SKZ 49/1998

INHALT

Amtlicher Teil

 

Alle Bistümer

 

«Der Einsatz lohnt sich»

Liebe Schwestern und Brüder
Vor 15 Jahren nahm die Aktion zum Menschenrechtstag der Kirchen und anderer Menschenrechtsorganisationen ihren Anfang. 1982 gelangten der Schweizerische Evangelische Kirchenbund und Amnesty International gemeinsam mit einer Dokumentation an die reformierten Kirchgemeinden. Im folgenden Jahr schloss sich die römisch-katholische Kirche dieser Aktion an, 1984 auch die christkatholische Kirche, ACAT (Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter) sowie Pax Christi und 1985 CSI (Christian Solidarity International). Jahr für Jahr waren die Petitionen und die Fürbitten Zeichen der Solidarität mit den Menschen, deren Rechte verletzt wurden.
Dieser Einsatz lohnt sich. Dank ihm erlangten eingekerkerte Menschenrechtsaktivisten wieder die Freiheit. Der Menschenrechtstag ist auch ein spiritueller Aufbruch mitten aus dem Leben. Christus sagt im Matthäusevangelium: «Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan» (Mt 25,40). Als Christen können wir unseren Glauben nicht von unserer Haltung gegenüber den Opfern von Menschenrechtsverletzungen trennen. Ja, der Einsatz lohnt sich! Durch unsere Interventionen bezeugen wir die frohe Botschaft: Christus identifiziert sich mit Frauen und Männern, deren Würde mit Füssen getreten wird, und er kündigt ihnen ihre Befreiung an.
Darum sind wir in der Adventszeit ein weiteres Mal aufgerufen, durch Gebet und Aktion das unergründliche Geheimnis der Menschwerdung ins Leben umzusetzen. Gott ist Mensch geworden: er hat sich unserem Nächsten zugewandt. Wenn wir bei Regierungen durch das Unterzeichnen von Petitionen für die Anerkennung der Menschenrechte eintreten, ist dies ein Glaubensakt. Wir bezeugen damit, dass Gott in jedem Menschen gegenwärtig ist und seine Befreiungsverheissung sich verwirklicht.
Im 50-Jahr-Jubiläum der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte rufen wir im Geist des Glaubens und der Hoffnung alle Christen auf, diesen gemeinsamen Einsatz für die menschliche Würde fortzusetzen. Wir laden Sie ein, die Petitionen zu unterzeichnen und unterzeichnen zu lassen, die Menschen, deren Rechte mit Füssen getreten werden, ins Gebet einzuschliessen und die Organisationen, die für die Verteidigung der Menschenrechte eintreten, finanziell zu unterstützen.

Schweizerischer Evangelischer
Kirchenbund
Der Präsident des Vorstandes:
Heinrich Rusterholz

Schweizer Bischofskonferenz
Der Präsident:
+ Amédée Grab

Christkatholische Kirche
der Schweiz
Der Bischof:
+ Hans Gerny


Bistum Basel

 

Wahlen und Ernennungen

Benno Graf, bisher Pfarrer in Schüpfheim (LU), auf den 29. November 1998 zum Pfarrer der Pfarrei Hitzkirch (LU) im Seelsorgeverband Hitzkirch-Müswangen.


Erwachsenenfirmung

Am Donnerstag, 15. April 1999, wird um 18.00 Uhr in der St.-Johannes-Kapelle des Bischöflichen Ordinariates, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn, das Sakrament der hl. Firmung gespendet.
Wer vom Angebot zum Empfang des Firmsakramentes Gebrauch machen möchte, kann sich beim Wohnortspfarramt melden, welches der Bischöflichen Kanzlei die entsprechende Meldung weiterleiten wird.
Voraussetzung zum Empfang der hl. Firmung sind:

