SKZ 39/1997

INHALT

Dokumentation

Eine verwirrende Informationspolitik

Die Dekanatsversammlung des Dekanates Winterthur beschloss am 15. September 1997 mit 34 gegen 1 Stimme bei 2 Enthaltungen, mit der folgenden Erklärung an die Bischöfe von Chur und darnach an die Öffentlichkeit zu gelangen.

Sehr geehrte Herren Bischöfe

Wir nehmen mit Besorgnis davon Kenntnis, dass nach dem Besuch der SBK &laqno;ad limina» in Rom eine Information stattfand und -findet, welche jede Beruhigung der Situation verhindert und noch grösserer Verwirrung Vorschub leistet. Reserve gegenüber der breiten Medienöffentlichkeit könnten wir irgendwie verstehen. Wir sind aber mit Ihnen die Ortskirche. Sie erwarten von uns, dass wir solidarisch mit Ihnen wirken. Das tun Sie mit Recht. Wie sollen wir das tun, wenn Sie uns pauschal mit den Medien mit einer Informationssperre belegen, wenn widersprüchliche Interpretationen des Verhaltens der Kirchenleitung in Rom und unter Ihnen selbst einfach im Raum stehen gelassen werden? Als Seelsorgerinnen und Seelsorger stehen wir Fragen aus unseren Pfarreien ratlos gegenüber. Gerüchte finden seit dem letzten Dienstag noch mehr fruchtbaren Boden. Interviews in der &laqno;Bündner Zeitung» und &laqno;Südostschweiz» werden uns lächelnd zugetragen.
Dass die Sitzung des diözesanen Priesterrates vom 10. September 1997 abgesagt und so abgesagt wurde, das verstehen wir als verpasste Gelegenheit und als weiteren Beweis dafür, dass Sie wenig Vertrauen in die bistumseigene Seelsorgerschaft aufzubringen bereit sind.

Als Seelsorgerinnen und Seelsorger, die ihren Dienst in Einheit mit der Bistumskirche sehen, bedauern wir diese Tatsachen und grüssen Sie hochachtungsvoll.


© Schweizerische Kirchenzeitung - 1997