SKZ 31-32/1998

INHALT

Hinweise

Der Heilungsauftrag der Kirche heute - ein vernachlässigter Dienst?

Ein Angebot für alle am Heilungsauftrag Jesu interessierten Priester, Diakone, Seelsorgerinnen und Seelsorger.
Die «Erneuerung aus dem Geist Gottes» führt in Zusammenarbeit mit dem Pfarramt Neuenkirch und der Stiftung Vater Wolf (Niklaus Wolf von Rippertschwand) einen Zyklus von drei Tagungen unter dem Titel: «Die heilende Kraft des Glaubens» durch.
Die beiden Referenten: Pater Emiliano Tardif und Pater Michael Marsch haben durch ihre Verkündigung auf allen fünf Kontinenten dem Heiligungsauftrag Jesu zu neuer Aktualität verholfen. Der kanadische Herz-Jesu-Missionar Emiliano Tardif steht seit 25 Jahren im Predigt- und Heilungsdienst, der ihn durch die ganze Welt geführt und bekanntgemacht hat. Auch der Dominikanertheologe P. Michael Marsch hat durch seine Bücher und seine weltweite Vortragstätigkeit wesentlich zu einem neuen Bewusstsein und Verständnis für den Heilungsdienst in der katholischen Kirche beigetragen.

Die Tagungen sind

Vermutlich stehen die meisten Theologinnen und Theologen dem Heilungsauftrag Jesu eher etwas ratlos und in einem durchaus positiven Sinn kritisch hinterfragend gegenüber. Deshalb möchten die Veranstalter in zwei speziellen Treffen allen interessierten Priester, Diakone, Seelsorgerinnen und Seelsorger die Möglichkeit geben, sich auseinanderzusetzen mit einem ganzheitlichen Glaubensansatz, der auch den Heilungsdienst ­ in je unterschiedlicher Art und Weise ­ mit einbezieht. Für Deutschsprachige findet dieses Treffen statt am Freitag, 4. September, von 9.30­11.45 Uhr im Pfarreiheim der Dreifaltigkeitskirche in Bern; für Französischsprechende am Sonntag, 6. September, von 9.30­12.00 Uhr im Kloster der Gemeinschaft Verbe de Vie, in 1783 Pensier (FR).
Selbstverständlich besteht an beiden Orten auch die Möglichkeit, an den jeweils am Nachmittag um 13.45 Uhr beginnenden öffentlichen Tagungen teilzunehmen. Interessierte finden unter der Rubrik «Neue Bücher» ein zur Vorbereitung empfehlenswertes Buch von Benedict Heron «Gebet um Heilung: Die Herausforderung».
Tagungsprojekt und weitere Auskünfte erhalten Sie über die folgende Adresse: Tagungssekretariat «Heilender Glaube», Postfach, 6206 Neuenkirch, Telefon 041-4670054 oder 4203101.

Mitgeteilt


Oktober - Monat der Weltmission 1998: Missio im Zeichen des Doppeljubiläums

Im Monat der Weltmission 1998 feiert Missio ein Doppeljubiläum: Seit 175 Jahren steht Missio im Dienste der weltweiten missionarischen Zusammenarbeit und seit 70 Jahren ist der «Sonntag der Weltmission» gesamtkirchlich eingeführt. Er wird in allen Pfarreien der Welt jährlich im Oktober gehalten und dabei die Kollekte für den missionarischen «Ausgleichsfonds der Weltkirche» aufgenommen. Seit 1927 denken an diesem Sonntag die katholischen Gläubigen aller Welt daran, dass Mission eine nur gemeinsam zu erfüllende Aufgabe ist. Der «Sonntag der Weltmission» ist heute die grösste Solidaritätsaktion der Welt!
Missio möchte dieses Jubiläum feiern mit einem Ausblick darauf, wie der Same des Evangeliums in fünf Kontinenten Wurzeln gefasst hat und wie dies zu Hoffnung berechtigt. Der diesjährige Slogan lautet deshalb: «Die Kraft der Hoffnung».

