facebookacebook

kath medienzentrum

Antoniusstatue

Das Leben des Hl. Antonius von Padua

Er ist 1195 als Sohn einer adeligen Familie in Lissabon geboren, wo man heute neben der Kathedrale noch sein Geburtshaus zeigt. Als solcher geniesst er das Privileg einer guten Schulbildung bei den Augustiner-Chorherren. Er tritt dann in ihr Kloster San Vincente bei Lissabon ein. Weil er aber stärker die Ruhe sucht, wechselt er nach Coimbra, der damaligen Hauptstadt und gleichzeitig Studienzentrum seines Ordens.

1220 erlebt er die feierliche Beisetzung der Erstlingsmartyrer der Franziskaner in der Gruft seines Ordens. Er ist erschüttert und beschliesst, Franziskaner zu werden - mit dem einzigen und ausschliesslichen Motiv, wie diese in Marokko für Christus zu sterben. Ohne Noviziat und ohne irgendwelche Einführung legt man ihm die Franziskanerkutte über. Sofort begibt er sich nach Nordafrika, wo ihn die Malaria zur Umkehr zwingt. Auf der Rückfahrt verschlägt ihn ein Meeressturm nach Sizilien.

Dort angekommen, sagt er sich, dass er wohl zu sehr selbst die Zügel seines Lebens gehalten habe. So übergibt er sich ganz Gott anheim und will nicht mehr selbst handeln, keine eigene Initiative mehr ergreifen, bis ihm Gott ein deutliches Zeichen geben wird. Er wird 1221 an das Generalkapitel der Franziskaner mitgenommen, sieht dort von weitem Franz von Assisi, gibt sich aber nicht zu erkennen. Seine Bildung und sein Priestertum bleiben verborgen. Aus Mitleid nimmt man ihn schliesslich in die Einsiedelei Montepaolo mit, in der Nähe von Forlí. Hier lebt er ein Leben der Ganzhingabe an Gott, ein kontemplatives Leben nach der Regel, die Franziskus für Einsiedeleien geschrieben hat. Hier wächst er auch in die franziskanische Lebensform hinein, bis zum Verrichten der einfachsten Hausarbeiten.

Unmittelbar darauf wird er mit der Aufgabe betraut, als Prediger den gross angelegten Versuch zu machen, die Katharer für die Kirche zurück zu gewinnen. Die Katharer wollen ein reine ('katharos') Kirche, frei von allem Körperlichen und Materiellen; sogar die äusseren Zeichen der Sakramente werden abgelehnt. Antonius wirbt für die gesunde christliche Lehre, nicht mit Feuer und Schwert, sondern mit viel Güte und Ueberzeugungskraft und vor allem mit der Strahlkraft seines einfachen Lebens. Er wirkt zuerst in Oberitalien, dann in Südfrankreich und schliesslich nochmals in Oberitalien. Zudem wird er 1224 von Franziskus zum Lehrer der Theologie bestimmt in Bologna, dann in Montpellier, Arles und Puy. Ab 1224 hat er auch verschiedene Ordensämter inne: Guardian, Kustos, Provinzial. Das Generalkapitel betraut ihn mit einer Expertenaufgaben für Ordensspiritualität. 1230 wird er von allen Aufgaben entbunden, um nur noch Prediger zu sein.

Der äussere Erfolg von Antonius ist unterschiedlich. Weil er in Rimini auf taube Ohren stösst, geht er den Fischen predigen. Seine wohl grösstes Erlebnis ist die Fastenaktion in Padua von 1231. An allen Tagen will er in einer anderen Kirche predigen, doch die Kirchen werden zu klein; er muss auf die Plätze ausweichen, wo er bis zu 30 000 Zuhörer um sich sammelt. Beichthören, Friedenstiften, Einsatz für die Armen (unter anderem erwirkt er ein Gesetz zu ihren Gunsten) und für die Prostituierten - der ganze Tag ist gefüllt. Nach Ostern betraut ihn die Stadt Padua mit einer politischen Aktion in Verona, die aber völlig daneben geht. Ermüdet und verbraucht zieht Antonius sich nach Camposampiero zurück, einem kleinen Ort in der Nähe von Padua. Dort meditiert und arbeitet er auf einem Nussbaum. Er erleidet einen Herzinfarkt oder Lungenödem, dem er am Dienstag, 13. Juni, auf dem Rücktransport erliegt, vor den Stadtmauern Paduas, im Klösterchen Arcella der Franziskanerinnen. Kein volles Jahr später, am 30. Mai 1232 wird Antonius heilig gesprochen.