Kategorie: General
Veröffentlicht von: hardegger
Eine Gruppe aus meiner Pfarrei weilt in diesen Tagen im heiligen Land. Auch die Schwester Sakristanin wollte gern die Reise mitmachen. Aber das ging nur, wenn sie jemanden für die Sakristei finden würde...also habe ich zugesagt, die acht Tage Dienst zu übernehmen. Back to the roots!

Normalerweise wird ein Gottesdienst pro Tag gefeiert (am Freitag zwei) und die sind auf Schwedisch - immer am Abend um 18.15 h. Am Wochenende aber ist vieles anders:
Am Samstag beginnt es morgens um 11 h mit der Familienmesse auf Schwedisch. Vorher und nachher kommen die Kinder zum Religionsunterricht ins Pfarrheim. Das Haus ist voller Leben ... und Kindergeschrei. Am Nachmittag um 16 h kommen die arabischsprechenden Christen. Für sie ist es wichtig, dass das Weihrauch bereit ist. Die Texte bringt der Pfarrer mit, ebenso das kleine Kreuz mit dem er während des Gottesdienstes die Leute unzählige Male segnet. Da es keine Gebetbücher auf arabisch gibt, stellt der Pfarrer seinen Laptop auf und projiziert alle Gebets- und Lesungstexte sowie die Liedtexte an die Wand. Die Messe dauert ziemlich lange und ich kann dem Ablauf irgendwie nicht folgen. Am Schluss gibt es noch eine Andacht für Maria. Etwa 8 Blumensträusse haben die Gottesdienstbesucher mitgebracht (die Vasen sind mir ausgegangen) alle sollen sie zur Marienstatue gestellt werden. Vor dem Altar stellt der Pfarrer noch ein zweites Marienbild auf. Dafür möchte er noch eine Kerzen haben und stellt dann noch weitere Blumen dazu... Auch die Opferkerzen erfreuen sich grosser Beliebtheit bei den arabischsprechenden Mitchristen. Die Kollekte geht an den Priester zu Unterstützung seiner Lebenshaltungskosten.

Am Sonntag beginnt "mein Tag" um 8 h. Ich muss die Kirche aufschliessen, die abgebrannten Opferkerzen entsorgen und für den Gottesdienst um 9 h alles vorbereiten. Die erste schwedische Messe am Morgen ist gut besucht. Das Hochamt um 11 h ist noch besser besucht. Auch dieser Gottesdienst wird auf Schwedisch gefeiert. Auftischen, Abräumen, Opferkerzen auffüllen, Osterkerze zurück schneiden, Mikro ein und aus, Ministranten "betreuen", ich bin voll eingespannt.

Über Mittag habe ich etwas Zeit und kann den Sommer geniessen. Doch bereits um 15 h muss ich wieder zurück sein. Denn am Nachmittag kommen die Kroaten zum Gottesdienst. Eine grosse, lebendige Gemeinschaft, die da feiert. Auftischen, abräumen und jetzt ziemlich viele Opferkerzen auffüllen. (Mich dünkt, die Kroaten sind Weltmeister im Opferkerzenanzünden...).
Der Kroatenseelsorger und der Jesuit, der für die englische Messe um 18 h kommt, geben sich quasi die Klinke in die Hand. Kroatische Gesangbücher versorgen, Faltblatt "english" auflegen, dann noch den Projektor, damit die englischen Lieder projiziert werden können. Die Studentenband richtet sich ein, das Saxophon wird eingeblasen und ich suche noch eine/n Lektor/in. Zu Hilfe kommt mir eine Schweizer Studentin! Die zweite Lesung mache ich selber. Hier noch schnell das Messgewand am Priester zurecht rücken und dann beginnt der letzte Gottesdienst für heute. Die Gottesdienstgemeinde ist bunt durchmischt. Afrikaner, Amerikaner, Studentinnen und Studenten aus allen Herren Länder.
Um 19.30 h kann ich die Kirche schliessen. 7 Messen am Wochenende, in 4 Sprachen, 6 verschiedene Predigten, 2 Riten und viele viele frohe Katholiken und Katholikinnen.
Und morgen bin ich um 8 h wieder da, um aufzuschliessen, Kerzen aufzufüllen ...

17.05.2012: Vermissen...

