1987 zog Katharina Thomas-Kanka, die zuvor in Deutschland während 5 Jahren Mitglied der „Initiative für
vom Zölibat betroffene Frauen" war, in die Schweiz und versuchte hier
ebenfalls ein Netz aufzubauen.
Ab 1994 übernahm Gabriella Loser Friedli die
Koordination.
Das Jahr 1995 brachte durch die Vaterschaftsanerkennung des
Bischof Hansjörg Vogel eine entscheidende Wende. Das Bewusstsein um die
Problematik des Pflichtzölibat erwachte in breiten Kreisen der Bevölkerung und
es gelang, eine Struktur aufzubauen.
Im März 1997 zog sich Katharina
Thomas-Kanka aus gesundheitlichen Gründen aus der Leitung zurück.
Am 23. September 2000 konstituierte sich die ZöFra als Verein.
09.
März 2001 erhielt die ZöFra den Preis für "Freiheit in der
Kirche" der Herbert Haag-Stiftung.
Am
17. Mai 2001 wurde die ZöFra von der Delegiertenversammlung des
Schweizerischen Katholischen Frauenbundes als Mitglied aufgenommen.
Die ZöFra ist eine Selbsthilfegruppe für Frauen, die sich wegen der Beziehung zu einem katholischen Priester in
einer schwierigen Lebenssituation befinden oder immer noch an den Folgen
leiden.
Da diese Beziehungen oft während einer gewissen Zeit heimlich gelebt
werden, sind viele Frauen froh um gemeinsame Gespräche in einem
geschützten Rahmen.
So können Frauen ermutigt werden, ihr Schweigen und ihre Einsamkeit zu
durchbrechen, Ängste und Schuldgefühle abbauen, damit neues Selbstbewußtsein wachsen kann und sie so vielleicht Lösungen finden, um ihre schwierige
Lebenssituation zu meistern.
Der Vorstand engagiert sich
einerseits um eine breite Öffentlichkeit auf die Problematik der
Pflichtzölibats aufmerksam zu machen und anderseits z.B. um mit kirchlichen Hierarchieträgern menschenwürdige Lösungen zu finden für Paare,
die durch die Verletzung der Zölibatsvorschrift fast immer ihrer
Existenzgrundlage verlustig werden [vor allem auch, weil viele Frauen im
kirchlichen Dienst arbeiten] in dem Moment, wo sie öffentlich zu ihrer
Beziehung stehen.
Ein besonderes Augenmerk legt
die ZöFra zudem auf den juristischen Bereich.
Da die meisten Betroffenen Öffentlichkeit [wie z.B. Ämter und
Beratungsstellen] aus verständlichen Gründen meiden müssen, ist es immer
mit Ängsten verbunden, wenn sich die Frauen über ihre Möglichkeiten
orientieren möchten.
Sind die Lebensumstände noch zusätzlich emotional schwierig, fehlt
manchmal auch der Mut, eine Situation rechtlich zu sichern.
Die ZöFra möchte
langfristig die freie Wahlmöglichkeit in der Frage des Zölibats für Priester und verwendet sich, die Doppelbödigkeit der kirchlichen
Hierarchie transparent zu machen.
Die ZöFra hat organisatorisch
eine dreiteilige Struktur:
intensives Kommunikationsnetz
zwischen den einzelnen Betroffenen [Regionale Ansprechpartnerinnen in der
Deutschschweiz gibt es in Aarau, Basel, Bern, Winterthur, Luzern, Zürich]halbjährliche Tagung in der
Deutschschweiz
Der Vorstand bestehend aus 5
Frauen, die sich 6-8x pro Jahr treffen, um die Öffentlichkeits- und
strukturelle Arbeit rasch, kompetent und gezielt voranzutreiben.
Betroffene Frauen treffen sich ungefähr 6x pro Jahr in geschütztem Rahmen um ihre Erfahrungen auszutauschen und Hilfestellungen zu erhalten.
Das Engagement ist ehrenamtlich.
Die administrativen Bereiche werden durch freiwillige Beiträge der Betroffenen
und Spenden finanziert.