Bischöfliche Kanzlei


Warmes Herz und starke Hände

Der Seelsorgerat des Bistums Basel hat sich während seiner 3. Sitzung innerhalb der 8. Amtsperiode am 20./21. November im Seminar St. Beat in Luzern erneut mit der «Ökumenischen Konsultation zur sozialen und wirtschaftlichen Zukunft der Schweiz» beschäftigt. Dabei wurden gute Ideen entwickelt, die sich zum Nachahmen eignen.
Kreativ zeigten sich die Ratsmitglieder, als es in Gruppenarbeit um die «Ökumenische Konsultation zur sozialen und wirtschaftlichen Zukunft der Schweiz» ging. Von den einzelnen Fraktionen wurden viele praktische, leicht umsetzbare Ideen eingebracht, die zur Nachahmung geeignet sind: einmal im Monat einen Mittagstisch in der Pfarrei einzurichten, Verpflichtung zur Nachbarschaftshilfe einzugehen, Zeitgutscheine zu vergeben, sich im Sinne des Hospizgedankens um Kranke und Sterbende zu kümmern... Es gab aber auch Forderungen, die sich an die Wirtschaft und an die politischen Gremien richteten; wie die Nichterwerbsarbeit aufzuwerten und besser zu verteilen, Phantasie bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze zu zeigen, und die Arbeitslosigkeitsgesetzgebung zu ändern. Das Fazit: Was wir brauchen, um die Welt zu verändern, sind ein warmes Herz und starke Hände.
Zu Beginn der Tagung hatte sich der Seelsorgerat darüber informiert, woher das Geld im Bistum Basel kommt und wohin es geht. Wie sich bei den Berichten aus den zehn Bistumskantonen zeigte, sind die Regelungen zum Kirchensteueraufkommen nicht nur sehr unterschiedlich, sondern zum Teil auch für Aussenstehende schwer verständlich. Die Mitglieder des Seelsorgerates waren der Ansicht, dass das Bistum mehr Geld benötigt. Es wird hier auch eine Änderung geben: die Finanzkommission des Bistums Basel hat für das Jahr 1999 beschlossen, dass der pro Katholik an das Bistum abgeführte «Bistumsfranken» zwei Franken betragen wird. Darüber hinaus sind einige Landeskirchen und die entsprechenden kantonalen Gremien bereit, im kommenden Jahr einen zusätzlichen Beitrag von einem halben Franken zu leisten, um die notwendigen Rücklagen zu garantieren.
Das Budget der Diözese wird von der Bistumsverwaltung erstellt und in der Finanzkommission des Bistums Basel, die sich aus Vertretern der Landeskirchen oder entsprechender kantonaler Gremien zusammensetzt, ausführlich und in allen Einzelheiten beraten. Die Jahresrechnung wird in den Publikationen einiger Landeskirchen veröffentlicht.
Generalvikar Rudolf Schmid legte dar, welche finanziellen Verpflichtungen dem Bistum im Rahmen der deutschsprachigen Schweiz erwachsen. Er wies in diesem Zusammenhang auch auf die grosse Bedeutung des Seminars St.Beat hin. Die Ausbildung der zukünftigen Seelsorgerinnen und Seelsorger im Bistum sollte das grosse Anliegen aller Diözesanen sein. Die Theologie Studierenden benötigen eine gute geistliche Begleitung, die personal- und damit auch kostenintensiv ist.
Pastoralamtsleiter Hans-Rudolf Häusermann gab zu bedenken, dass die Verteilung der Kirchensteuergelder auch das Denken und die Spiritualität einer Gemeinde widerspiegle. So spreche es für sich, wenn beispielsweise eine Kirchgemeinde bei 200000 Franken Überschuss ganze 1,5 Prozent für soziale Aufgaben vorsehe.


Bistum Chur

 

Ernennung

Diözesanbischof Amédée Grab ernannte:
Franz Annen zum Pfarradministrator für Thusis (GR).


Ausschreibung

Infolge Demission des bisherigen Amtsinhabers wird die Pfarrei Samnaun (GR) zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.
Interessenten mögen sich melden bis zum 31. Dezember 1998 beim Sekretariat des Bischofsrates, Postfach 133, 7002 Chur.