Kategorie: General
Veröffentlicht von: hardegger
Wann immer ich Besuch habe aus der Schweiz fragen mich die Leute, was sie mitbringen sollen und ob ich hier in Schweden etwas vermisse.
Die ganz alltäglichen Produkte wie Schoggi und Käse erfreuen mein Herz, wenn die Besucher ihre Koffer auspacken...

In den letzten Tagen habe ich gemerkt, dass mir zudem die so vertrauten Lieder aus dem KG langsam zu fehlen beginnen und das sonntägliche Glockengeläut.
Habe mich ertappt, dass ich über die homepage von Radio DRS schon mal ein Glockengeläut anhöre....

15.05.2012: Das 1. Jahr

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Veröffentlicht von: hardegger
Die etwas längere "Sendepause" auf diesem Blog ist ganz verschiedenen Umständen zuzuschreiben. Aber nun melde ich mich zurück.

Am ersten Mai war es genau ein Jahr her, seit ich meine Arbeit in Schweden begonnen habe. Für mich ein Tag um Rückschau und Ausschau zu halten.
Ich bin dankbar hier sein zu dürfen und mit meinen Talenten die Kirche in der Diaspora zu unterstützen! Positives Feedback zeigt mir, dass meine Arbeit geschätzt wird.
In diesem Jahr habe ich eine Ortskirche kennen und schätzen gelernt, die sich tagtäglich mit Fragen um ihr Überleben auseinander setzen muss. Die Fragen führen zum Kern ihres Auftrags. Das gefällt mir. Ökumene, Immigration und sich einbringen in eine sehr säkulare Gesellschaft sind die Aufgaben und Fragestellungen, die hier beschäftigen.

Ich nehme wahr, dass die katholischen Kirche hier noch weit davon entfernt ist, eine bedeutende Rolle in der Gesellschaft zu spielen, aber das hie und dort sauerteigähnliche Aufbrüche stattfinden. Gerade was die intellektuelle Auseinandersetzung mit den Fragen des Glaubens betrifft, ist ein Aufwärtstrend festzustellen. Das Newmaninstitut zum Beispiel erfreut sich einer Zunahme der Studierenden und Gasthörenden.

Mit meinen Projekten versuche ich etwas von dieser Erfahrung den Menschen im deutschsprachigen Raum mitzugeben. Im Sommer werden 12 Praktikanten in den nordischen Ländern eingesetzt. Sie werden selber die Erfahrung machen, was es heisst hier katholisch zu sein. Die geplanten Reisen/Wallfahrten im Sommer werden einem weiteren Kreis Einblick in die lebendige Kirche des Nordens gewähren.

All das ist nur möglich, weil verschiedene Institutionen meine Stelle unterstützen. Nach einem reich erfüllten ersten Jahr, ist es Zeit ihnen Dank zu sagen:

Dem Bonifatiuswerk, das die Stelle zum grössten Teil fördert
Dem Bischof von Basel, der mich für diese Aufgabe frei gestellt hat
Dem Ansgarwerk Schweiz, das die Stelle finanziell unterstützt und
den Jesuiten in Uppsala und den Mitarbeiter am Newmaninstitut, die mich in meiner Arbeit unterstützen.

30.04.2012: Die Tour Tag 3

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Veröffentlicht von: hardegger
Vom Bergwandern weiss ich, dass der dritte Tag immer der Schlimmste ist. Und genau dieser lag am Sonntag vor uns. Mal sehen, was auf uns zu kommt. Als ich aus dem Zelt kroch, hatte Philip noch nicht ganz zusammen gepackt - Gott sei Dank. Und Lukas Zelt stand auch noch....
Wir kochten erst Frühstück. Ein sehr interessantes Menü. Haferflocken mit Wasser aufgekocht und dann mit Marmelade aus der Tube verfeinert. Echt gut! Smile!
Anschliessend feierten wir Eucharistie. Ein bewegend und erhebendes Erlebnis.

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Das Geschirr übrigens ein Geschenk des Bistums Basel aus ausgemusterten Armeebeständen. Danke!

