25/2001 | |
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Neue Bücher |
Agapefeiern Werkmappe 2000, hrsg. von der Gruppe «Pfingsten 99», 86 A4-Seiten, Fr. 20., erhältlich bei: Peter Haag, Apperechweg 11, 5015 Niedererlinsbach, Telefon/Fax 062-8440134.
«Die Agapefeier ist das gemeinsame Mahl der ersten Christen, mit dem das Abendmahl, die Eucharistiefeier, verbunden war. Heute sind Christen und Christinnen erneut eingeladen, sich im Andenken an Jesus zu einem gemeinsamen, gottesdienstlichen Mahl zu versammeln.» So schreibt die Gruppe «Pfingsten 99» zu ihrer kürzlich erschienenen Werkmappe 2000. Sie betont, die Agapefeiern möchten die Eucharistie keineswegs verdrängen. Im ersten Teil der Werkmappe skizziert Werner Hahne auf 15 A4-Seiten sehr fundiert und verständlich den Stellenwert und den Sinn der alten, neu entdeckten Gottesdienstform. Besonders wertvoll sind seine Angaben, bei welchen Anlässen und für welche Zielgruppen Agapefeiern angebracht sind. Es folgt eine umfangreiche Materialsammlung für die Gestaltung solcher Feiern. In ihrem Begleitbrief zur Werkmappe lädt die Gruppe Pfingsten 99 dazu ein, durch Rückmeldungen und Einsendungen sich an einer für das Frühjahr 2002 geplanten Buchveröffentlichung zu beteiligen.
Peter Heine, Allah und der Rest der Welt. Die politische Zukunft
des Islams, Verlag Josef Knecht, Frankfurt am Main 2000, 207 S.
Nasr Hamid Abu Zaid, Ein Leben mit dem Islam. Erzählt von Navid Kermani,
Herder/Spektrum, Freiburg i.Br. 1999, 224 Seiten.
Der Islam ist in unseren Alltag eingedrungen; kein Dorf, wo nicht Menschen
nach den Lehren des Islam leben! Und langsam, reichlich spät, beginnt
man auch zu ahnen, dass der Islam gar nicht ein so geschlossener Block ist,
wie man das bislang meinte. Kommt noch dazu, dass das Bild von der orientalischen
Welt unsererseits mit vielen Vorurteilen belastet ist, die jahrhundertelang
tradiert schwer auszurotten sind.
Peter Heine, der Islamwissenschaftler an der Berliner Humboldt-Universität,
zeichnet in seinem Buche «Allah und der Rest der Welt» anschaulich
und differenziert die gegenwärtigen religiösen und politischen
Strömungen im Islam. Die Frage, ob der Islam von seinen Strukturen
und seiner Tradition her demokratiefähig ist, lässt er vorsichtig
offen. Für den Autor ist es eine offene Frage, ob es dem Islam gelingt,
in der Auseinandersetzung mit den Demokratien des Westens Fortschritte zu
erreichen, ohne die eigene Identität aufzugeben. Damit hängt die
Frage zusammen, ob die Interpretation des Islam ausreicht, die aktuellen
Probleme des gebildeten Muslim zu erfassen. Auf alle Fälle sollte man
nicht ohne Kenntnis dieses aufschlussreichen Buches über muslimische
Staaten, die keineswegs einen geschlossenen Block darstellen, urteilen.
Was von Peter Heine theoretisch vermittelt wird, bietet Navid Kermani episch,
indem er Nasr Hamid Abu Zaid, einen der hervorragendsten Köpfe der
islamischen Welt darstellt. Nasr Hamid war der Sohn eines ländlichen
ägyptischen Ladenbesitzers. Der Vater entdeckte und förderte die
Talente seines Kindes. Als junger Mann hatte Nasr Hamid Sympathien zu den
Moslembrüdern. Nach Aufenthalten in den USA und in Japan wurde er Professor
an der Universität Kairo.
Schnell berühmt geworden, wird er von den Islamisten verdächtigt
und der Ketzerei angeklagt. Nasr musste ins Exil und wirbt seither als Privatgelehrter
und Journalist für den Islam. Der Ausgestossene gibt einer der wichtigsten
Weltreligionen ein faszinierendes Gesicht.