Grundlagen

Der Grundlagentext enthält, neben einer kurzen Darstellung der Geschichte von Missio, fünf «Geschichten» aus fünf Kontinenten, die zeigen, wie die Frohe Botschaft Frucht bringt und wie daraus Hoffnung entsteht.
Ein Bericht aus dem Erzbistum Douala (Kamerun) zeigt auf, welche Anstrengungen unternommen werden, damit die lokalen Kirchen finanziell immer selbständiger werden. Aus Sri Lanka gibt ein Text Zeugnis darüber, was das Missio-Kinder- und Jugendmissionswerk zur Förderung der Jugend durch die gezielte Unterstützung von Kinderheimen (Waisen, behinderte Kinder), Berufsausbildung und Jugendzentren leistet. Aus Brasilien erhielt Missio zwei kurze Berichte und ein Rollenspiel, die lebendig erzählen, wie die kleinen kirchlichen Gemeinschaften sich in der Gesellschaft für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung engagieren. Missio kann zudem einen Text aus dem Erzbistum Samoa-Apia publizieren, der aufzeigt, warum dieses Bistum Missionarinnen und Missionare aussendet, obwohl es ja für die eigenen Bedürfnisse zu wenig geistliche Berufe hat.
Mission ist auch eine Aufgabe in unserem Land. Auch bei uns gibt es zahlreiche Beispiele konkreten missionarischen Engagements. Es gibt Bemühungen, um in vollem Sinne «weltweit miteinander Kirche» zu sein, um sich des geistigen Reichtums der Kirchen auf der ganzen Welt bewusst zu werden. Vielerorts wird wirklich geteilt, nicht nur mit ausgewählten, bevorzugten Projektpartnern, sondern selbstlos auch für den innerkirchlichen Finanzausgleich, den Missio garantiert. Mit einzelnen Texten werden solche Aktivitäten innerhalb unseres Landes vorgestellt.

Liturgische Vorschläge/Materialien

Wir veröffentlichen keine ausgefeilten liturgischen Vorlagen, sondern Elemente für je einen Gottesdienst zu Afrika, Asien, Indio-Afro-Lateinamerika, Ozeanien (mit besonderen liturgischen Elementen aus diesen Kontinenten) und für einen Gottesdienst zum Sonntag der Weltmission. Der Zairische Ritus wird nochmals abgedruckt. Die Lieder entnehmen wir dem neuen Kirchengesangbuch. Eine Kinderfeier zum Sonntag der Weltmission wird von Renata Sury (Bettlach) und Monika Graweit (Dulliken) vorbereitet. Zusammen mit Missio-Aachen gestalten wir zudem eine Plakatserie zum Thema «Mission heute».
Als Besonderheit bietet Missio den Film «Mission eines Preisträgers. Bischof Belo und der Freiheitskampf in Ost-Timor» an. Ein Jahr nach der Überreichung des Friedensnobelpreises an den Bischof von Dili, C. F. Ximenes Belo, hat Missio-München in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk den Bischof in Ost-Timor besucht. Der 40minütige Dokumentarfilm, der dabei trotz schwierigen Umständen entstand, illustriert das Problem des (hauptsächlich muslimischen) Staates Indonesien mit der 1976 annektierten (überwiegend katholischen) Provinz Ost-Timor. Er eignet sich zum Gespräch über Menschenrechte, über die Auseinandersetzung von Christen mit islamischen Integralisten und über die Missionstätigkeit einer aktiven Kirche.
Der Videokassette (Preis: Fr. 35.­) liegen eine Dokumentation und Anregungen für den Religionsunterricht zum Thema Menschenrechte bei.
Schliesslich verschenkt Missio dieses Jahr ein Buchzeichen. Da im neuen Katholischen Gesangbuch keine «Bändeli» eingefügt sind, kann ein Buchzeichen das Auffinden von Lied- oder Gebetsnummern erleichtern. Den Pfarreien wird empfohlen, in jedes in der Kirche aufgelegte KG ein Buchzeichen zu legen. Lieferung solange Vorrat.
Die üblichen Materialien werden den bisherigen Empfängern nach Mitte August automatisch zugesandt. Wer neu auf der Empfängerliste stehen will, oder weitere Informationen wünscht, wende sich an: Missio, Postfach 187, 1709 Freiburg 9, Telefon 026-4221120, Fax 026-4221124.