Nach dem Feiern hiess es packen und den dritten Tag in Angriff nehmen. Um 10 h fuhren wir los. Und nach nur 3 km kam es zu meinem 2. Sturz. Der zum Glück glimpflich ausging. Ich musste eine Strasse überqueren, hatte vortritt, als plötzlich ein Auto aus einer Seitenstrasse auf mich zu schoss. Ich konnten nur noch einen Vollstopp reissen. Für das Ausklinken blieb keine Zeit mehr. Ich stürzte ziemlich unsanft und prallte mit dem Hinterkopf voll auf den Asphalt. Dem Helm sei Dank, es ist nichts geschehen. Der Sturz war so kraftvoll, dass es meine Schuhe sofort aus den Pedalen riss. Der anschliessende Disput mit der Autolenkerin erspare ich euch hier. Glück im Unglück. Weiter geht es! Ich fuhr nun zur Sicherheit eine Zeit ohne das EInklicken, war mir irgendwie wohler dabei...
Ja, die Anstrengung war nun deutlich zu spüren. Einmal als es bergauf ging, natürlich mit Gegenwind, blieb mein Rad einfach stehen, ich hatte nicht mal im ersten Gang genügend Kraft. Sturz 3! Ich dachte schon: Keiner gesehen! Just in diesem Augenblick drehte sich Lukas um. Zur Entwarnung winkte ich fröhlich. Also Rad aufstellen und weiter. Als ich wieder bei der Truppe war, konnte ich meinen Sturz nicht verheimlichen, denn mittlerweile sah mein Dress aus wie nach einer Rallye Paris - Algier (Zitat Philip). Egal weiter geht's. Sigtuna ein wunderbares Städtchen am See war unser Mittagesziel. Naja, eigentlich wäre Märsta unser Ziel gewesen, aber wir waren einfach zu langsam. Der Gegenwind machte uns arg zu schaffen. Der war so mühsam. Sogar bei Abfahrten musste man heftig in die Pedale treten, damit man überhaupt vorwärts kommt. Schrecklich. Die letzte Strecke war ein ständiges Auf und Ab. Ich dachte wieder an die norwegischen Berge und ich dachte ans Aufgeben. Ich konnte mir nicht vorstellen am Nachmittag noch 50 km zu fahren. Philip hatte ja einen Mitbruder als Notfallfahrer angestellt, den wir jederzeit hätten anrufen können und der uns dann aufgepickt hätte. Ich dachte ernsthaft daran- vor dem Essen. Nachdem ich eine Portion Pommes gegessen hatte, war die Welt wieder in Ordnung.

Lukas hat zu den Pommes noch einen Hamburger verdrückt:

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Philip sagte mir dann, ich solle bis Märsta noch mitfahren und dann könne ich da den Zug nehmen oder den Notfallfahrer anrufen. Aber ich gab bekannt, dass ich bis zum Schluss mitfahre. Freude herrschte. Also, das Bein wieder übers Gepäck und los.
Hab vergessen den km Stand in Sigtuna anzusehen, war wohl so bei 120 km.

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Auf zur letzten Etappe!

Am Nachmittag war der Wind immer noch fies. Ich dachte immer wieder, ah, wir biegen ab und fahren in die andere Richtung, aber der Wind drehte sich mit uns und kam immer genau von vorne. Ein gutes Training für Norwegen, dort wird es auch oft so sein...
Die letzten ca 50 km fuhren wir in 15km Etappen. Erster Halt bei der Kirche von Odensala. Eine wunderbar mit Fresken ausgemalte Kirche.

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Ein letztes Mal Wasser auffüllen, die letzte Schoggi brechen, eine Tüte Trockenfrüchte ...

Zweitletzter Etappenhalt in einem Bushäuschen. Wir sind schon alle ziemlich müde. Aber hier fantasieren wir bereits übers Abendessen: kühles Bier und Spareribs. Und weiter geht's. Dann die grosse Schrecksekunde: Bei Philips Rad steht plötzlich die Verstrebung des Schutzblechs raus. Oh Nein! Jetzt auch noch Radreparatur?? Nach eingehender Prüfung war der Schaden bald behoben. Und ... am Horizont sahen wir die Türme des Domes von Uppsala. Juhui. Geschafft! Bei km 164 trennten wir uns ! Ich musste noch 10 km nach Süden, meine Kollegen noch ca 7 km nach Norden. Wir habens geschafft. In 2 1/2 Tagen um den Mälarensee 164 km! Ich bin ein bisschen stolz. Als ich 50 Min später zu Hause ankam zeigte mein Kilometerzähler: 174.25 km. Nach Trondheim ist es zwar 5 mal mehr! Aber es ist doch schon ein Anfang, oder nicht!

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Die Auswertung der Tour steht in den nächsten Tagen an. Eines kann ich aber heute schon sagen: Wir drei harmonieren gut zusammen! Es war super mit den beiden unterwegs zu sein und ich freue mich auf die Radwallfahrt im Sommer!

