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Amtlicher Teil |
Das Pfarramt Schmerikon wird im Sommer 1998 frei. Die Stelle wird für eine Pfarreibeauftragte/einen Pfarreibeauftragten ausgeschrieben; ein Seelsorgeverband ist mit Uznach geplant. Interessenten melden sich bitte bis zum 15. April 1998 beim Diözesanen Personalamt, Klosterhof 6b, 9001 St. Gallen.
Gentech aus ethischer Sicht
An der von Rösli Zeller-Baumgartner, Oberriet, präsidierten März-Sitzung
im Pfarreizentrum Wil befassten sich die Mitglieder des Seelsorgerates mit
der Genschutz-Initiative aus ethischer Sicht. Vor einem Jahr war innerhalb
des Seelsorgerates die Spurgruppe mit Martin Bieder, Au, Winfried Klausen,
Rorschach, Helen Niedermann, Trogen, und Franz Hediger (Mitglied des Ratsbüros),
Bronschhofen, gebildet worden. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten soll sie
Themen aufspüren, die die Leute bewegen, verunsichern oder auch ängstigen.
Sie soll sich mit ihnen auseinandersetzen und sie dann in konzentrierter
Form zur Meinungsbildung in den Rat hineintragen.
Als erstes hat sich die Spurgruppe mit der Genschutz-Initiative befasst
und dazu viel Literatur studiert, unter anderem auch die Broschüre
«Gentechnologie: Aus ethischer Sicht» von «Iustitia et
Pax». Ihre schriftlich vorliegenden Gedanken dienten im Rat als Diskussionsgrundlage.
Sie werden als solche mit einigen Ergänzungen und im Einverständnis
mit Bischof Ivo an die Pfarreiräte verschickt. Diese sollen ebenfalls
sensibilisiert werden für die Problematik der Gentechnologie. Mit einem
Ja oder Nein zur Initiative bleibt die persönliche Verantwortung gegenüber
der Gentechnologie, aus der sich niemand stehlen kann.
Anhand des Spurgruppen-Papieres diskutierten die Mitglieder des Seelsorgerates
auch die Arbeitsweise und Kompetenz der Spurgruppe. Von ihr werden weder
Parolen noch Werturteile gewünscht, sondern sie soll Prozesse aufzeigen
und Argumente aus christlich-ethischer Sicht zur Meinungsbildung liefern.
Bischof Ivo orientierte über die an der Bischofskonferenz behandelten
Geschäfte. Zu Beginn der Sitzung hatte Pfarrer Meinrad Gemperli als
Gastgeber die etwa 800 Jahre alte Pfarrei Wil vorgestellt und dabei auch
auf die schmerzhaften Prozesse bei der Suche nach neuen Konturen hingewiesen.
Wo finden junge Menschen in unserer Kirche Platz, wo sie sein können
und nicht zuerst etwas tun, fabrizieren, kaufen, verkaufen oder leisten
müssen? Für dieses Raumbedürfnis wollte der Leiter des Jugendpastoralinstituts
Don Bosco in Benediktbeuren den Blick von rund 150 Seelsorgerinnen und Seelsorgern,
von Pfarreiräten und Kirchenverwaltungsräten schärfen.
Martin Lechner war von der Daju, der Diözesanen Arbeitsstelle für
Jugendarbeit, als Referent ans 7. Diözesanforum kirchliche Jugendarbeit
in St. Gallen eingeladen worden. Mit «Lebens- und Glaubensräumen
junger Menschen» hatte er seine raumpädagogischen Perspektiven
für die kirchliche Jugendarbeit überschrieben. Er plädierte
für «pädagogikfreie Reservate», wo im freien Spiel
all das erlernt werden kann, was man nur unter Gleichaltrigen erlernen kann:
körperliche Geschicklichkeit, Streiten und Versöhnen, Gewinnen
und Verlieren, Aushandeln und Kompromisse schliessen, das Aushalten von
Langeweile und das Selbstgestalten der zur Verfügung stehenden Zeit
soziale Fähigkeiten eben. Räume auch, wo junge Menschen
vor anderen und mit anderen die eigene Biographie erproben und austesten,
wo sie sich selbst inszenieren können und wo sie auch Hilfe zur Lebensstil-Findung
erhalten. Wo solches ermöglicht wird, leistet kirchliche Jugendarbeit
einen wichtigen Beitrag zur Entfaltung der Persönlichkeit Heranwachsender.
Aus jugendpastoraler Perspektive hält der Referent darum zwei Dinge
für nötig: sich ernsthaft Gedanken zu machen über die Nutzung
von kirchlichen Flächen durch Kinder und Jugendliche und eine politische
Anwaltschaft für die notwendigen Lebensräume der Kinder und Jugendlichen
zu übernehmen. «Wer Kinder tauft, muss auch Anwalt für sie
sein», zitierte der Vater dreier Kinder einen Aufsatztitel.
Zur beruflichen Kompetenz von kirchlichen Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen
in der Jugendarbeit gehört neben der Fachlichkeit die Beziehungsfähigkeit,
die Fähigkeit, Räume und Plätze anregend und einladend für
Jugendliche zu gestalten. «Personen sind wichtiger als Programme,
Beziehung wichtiger als Service.» Die Jugendlichen wollen wissen,
wie die Jugendseelsorgerin lebt, wie sie denkt und handelt. Wer will, dass
Jugendliche musizieren, muss dies selber leidenschaftlich tun. Das gilt
für sportliche Betätigungen und gilt fürs Beten. Religiöses
Interesse Jugendlicher tritt dort auf, wo der Lebensstil einer Gemeinschaft
oder einer Person fasziniert. (Das Referat im Wortlaut kann gegen einen
bescheidenen Unkostenbeitrag bezogen werden bei der Daju, Webergasse 15,
9000 St. Gallen, Telefon 071-2238770.)
Wie Besteller und Bestellerinnen feststellen mussten, ist bei der Bezugsadresse der Broschüre eine falsche Telefonnummer erwähnt worden. Richtig lautet die Nummer des Sekretariates Liturgiekommission so: 071-2273360.