Missionskolloquium/Bischof Lehmann in Freiburg

Gemeinsam mit Prof. Nayak, dem Leiter des Instituts für Missiologie und Religionswissenschaft an der Universität Freiburg organisiert Missio aus Anlass des Doppeljubiläums am 22./23. Oktober 1998 in Freiburg ein Missionskolloquium. Dieser Anlass möchte nicht einfach Wissen vermitteln, sondern Priestern, Pastoralassistenten und allen missionarisch engagierten Personen einen Moment des gemeinsamen Nachdenkens bieten, der neuen missionarischen Schwung in die Pfarreien bringen soll.
Für das Kolloquium konnten namhafte Referenten verpflichtet werden. Den Eröffnungsvortrag hält Msgr. Karl Lehmann, Bischof von Mainz und Präsident der Deutschen Bischofskonferenz: «Vom Ursprung der Mission im Lebensgeheimnis Jesu Christi ­ Zur theologischen Begründung des Missionsauftrages der Kirche». Mgr. Jean Bonfils, Bischof von Viviers und Präsident der Coopération missionnaire der Französischen Bischofskonferenz spricht zu: «La Mission comme coopération et échange entre les Eglises locales». Professor Anand Nayak äussert sich zum Thema: «Mission dans la société post-moderne: la nouvelle évangélisation». Frau Barbara Hallensleben, Professorin für dogmatische Theologie (Freiburg) spricht zu: «ÐIhr werdet meine Zeugen seinð (Apg 1,8) ­ Christliches Zeugnis in religionsfreundlicher Gesellschaft». Schliesslich referiert Mariano Delgado, Professor für Kirchengeschichte (Freiburg) über: «Die Identität des Glaubens in den Kulturen ­ Inkulturation und Weltkirche». In Workshops, Plenarsitzungen und Diskussionen werden die einzelnen Themen weiter behandelt.
Die Teilnahme am zweitägigen Kolloquium ist kostenlos. Eine Voranmeldung ist jedoch obligatorisch. Einschreibefrist: Samstag, 26. September 1998. Anmeldeformulare und weitere Informationen sind bei Missio erhältlich.

Missio Schweiz

 


«SolidarCity»: Nochmals im Fernsehen

Das Bildungsmagazin TREND von Fernsehen DRS wiederholt im August die Sendereihe «Stadtentwicklung» auf SF 1. Diese war während der Fastenzeit zum erstenmal zu sehen. In enger Zusammenarbeit mit der Redaktion realisierten Fastenopfer, Brot für alle, HEKS und DEZA im Rahmen der Aktion «SolidarCity» Beiträge aus Lima und Ho Chi Minh Ville. Wir erleben Menschen aus El Agustino, einem Armenquartier Limas, in ihren Überlebenswillen und erfahren, wie sie dabei vom Fastenopfer unterstützt werden. Was geschieht mit den Menschen in den Slums von Ho Chi Minh Ville, wo Brot für alle Projektarbeit leistet? ­ Weitere Themen sind Stadtentwicklung in Dakar sowie Stadtentwicklung in Jakarta.

Die Sendedaten:

Samstag, 8. August, 17.55 Uhr: Lima (Wiederholung am 9.8., 16.30 Uhr);
Samstag, 15. August, 17.55 Uhr: Ho Chi Minh Ville (Wiederholung am 16.8., 16.30 Uhr);
Samstag, 22. August, 17.55 Uhr: Dakar (Wiederholung am 23.8., 16.30 Uhr);
Samstag, 29. August, 17.55 Uhr: Jakarta (Wiederholung am 30.8., 16.30 Uhr).


© Schweizerische Kirchenzeitung - 1998