30.04.2012: Die Tour Tag 2

Kategorie: General
Veröffentlicht von: hardegger
Am Samstag morgen weckte mich das Gespräch meiner beiden Mitfahrer und als ich aus dem Zelt raus schaute, stand da bereits Philip mit fertig gepacktem Rad. Oiiii! Ich noch im Schlafsack und ziemlich verschlafen.... Es sollte sich zeigen, dass er morgens um einiges fiter ist als ich. Zum Glück liegt Lukas irgendwo in der Mitte..

Nun nach einem stärkenden Frühstück hiess es auch für Lukas und mich Zelte abbauen. Ging ziemlich fix, fand ich und dann waren wir bereit für den Start.

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Wem wohl dieses bereits bepackte Rad gehört?

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Let`s go!

Das Wetter war wunderbar schön und unser Gefährte der Gegenwind erwartete uns auch schon. Grundsätzlich folgten wir dem Sverigeleden, der uns um den Mälernsee führen sollte. Nur ganz wenige Abschnitte mussten wir auf Hauptstrassen fahren. Meist ging es über Land oder durch Wald auf guten Pfaden. Aber eines muss ich sagen: Schweden ist nicht so flach wie man sich das vorstellt. Manchmal musste ich mit den Steigungen arg kämpfen. Ich fahre ja auch nicht alle Tage mit 21 kg Gepäck auf dem Rad. Aber irgendwie ging es und es ging so gut, dass ich die Landschaft sogar noch geniessen konnte. Dann sah ich meine Kollegen auf mich warten und mit jemandem sprechen. Ich wollte mich also sofort aus den Pedalen ausklicken...was mir links aber nicht gelang - rechts schon. Aber unglücklicherweise trat ich nochmals ins Pedal und der Schuh klickte sich wieder ein. So landete ich richtiggehend mit einem Sturz bei der Gruppe. Beide Füsse an den Pedalen angemacht und das schwere Rad auf mir. HILFE!! Der Unbekannte und Philip befreiten mich aus der misslichen Lage. 1. Sturz! Ja, die Pedale brauchen noch etwas Übung! Aber nichts passiert. Der Unbekannte machte sich dann auch ziemlich rasch aus dem Staub. Mittageshalt machten wir in einem kleinen Ort vor einem Supermarkt. Ich war ziemlich ausgepumpt und konnte gar nichts essen. Nur auf eine Cola freute ich mich. Mittlerweile brannte die Sonne ziemlich, auch wenn man das wegen des starken Gegenwindes nicht so merkt. Ich ruhte mich aus, derweil die Männer das Menü für das Abendessen ausmachten. Sie träumten von Bohnen, Speck, Spinatsuppe und Bier. Mir war in dem Moment alles recht. Ich war so ausgepumpt, dass ich mir nicht vorstellen konnte je wieder zu essen....
Wasser! brauchten wir wieder. Da es keine öffentlichen Toiletten oä gab, fragte ich in einem Blumengeschäft, ob ich unseren Wassersack und die Flaschen auffüllen dürfe. Kein Problem. Gut gerüstet ging es weiter. Wir hatten bis Mittag ziemlich genau 40 km geschafft.
30 sollten bis am Abend noch dazu kommen. Also los geht's, in die Pedale treten. Philip unser Wegmaker versprach uns einen längeren Halt an einem "schönen Ort". Den wir dann tatsächlich fanden. Mitten in einem Vogelschutzgebiet. Tolle Infrastruktur mit Toiletten und Tischen und Bänken. Hier lässt es sich ruhen. km 51!

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Philip versprach uns nach noch einmal 20 km einen Rastplatz am See. Also packten wir es nochmal. Ich mittlerweile schon ein bisschen müde. Aber, wenn man das Bein über das Gepäck geschwungen und wieder im Sattel sitzt, geht es irgendwie. Zum Glück tat mir nichts weh. Das nächste Teilstück war wieder geprägte von auf und ab und einmal mussten wir unsere Räder über Schotter stossen. Da erst merkt man wie schwer das Rad ist. Uff!

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Ich gebe es zu: Ich guckte immer wieder auf meinen Kilometermesser und sehnte km 20 herbei. Das letzte Stück führt durch einen Wald - mit Steigung. Da musste ich absteigen und zu Fuss gehen. Ich dachte unweigerlich an die norwegischen Berge, die im Sommer vor uns liegen. Oje...
Und dann plötzlich tat sich der Lagerplatz für die Nacht vor uns auf. Tische, Bänke und Toilette inbegriffen - wir sind Glückspilze.

