SKZ 41/1997

INHALT

Berichte

Fremdsprachigenseelsorge, kirchliche Medienarbeit, Theologische Fakultäten

Herbstsitzung der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) vom 26./27. September 1997 in der Benediktiner-Abtei Disentis

Die Fremdsprachigenseelsorge muss regelmässig überprüft und angepasst werden, nicht nur in den Formen der Finanzierung, sondern grundlegender in ihren Strukturen und Einrichtungen: gemäss den Bewegungen der Bevölkerung in Migration. Dies forderte die Römisch-Katholische Zentralkonferenz (RKZ) an ihrer Plenarsitzung in Disentis. Eine Arbeitsgruppe soll dringend die Situation prüfen und Vorschläge ausarbeiten. Die Delegierten der katholischen Landeskirche Bern verlangten, dass bis Sommer 1998 ein neuer Finanzierungsschlüssel vorliegt, der bereits für die Budgetierung 1999 wirksam wird.
Ein weiteres Thema waren Fragen zur Medienarbeit und Medienpolitik. Über das neue Marketingkonzept der Katholischen Internationalen Presseagentur (KIPA) berichteten Alois Hartmann, Präsident der Genossenschaft KIPA, und Josef Bossart, Leiter der deutschsprachigen Redaktion. 27% der gesamten Mitfinanzierung von Fastenopfer und RKZ fallen auf die Medienarbeit; das sind rund 2,5 Mio. Franken. Die Plenarsitzung forderte auch hier Klärung. Nicht alles Wünschbare sei finanzierbar.
Die Plenarsitzung befasste sich zusätzlich mit der Forderung des Regierungsrates des Kantons Luzern, die staatskirchenrechtlichen und kirchlichen Instanzen müssten sich substantiell an den Betriebskosten der Theologischen Fakultät Luzern beteiligen. Dies würde jedoch, so wurde betont, einen radikalen Paradigma-Wechsel in der Finanzierung theologischer Forschung und Lehre bedeuten, die seit der Aufklärung wesentlich als Teil des staatlichen Bildungsauftrages verstanden wird. Ein Wechsel würde deshalb auch gesellschaftspolitische und staatspolitische Fragen berühren. Für 770 Studierende der evangelisch-reformierten Theologie bestünden heute sechs Fakultäten, die grundsätzlich vom Staat, das heisst dem entsprechenden Kanton, finanziert werden. Für 650 Studierende der katholischen Theologie bestünden hingegen zwei Fakultäten in staatlicher (kantonaler) Trägerschaft. Die Plenarsitzung der RKZ setzte eine Arbeitsgruppe ein, die bis Ende November 1997 eine Stellungnahme zuhanden des Regierungsrates des Kantons Luzern ausarbeiten soll.
Die RKZ ist der Verband der öffentlich-rechtlichen kantonalen Körperschaften und verwandter kantonaler Organisationen der katholischen Kirche in der Schweiz. Aus jedem Kanton nehmen jeweils zwei Delegierte an den vierteljährlichen Plenarsitzungen teil.


© Schweizerische Kirchenzeitung - 1997