Das Sakrament der Taufe

Wie vor 2000 Jahren bedeutet die Taufe die Aufnahme in die christliche Gemeinde. Ursprünglich wurden im Christentum die Erwachsenen getauft. Die Kindertaufe, so wie wir sie heute kennen, ist ein schönes Bild dafür, dass Gott dafür keine Leistung verlangt. Die Taufe ist das erste Sakrament und wird vielerorts als Familienfest gefeiert.


Zeichen und Symbole

Taufgeschirr Taufgeschirr | © pixabay.com CC0
«Mit Freude empfängt dich die Gemeinschaft.»
 

Wichtig zu wissen

Taufkerze Taufkerze | © pixabay.com CC0
«Welchen Namen haben Sie dem Kind gegeben?»
 

Taufe und Tauferneuerung

Taufbecken Taufbecken | © pixabay.com CC0
«Dieses Kind soll auf den Ruf Christi antworten.»
Taufe – wirkendes Zeichen des Glaubens
Darstellung der Taufe Jesu in einem Kirchenfenster. | © Didgeman, Pixabay
«Ich taufe dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.» Die Taufe hat ihren Ursprung bereits im Judentum. Jesus selbst liess sich durch Johannes – später Johannes der Täufer genannt – im Jordan taufen. Auch andere Jünger liessen sich taufen. Jesus selber hat nie getauft, aber die Bedeutung des Sakraments hervorgehoben: “Wenn jemand nicht aus dem Wasser und dem Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen”, heisst es unter anderem im Neuen Testament der Bibel (Johannesevangelium 3,5). Der Ursprung der heutigen Taufe der Kirche wird deshalb im eigentlichen Taufauftrag gesehen: “Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.” (Matthäusevangelium 28,19) Die Taufe wird denn auch nicht allein als Aufnahme in eine Gemeinschaft verstanden. Vielmehr ist es eine “Eingliederung in die geistlich-sichtbare Wirklichkeit der Kirche Gottes”, wie es der pensionierte Theologieprofessor Urs von Arx ausdrückt. Die Aufnahme neuer Mitglieder in die Gemeinschaften der ersten Christen erfolgte daraufhin immer durch die Taufe. Die Täuflinge bekannten sich vor der Gemeinde zum damals neuen Glauben. Bis heute bekennen Erwachsene ihren Glauben bei der Taufe selbst. Bei der Kindertaufe tun dies die Eltern und Paten stellvertretend für den Täufling. Die Taufe von Erwachsenen hat durch die weltweite Migration wieder zugenommen. In der Geschichte der Kirche wurde die Taufe lange Zeit vornehmlich im Osternachts-Gottesdienst vorgenommen. Hier wird die Aufnahme in die Kirche mit dem Kern des christlichen Glaubens verbunden: Mit der Feier der Auferstehung in diesem ganz besonderen Gottesdienst und der anschliessenden Teilnahme an der Eucharistiefeier hat der Getaufte Anteil am Glauben und der Hoffnung auf ein ewiges Leben. Die Reformatoren haben zwar mit den meisten Sakramenten der Kirche kurzen Prozess gemacht und diese abgeschafft. Die Taufe – und weiter das Abendmahl – wurden aber als die grundlegenden sakramentalen Zeichen auch in den reformatorischen Kirchen beibehalten. In den westlichen Kirchen gilt eine gegenseitige Taufanerkennung. Dies wird damit begründet, dass es sich bei der Taufe um ein Zeichen der Einheit handelt. Es verbindet alle Christen mit Jesus Christus, der das Fundament der Einheit ist, wie es die Deutsche Bischofskonferenz formuliert. Ein solcher Akt kann und braucht nicht wiederholt zu werden und lässt sich, theologisch gesehen, nicht rückgängig machen. Das Zweite Vatikanische Konzil der römisch-katholischen Kirche (1962-1965) hat die Bedeutung aller Gläubigen zur Gestaltung der Kirche hervorgehoben. Alle Getauften wurden damit eingeladen, die Gemeinschaft mitzugestalten. Und sie sind es bis heute. Damit die Täuflinge die dafür nötigen Grundlagen vermittelt bekommen, versprechen Eltern und Paten bei der Taufe, das Kind im christlichen Glauben zu erziehen. Das allerdings erfordert – wenn das Familienfest vorbei und der Alltag zurückgekehrt ist – einen guten Draht der Eltern zur Kirche oder das Interesse, sich mit Glaubensfragen auseinanderzusetzen und diese dem Kind auch zu vermitteln. Denn die Taufe ist viel mehr als ein Ritual, bei dem die Kirche eine “Segens-Dienstleistung” spendet. Hier aber sind auch die Kirchen gefordert, den Eltern bei den ersten Schritten zur Glaubensvermittlung Unterstützung zu bieten. Übrigens können alle Christen die Taufe spenden. Voraussetzung dafür ist, dass Wasser als Zeichen verwendet wird und dazu die Formel “NN, ich taufe dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes” gesprochen wird. Martin Spilker
Papst Franziskus zu Taufe und Sendung

Papst Franziskus spricht an einer Veranstaltung am 1. August 2019 in Indonesien über das Verhältnis von Taufe und Sendung der Christen.

Beiträge auf kath.ch

Papst Franziskus segnet Gläubige auf dem Petersplatz. | © KNA

Die Kirche brauche weiterhin «Männer und Frauen, die kraft ihrer Taufe grossherzig auf den Ruf antworten, hinauszugehen aus ihrem Zuhause», sagt Papst Franziskus. Im Oktober 2019 wird ein “Ausserordentlicher Monat der Weltmission” durchgeführt.

Papst fordert stärkeren Einsatz für Verbreitung des Glaubens

Schwester Ingrid Grave | © Paulusverlag

Jesus wird uns Menschen taufen mit Feuer und Heiligem Geist, sagt Johannes. Wir kennen den Begriff der Feuertaufe als äusserste Bewährungsprobe. Jesus selbst erlebte diese Feuertaufe, als er am Kreuz für seine Überzeugungen starb.

Die Feuertaufe – von Schwester Ingrid Grave

Tag der offenen Tür im Café “Mama Muttenz” | © Sylvia Stam

Sind sogenannte Glaubensprüfungen geeignet, die wirkliche Motivation von Flüchtlingen für eine Taufe zum Christentum zu prüfen? Für den Theologen Harald Suermann steht die Kommunikation zwischen allen Beteiligten im Vordergrund.

Taufen von Flüchtlingen sind sensibel zu begleiten