psycho-Technik zur Lösung aller menschlichen Schwierigkeiten gefunden zu haben. Diese Technik namens „Dianetik“ soll es angeblich ermöglichen, alle Ängste und Probleme wie ein Computerprogramm zu löschen. Ab 1953 versuchte Hubbard aus seiner Lehre eine Religion zu machen und gründete die „Scientology-Kirche“ („Scientology“ heisst „Lehre vom Wissen“). Mit einer eigenen Kirche war es möglich, Steuern zu sparen und sich vor staatlicher Kontrolle zu schützen. Denn die Hubbard-Ideen weckten die Aufmerksamkeit einiger Behörden. Sie sahen die „Dianetik“ als gesundheitsschädlich an. In einem Teil Australiens war Scientology deshalb sogar zeitweise verboten. In Frankreich wurde Hubbard 1978 wegen Betrug in Abwesenheit zu einer Haftstrafe von vier Jahren unbedingt und einer Geldstrafe von 30.000 Francs verurteilt.

„Operierende Thetanen“

Doch der Scientology-Gründer verstieg sich in immer seltsamere Theorien. Hubbard „entdeckte“, dass vor 75 Mio. Jahren sogenannte „Thetanen“ von einem fernen Planeten zur Erde gekommen seien. Jeder Mensch sei von einem solchen „Thetan“ beseelt, der über Zeit und Raum herrschen könne und unsterblich sei. Scientology bietet deshalb ein ziemlich teures Kurssystem an, das es möglich machen soll, ein immer mächtigerer „Operierender Thetan“ („OT“) zu werden. Tom Cruise hat bereits eine der höchsten OT-Stufen erreicht. Der Schauspieler ist ausserdem eng mit dem heutigen Scientology-Boss David Miscavige befreundet. Miscavige war bei der Hochzeit von Cruise und Katie Holmes Trauzeuge. Er hatte sich nach Hubbards Tod an die Scientology-Spitze geboxt und gilt als äußerst rücksichtslos.

Kritiker warnen

Vom strahlenden Lächeln des Tom Cruise sollte man sich also vielleicht nicht allzu schnell blenden lassen. Denn Kritiker warnen: Wer sich auf Scientology einlasse, könne schnell in seelische und finanzielle Abhängigkeit geraten. Und sie werfen Scientology vor, in Wahrheit nach der Weltherrschaft zu streben und die Demokratie abschaffen zu wollen. Deshalb wird die „Kirche“ in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet. Einige deutsche Politiker fordern sogar das Verbot der ihrer Meinung nach gefährlichen Sekte. Das aggressive Vorgehen der Organisation gegen Kritiker und Aussteiger scheint die Warnungen vor Scientology zu bestätigen. Ziemlich sonderbar ist Hubbards und Cruise’ Science Fiction-Kult jedenfalls allemal.

Christian Ruch

Buchtipp: Frank Nordhausen und Liane v. Billerbeck, „Scientology. Wie der Sektenkonzern die Welt erobern will“, Ch. Links Verlag Berlin, 35,90 Franken. Siehe dazu auch
http://www.kath.ch/infosekten/text_detail.php?nemeid=105760

Quelle: Infosekten, 25.01.2009

Sonntag, 25. Januar 2009

 
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