Fusswaschung im «Sunnehügel» in Schüpfheim LU | @ Lukas Fries-Schmid
Fusswaschung im «Sunnehügel» in Schüpfheim LU | @ Lukas Fries-Schmid

Hoher Donnerstag im «Sunnehügel»

Schüpfheim LU, 2.4.15 (kath.ch) Eine Gruppe von zwölf Männern und Frauen hat sich in unserem Kloster zusammen gefunden: Vom krebskranken Endfünfziger an der Scheide zwischen Leben und Tod, über die ehemalige Klosterfrau auf der Suche nach einer weltzugewandten Spiritualität, zur Osteuropäerin, die aufgrund ihrer psychischen Verfassung als Obdachlose gestrandet ist. Es verbindet sie das Bemühen, Ohnmacht auszuhalten, sowie die Suche nach Zeichen der Auferstehung im eigenen Leben.

Nach einem einfachen Znacht und dem obligaten Abwasch erwartet uns im inneren Chor unserer Klosterkirche eine festliche Tafel, gedeckt mit Brot und Wein. Eingebettet in die Erinnerungsfeier an das letzte Abendmahl ist die Fusswaschung. Sich von einem Fremdem die Füsse waschen zu lassen, ist oft die grössere Herausforderung, als selber jemandem die Füsse zu waschen. Kann ich mich beschenken lassen? Auch wenn ich mich unwürdig, schuldig, minderwertig fühle?

Zum Abschluss des Abends versammeln wir uns im äusseren Chor. Dieser ungeheizte Ort erinnert an den Garten Gethsemane. In stiller Atmosphäre versuchen wir, singend und schweigend zu wachen und zu beten. (lf)

Zum «Sunnehügel»

Der «Sunnehügel», das Haus der Gastfreundschaft im ehemaligen Kapuzinerkloster Schüpfheim LU, bietet Menschen in schwierigen Lebenssituationen ein vorübergehendes Zuhause. Gemeinsam essen, arbeiten, feiern, singen und schweigen bildet den Rahmen, in welchem Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen oder in einer Zeit des Umbruchs neuen Boden unter den Füssen finden. Getragen wird das Haus von zur Zeit vier Erwachsenen, welche langfristig verbindlich Gemeinschaft leben und die Gäste daran Anteil nehmen lassen. Finanziell lebt der Sunnehügel neben den Pensionsgeldern der Gäste wesentlich von Spenden und ehrenamtlicher Arbeit. Unter dem Titel «Lückenfüllen» plant die Gemeinschaft die umfassende Sanierung des über 360 Jahre alten Klostergebäudes. «Lücke» und «Fülle» bilden auch die beiden Pole, welche die Gemeinschaft dieses Jahr durch die Kartage hin zu Ostern führt. (lf)

Weitere Informationen unter www.sunnehuegel.org

Katholisches Medienzentrum