Bistum St. Gallen

 

Tagung des Seelsorgerates in Quarten

An der November-Tagung im Bildungshaus Neu-Schönstatt in Quarten setzten sich die Mitglieder des diözesanen Seelsorgerates zusammen mit Bischof Ivo und weiteren Mitgliedern der Bistumsleitung im Gespräch in kleinen Gruppen und malend mit dem Thema «Glaubenserfahrung ­ Gottesbild» auseinander. Dieses wurde auch in den Gottesdienst am Samstagmorgen hineingetragen.
Das 35köpfige, von Rösli Zeller, Oberriet, präsidierte Beratungsgremium für den Bischof hat sich verpflichtet, intensiv am Bistumsprojekt «He, was glaubst Du?» mitzuarbeiten. Mitglieder aus dem Seelsorgerat sind es, die das Projekt in die Pfarreien hineintragen, dort auch zum Mitmachen ermuntern. In der ersten Phase des «Sehens» waren persönliche Glaubenserfahrungen ausgetauscht worden. Für die Vorbereitung der zweiten Projektphase «Urteilen» regte die von Pfarrer Josef Manser, Speicher, geleitete Arbeitsgruppe eine Auseinandersetzung an mit dem persönlichen Gottesbild sowie mit der Frage: «Welches sind meine Anliegen an eine lebendige Glaubensgemeinschaft der Kirche?» Daraus ergaben sich Wünsche an die Kirchenleitung und an die Seelsorger/-innen, aber auch an jeden Christen. Diese werden nun von der Arbeitsgruppe «Bistumsprojekt» ausgewertet und für die nächsten Schritte in den Pfarreien aufbereitet.
Mitglieder des Seelsorgerates sind auch in Fachkommissionen tätig. Sie berichteten an der Tagung aus dem Aktionsrat des Fastenopfers, dem Katholischen Mediendienst, aus der Pastoralplanungskommission des Bistums St. Gallen sowie aus dem Verein zur Herausgabe des «auftrag», der Zeitschrift für praktische Pfarreiarbeit. An der Tagung von Delegierten aller Seelsorgeräte der Schweiz stiess das St. Galler Bistumsprojekt «He, was glaubst Du?» auf grosses Interesse.


Im Herrn verschieden

Albert Hasler, St. Gallen
Während neun Jahren war Albert Hasler Pfarrer in Libingen. In vielfältiger Weise hatte er von 1958 bis 1967 seine Kräfte für die Pfarrei und über ihre Grenzen hinweg innerhalb des Alttoggenburgs eingesetzt. In mancher Kommission leistete er stille Arbeit, von der wenig an die Öffentlichkeit trat. In jener Zeit war er auch Diözesandirektor des päpstlichen Missionswerkes. Gesundheitliche Gründe zwangen ihn, auf die Pfarrstelle zu verzichten. Wie sehr er jedoch mit Libingen verbunden blieb, zeigt sein Wunsch, hier begraben zu werden.
Albert Hasler, 1914 in Oberriet geboren, ist 1942 zum Priester geweiht worden. Er war dann Kaplan in Engelburg und von 1945 bis 1958 Kaplan in Au. Probleme mit seiner Gesundheit durchkreuzten immer wieder seine Pläne. Für eine Reihe von Jahren stellte er sich dem Kloster St. Scholastika in Tübach als Spiritual zur Verfügung, bis er seines Asthmas wegen 1976 ins Wallis ziehen musste. In der Pension Bethania in Montana wirkte er in aller Stille und Bescheidenheit, wie es seine Art war, als Hauskaplan. Im Frühling 1997 kehrte er zurück in die Ostschweiz. Am 18. November 1998 ist er im Josefshaus in St. Gallen gestorben; beerdigt wurde er am 24. November in Libingen.


© Schweizerische Kirchenzeitung - 1998