INHALT |
Neue Bücher |
Benedict Heron, Gebet um Heilung: Die Herausforderung. Vorwort von Bischof Maurice Taylor. Übersetzung aus dem englischen Original «Praying for Healing: The Challenge» von Karl Fischer und Reinhard Köller. Vier Türme Verlag Münsterschwarzach 1997, 170 Seiten.
Der englische Benediktiner aus London steht der charismatischen Bewegung sehr nahe. Er erzählt in diesem Buch in einfacher, allgemein verständlicher aber nicht aufdringlicher Diktion, wie er das Gebet im Dienste der Heilung erfahren hat und seither auch mit Erfolg praktiziert. Überdies hat er noch von Aussenstehenden viele Beispiele und Zeugnisse für die heilende Kraft des Gebetes erfahren und zusammengetragen. Der Autor legt dabei Wert darauf, dass diese Heilertätigkeit in voller Übereinstimmung mit der Auffassung der katholischen Kirche steht. Es handelt sich um ein seriöses und zugleich leicht lesbares Buch, das Patienten und religiös engagierten Menschen, die sie betreuen, eine noch wenig bekannte und selten geübte Praxis anbietet.
Gabriel Audisio, Die Waldenser. Geschichte einer religiösen Bewegung. Aus dem Französischen übertragen von Elisabeth Hirschberger, Verlag C. H. Beck, München 1996, 281 Seiten.
Zwar ist schon sehr viel über die Waldenser oder die «Armen
von Lyon» geschrieben und abgeschrieben worden; trotzdem stehen sie
immer eher am Rande der Kirchengeschichte. Sie werden völlig unzulässig,
fast in einem Atemzug, mit den Katharern, den «Ketzern», genannt,
von denen sie aber Welten trennen. Mit Recht werden sie den mittelalterlichen
Armutsbewegungen zugerechnet, aber sie bekommen unter ihnen wenig eigenständiges
Profil. Aber die Waldenser sind von den häretischen Bewegungen des
Mittelalters die einzigen, die bis heute, armselig zwar, überlebt haben.
Die Kenntnisse über diese Religionsgemeinschaft, die durch Jahrhunderte
dazu verurteilt war, im Untergrund zu existieren, müssen mühsam
aus speziellen Quellen wie Prozessakten der Inquisition und spärlichen
Randüberlieferungen hergeholt werden. Die Waldenserbewegung hat ihre
Schwerpunkte besonders in Südfrankreich, Norditalien, aber auch in
Osteuropa. Praktisch sind ihre durch Jahrhunderte versteckten Zellen in
fast ganz Europa festzustellen. Da wurden Unterschiede neu ausgebildet und
zugleich die Einheit angestrebt. Für diese Einheit sorgten wandernde
Prediger, die zu zweit über weite Gebiete durch ganz Europa zogen.
Im 16. Jahrhundert schlossen sich die Gemeinden vielfach der Reformation
an oder gingen in ihr auf. Zwar hatten etliche Glaubensüberzeugungen
der Waldenser Forderungen der Reformation vorweggenommen (persönliche
Bibellektüre, Laienpredigt, Laienbeichte) aber viele ihrer durch
Jahrhunderte gehüteten Traditionen drohten abzubrechen. Nach Aufhebung
des Ediktes von Nantes 1685 flohen viele Waldenser wie auch die Hugenotten
aus dem französischen Königreich, um in protestantischen deutschen
Weststaaten wie Württemberg und Hessen eine neue Heimat zu finden.
Gabriel Audisio, Professor in Aix-en-Provence, schildert auf dem neuesten
Stand der Forschung die Entstehung der Waldenser, ihre Zielsetzung
und Lebensform und die Entwicklung ihrer Gemeinden im Untergrund und im
aufgedrängten Exil.
Rudolf Stertenbrink und Christa Weiser, Wirf deine Krücken weg. Die Wunder Jesu geschehen in uns oder gar nicht, Verlag Herder, Freiburg i.Br. 1996, 240 Seiten.
Der bekannte Kölner Domprediger und Buchautor Rudolf Stertenbrink
aus dem Dominikanerorden hat dieses Buch zusammen mit der theologischen
Erwachsenenbildnerin Christa Weiser gestaltet. Thema sind über zwanzig
Wunder Jesu. Die Autoren wollen die Wunder Jesu nicht als erbauliche Erzählungen
oder Augenzeugenberichte aus fernen Zeiten stehen lassen. Wunder geschehen
auch heute das ist die Botschaft dieses aktuellen Glaubensbuches:
keiner, der sich vertrauend an Jesus wendet, bleibt ohne Licht und Hoffnung.
Das Buch spricht in klaren und markanten Sätzen und es steht mit ansprechenden
Vergleichen und Bildern auf dem Boden der Realitäten. Zur Aktualisierung
tragen auch, geschickt ausgewählt, packende Hinweise aus unserer Gegenwartsliteratur
bei. Das Buch berührt mit behutsamer Aufmerksamkeit Ängste und
Sehnsüchte des heutigen Menschen, und so wecken die Autoren Glauben
und Vertrauen.