Taube | © pixabay.com CCO

Christi Himmelfahrt und Pfingsten

Taube | © pixabay.com CCO

Christi Himmelfahrt, hierzulande auch Auffahrt genannt, und Pfingsten sind – wie Ostern – im Kalender bewegliche Feiertage. Christi Himmelfahrt wird 40 Tage nach Ostern, immer an einem Donnerstag, gefeiert. Zehn Tage später, an Pfingsten, endet die Osterzeit.

Christi Himmelfahrt (Auffahrt)

Christi Himmelfahrt findet 40 Tage nach Ostern statt. Die Bibel erzählt für die Zeit nach Ostern davon, dass der auferstandene Jesus zuerst Maria von Magdala, dann den Jüngern erschienen sei um ihnen deutlich zu machen, dass er lebt.

 

Christi Himmelfahrt in der Bibel

(Apostelgeschichte, Kapitel 1)

Darstellung von Christi Himmelfahrt im Rabbula-Evangeliar, 6. Jh. |© 2005 RabulaGospelsFolio13vAscension, Wikimedia Commons
Beim gemeinsamen Mahl gebot er ihnen: Geht nicht weg von Jerusalem, sondern wartet auf die Verheissung des Vaters, die ihr von mir vernommen habt. Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber werdet schon in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft.

Als sie nun beisammen waren, fragten sie ihn: Herr, stellst du in dieser Zeit das Reich für Israel wieder her? Er sagte zu ihnen: Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren, die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat. Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.

Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken. Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten, standen plötzlich zwei Männer in weissen Gewändern bei ihnen und sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.

 

Mehr zu Christi Himmelfahrt (Liturgisches Institut)

Pfingsten
Das Pfingstereignis dargestellt auf einem Kirchenfenster. | © pixabay.com CCO

Abschluss der Osterzeit

Mit dem Pfingstfest endet die Osterzeit. 50 Tage nach dem Osterfest feiert die Kirche das Erscheinen des Heiligen Geistes auf der Erde. «Vom Himmel her ein Brausen», wie es in der Apostelgeschichte heisst, hat die Jünger Jesu erfasst und «Feuerzungen» verteilten sich auf ihnen.

Die Apostel begannen nach diesem Ereignis selber zu predigen und tauften die Menschen «im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes».

Geburtstag der Kirche

Pfingsten kann so als die Geburtsstunde der Kirche im eigentlichen Sinn bezeichnet werden. Das Fest hat heute aber auch einen bedeutenden ökumenischen Aspekt: Es erinnert daran, dass die bestehende Trennung in verschiedenen Konfessionen so nicht gewollt war. “Der Heilige Geist und die Einheit der Kirche, Pfingsten und die Ökumene sind untrennbar miteinander verbunden.” (Franz Vogelsang)

 

An Pfingsten erinnert auch der Segensspruch des Bischofs oder seines Beauftragten bei der Firmung: «Sei besiegelt mit der Gabe Gottes, dem Heiligen Geist».

 

Die Pfingstgeschichte in der Bibel

(Apostelgeschichte, Kapitel 2)

Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle zusammen am selben Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie sassen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen liess sich eine nieder. Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.

Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. Sie waren fassungslos vor Staunen und sagten: Seht! Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadokien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Kyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselyten, Kreter und Araber – wir hören sie in unseren Sprachen Gottes grosse Taten verkünden.

Alle gerieten ausser sich und waren ratlos. Die einen sagten zueinander: Was hat das zu bedeuten? Andere aber spotteten: Sie sind vom süssen Wein betrunken.

 

Mehr zur Bedeutung von Pfingsten (Liturgisches Institut)

Brauchtum

An Christi Himmelfahrt wird lokal sehr unterschiedliches Brauchtum gefeiert. So kennen verschiedene Gemeinden im Kanton Luzern den «Umritt», den Gläubige allerdings auch zu Fuss absolvieren können.

Eindrücke vom Auffahrtsumritt in Altishofen.

 

Das Pfingstfest, obschon nach Ostern das bedeutendste Kirchenfest, kennt wenig Brauchtum. Traditionelle Frühjahrsbräuche, wie das Tanzen um den Maibaum, werden aber beispielsweise in Bayern noch gepflegt.

 

Es gibt aber vom Schweizer Schriftsteller und Kabarettist Franz Hohler eine wunderbare Geschichte zu Pfingsten:

Der Pfingstspatz

Viel weniger bekannt als der Osterhase ist der Pfingstspatz. Er legt allen Leuten am Pfingstsonntag ein Grashälmlein auf den Fenstersims, eines von der Art, wie er es sonst zum Nestbau braucht. Das merkt aber nie jemand, höchstens ab und zu eine Hausfrau, die es sofort wegwischt.

Der Pfingstspatz ärgert sich jedes Jahr grün und blau über seine Erfolglosigkeit und ist sehr neidisch auf den Osterhasen, aber ich muss ehrlich sagen, das mit den Eiern finde ich auch die bessere Idee.

(Aus Franz Hohler: Wegwerfgeschichten. © 1974 Zytglogge Verlag. Mit freundlicher Genehmigung des Verlags.)

 

Die Seite «Brauchtum Schweiz» nennt allerdings die süsse Ostertaube als Abschluss der Osterzeit ein «Muss». – Warum nicht? Die Taube steht im Christentum als Symbol des Heiligen Geistes und passt entsprechend zu Pfingsten. Wer also noch einmal backen mag: Hier geht’s zum Rezept.

Meditatives

 

Komm, Heiliger Geist,

du Geist der Wahrheit, die uns frei macht.

Du Geist des Sturmes, der uns unruhig macht,

Du Geist des Mutes, der uns stark macht.

Du Geist des Feuers, das uns glaubhaft macht.

Komm, Heiliger Geist,

du Geist der Liebe, die uns einig macht.

Du Geist der Freude, die uns glücklich macht.

Du Geist des Friedens, der uns versöhnlich macht.

Du Geist der Hoffnung, die uns gütig macht.

Komm, Heiliger Geist!

(Leonardo Boff)

 

Pfingsten: Fabel oder Fakt?

Gedanken von Denis Theurillat, Weihbischof des Bistums Basel

 

 

Bücher und mehr

Andrea Schwarz: Windhauch – Feueratem. Eigentlich ist Pfingsten ganz anders. (Herder)

Das Thema Pfingsten im Unterricht (Katholische Kirche Kanton Luzern)

Videotape von Norbert Meissner (1989) zu Pfingsten


Impressionen

Andreas Barna, katholischer Pfarrer in Schötz LU | © Hans Merrouche
Katholisches Medienzentrum