SKZ 31-32/1998

INHALT

Neue Bücher

Gebet um Heilung: Die Herausforderung

Benedict Heron, Gebet um Heilung: Die Herausforderung. Vorwort von Bischof Maurice Taylor. Übersetzung aus dem englischen Original «Praying for Healing: The Challenge» von Karl Fischer und Reinhard Köller. Vier Türme Verlag Münsterschwarzach 1997, 170 Seiten.

Der englische Benediktiner aus London steht der charismatischen Bewegung sehr nahe. Er erzählt in diesem Buch in einfacher, allgemein verständlicher aber nicht aufdringlicher Diktion, wie er das Gebet im Dienste der Heilung erfahren hat und seither auch mit Erfolg praktiziert. Überdies hat er noch von Aussenstehenden viele Beispiele und Zeugnisse für die heilende Kraft des Gebetes erfahren und zusammengetragen. Der Autor legt dabei Wert darauf, dass diese Heilertätigkeit in voller Übereinstimmung mit der Auffassung der katholischen Kirche steht. Es handelt sich um ein seriöses und zugleich leicht lesbares Buch, das Patienten und religiös engagierten Menschen, die sie betreuen, eine noch wenig bekannte und selten geübte Praxis anbietet.

Leo Ettlin


Die Waldenser

Gabriel Audisio, Die Waldenser. Geschichte einer religiösen Bewegung. Aus dem Französischen übertragen von Elisabeth Hirschberger, Verlag C. H. Beck, München 1996, 281 Seiten.

Zwar ist schon sehr viel über die Waldenser oder die «Armen von Lyon» geschrieben und abgeschrieben worden; trotzdem stehen sie immer eher am Rande der Kirchengeschichte. Sie werden völlig unzulässig, fast in einem Atemzug, mit den Katharern, den «Ketzern», genannt, von denen sie aber Welten trennen. Mit Recht werden sie den mittelalterlichen Armutsbewegungen zugerechnet, aber sie bekommen unter ihnen wenig eigenständiges Profil. Aber die Waldenser sind von den häretischen Bewegungen des Mittelalters die einzigen, die bis heute, armselig zwar, überlebt haben. Die Kenntnisse über diese Religionsgemeinschaft, die durch Jahrhunderte dazu verurteilt war, im Untergrund zu existieren, müssen mühsam aus speziellen Quellen wie Prozessakten der Inquisition und spärlichen Randüberlieferungen hergeholt werden. Die Waldenserbewegung hat ihre Schwerpunkte besonders in Südfrankreich, Norditalien, aber auch in Osteuropa. Praktisch sind ihre durch Jahrhunderte versteckten Zellen in fast ganz Europa festzustellen. Da wurden Unterschiede neu ausgebildet und zugleich die Einheit angestrebt. Für diese Einheit sorgten wandernde Prediger, die zu zweit über weite Gebiete durch ganz Europa zogen.
Im 16. Jahrhundert schlossen sich die Gemeinden vielfach der Reformation an oder gingen in ihr auf. Zwar hatten etliche Glaubensüberzeugungen der Waldenser Forderungen der Reformation vorweggenommen (persönliche Bibellektüre, Laienpredigt, Laienbeichte) ­ aber viele ihrer durch Jahrhunderte gehüteten Traditionen drohten abzubrechen. Nach Aufhebung des Ediktes von Nantes 1685 flohen viele Waldenser wie auch die Hugenotten aus dem französischen Königreich, um in protestantischen deutschen Weststaaten wie Württemberg und Hessen eine neue Heimat zu finden.
Gabriel Audisio, Professor in Aix-en-Provence, schildert ­ auf dem neuesten Stand der Forschung ­ die Entstehung der Waldenser, ihre Zielsetzung und Lebensform und die Entwicklung ihrer Gemeinden im Untergrund und im aufgedrängten Exil.

Leo Ettlin


Vertrauen wecken

Rudolf Stertenbrink und Christa Weiser, Wirf deine Krücken weg. Die Wunder Jesu geschehen in uns oder gar nicht, Verlag Herder, Freiburg i.Br. 1996, 240 Seiten.

Der bekannte Kölner Domprediger und Buchautor Rudolf Stertenbrink aus dem Dominikanerorden hat dieses Buch zusammen mit der theologischen Erwachsenenbildnerin Christa Weiser gestaltet. Thema sind über zwanzig Wunder Jesu. Die Autoren wollen die Wunder Jesu nicht als erbauliche Erzählungen oder Augenzeugenberichte aus fernen Zeiten stehen lassen. Wunder geschehen auch heute ­ das ist die Botschaft dieses aktuellen Glaubensbuches: keiner, der sich vertrauend an Jesus wendet, bleibt ohne Licht und Hoffnung.
Das Buch spricht in klaren und markanten Sätzen und es steht mit ansprechenden Vergleichen und Bildern auf dem Boden der Realitäten. Zur Aktualisierung tragen auch, geschickt ausgewählt, packende Hinweise aus unserer Gegenwartsliteratur bei. Das Buch berührt mit behutsamer Aufmerksamkeit Ängste und Sehnsüchte des heutigen Menschen, und so wecken die Autoren Glauben und Vertrauen.

Leo Ettlin


© Schweizerische Kirchenzeitung - 1998