22. Dezember

Noch drei Tage bis zum grossen Fest! Nachdem Monique, Reto und Kenneth-František am Abend zuvor bei bestem englischem Tee mit Schuss den Kindheitsgeschichten von Kovatsch gelauscht hatten, stand fest: Weihnachten wurde mit Kovatschs gefeiert und zwar auswärts. Zuhause feiern kam nicht in Frage. Deren Gästeliste war episch lang.

Weihnachten sollte sowieso gemeinschaftlich gefeiert werden, so der Tenor, schliesslich waren in Bethlehem die Hirten auch zahlreich zum Fest erschienen. Im Luzernischen beispielsweise lädt man darum zur offenen Weihnacht. Auch im Züribiet oder im St. Gallischen lässt sich in Gemeinschaft Weihnachten feiern. Alleine sein musste man nicht, wenn man das nicht will.

Die zündende Idee kam dann aber von Kenneth-Frantisek. In wärmeren Tagen war der Brexit-Flüchtling im Schrebergarten-Häuschen der Kovatschs untergebracht gewesen. Der Garten am Hang unterhalb des nahen Stadtwaldes, wo Reto vor gut einer Woche die besagte Tanne fällen wollte, war ein zauberhafter Ort und perfekt für ein besinnliches Weihnachtsfest. Monique weihte Kovatsch in den geschmiedeten Plan ein. «Keestliche Idee», er habe noch so viele Kürbisse, das gäbe Suppe noch für nächste Weihnacht.

Unterdessen ging Reto das Nötigste für den Haushalt einkaufen. Als Monique ihn die Treppe raufstapfen hörte, lief sie ihm mit den tollen Neuigkeiten entgegen. «Stell dir vor, Reto…» Weiter kam sie nicht. Reto stand im Treppenhaus mit Sack und … Tanne! «Er war immer noch im Manor! Die nette Dame am Kundendienst hat ihn sogar ins Wasser gestellt!», strahlte Reto. Das war eine Überraschung. Die Tanne musste natürlich mit in den Schrebergarten – im Wald –, genau so wie Kovatschs Geige, Retos Gitarre und Moniques Schwyzerörgeli.

Die Vorfreude war riesig! Da konnte nicht mehr viel schief gehen. (eme)

Machen Sie es wie Finn, feiern Sie Weihnachten nicht alleine!

22. Dezember 2019 | 00:01
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