Zelt aufstellen, Kleider wechseln, waschen die einen, im See schwimmen die anderen (Wahnsinnstyp!!) und dann ein feines Abendessen.

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Der Kilometerzähler steht auf 95 km. Wir haben 70 km zurückgelegt. Nicht schlecht!
Übrigens das Thermometer steht nachts auf 4 Grad. Also nichts wie in den Schlafsack. Auf den Elch warten wir wieder einmal vergebens...

30.04.2012: Die Tour Tag 1

Kategorie: General
Veröffentlicht von: hardegger
Liebe blog Leserinnen und blog Leser, tut mir echt leid, dass ich nicht von unserer Tour berichten konnte. Technische Probleme.
Aber nun einige Eindrücke.
Am Freitagabend sind wir gestartet. Es ging darum, die Stadt hinter uns zu lassen, ein bisschen raus zu fahren und dann bald das Lager aufzuschlagen. Beim Start peitschte und der Gegenwind heftig ins Gesicht. Er sollte in den Tagen unserer ständiger Begleiter sein. Ein erster Halt bei einer Kirche über Land, wollten wir nützen zum Wasser tanken. Aber das war leider nicht möglich...Als wir bereits wieder in den Sattel steigen wollen. Kam ein älterer Mann im Elektrorollstuhl auf uns zu. Er fragte uns was wir machen und wohin wir wollen. Lukas und ich hantierten derweil an Lukas Sattel herum. Doch das Werkzeug passte nicht. Der Mann fragte uns, ob wir einen anderen Schlüssel bräuchten. Ja, das wäre gut. Da sagte er: Och, fährt einfach ein paar hundert Meter die Strasse runter, das steht mein Haus. Die Tür ist offen, geht rein. In der Garage findet ihr alles. Wenn euch jemand fragt, was ihr tut, sagt, ich schicke euch.
Super! Wir fanden, was wir brauchten und konnten erst noch Wasser auftanken. Die Leute am Weg sind sehr freundlich. Eine Erfahrung, die man oft macht, wenn man unterwegs ist.

Dann zogen die ersten Wolken auf und wir konnten gleich unsere Regenkleidung testen.

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Lukas bevorzugt das Modell "Regensegel". Wäre allerdings besser mit Rückenwind.....

Doch das Wetter wechselte so schnell und einige Zeit später hatten wir wieder die schönste Landschaft vor uns.

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und schon: Stehen wir in deinen Toren Jerusalem....

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Ja wir waren wirklich schrecklich schnell unterwegs.

Bei schönem Wetter haben wir unser Nachtlager in einem Schlosspark aufgeschlagen. In Schweden ist das möglich danke dem "Jedermannsrecht". Man kann eigentlich überall zelten. Unser erster Platz war sehr gediegen. Am Wasser, mit Tisch und Bänken und sogar einer Toilette. Was will man mehr. Und das feine Risotto und die tolle Gemeinschaft tat das ihrige dazu.
Rundum ein gelungener Start! Der Kilometerstand zeigte 25 km.

27.04.2012: 1 Std 24 Min

Kategorie: General
Veröffentlicht von: hardegger
Der Himmel hat aufgeklart. Die Sonne scheint. Aber sehr heftige Winde. Das wird mir was geben!
Das Rad steht gepackt vor dem Haus.

27.04.2012: 6 Std 21 Min

Kategorie: General
Veröffentlicht von: hardegger
Alles ist bereit bei mir.
Lukas sitzt grad noch in der Vorlesung, die P.Philip hält.
Ich kanns kaum mehr erwarten bis es losgeht.
Habe die Taschen schon zig mal aufs Fahrrad geschnallt und wieder abgeschnallt, einfach um zu sehen,ob alles passt.
Das Wetter spielt verrückt, mal Sonne, mal Regen ... aber immer heftiger Wind.
Die Tour wird uns übrigens rund um den Mälarensee führen. Es sind ca 165 km. Eine richtige Übungsstrecke.

26.04.2012: 20 Std 55 Min

Kategorie: General
Veröffentlicht von: hardegger
In genau 20 Std und 50 Min starten wir zu unserer Probetour für die Radwallfahrt im Sommer. Heute schüttet es in Strömen...die Wettervorhersage verheisst nicht viel Gutes - vor allem auch Gegenwind. Wir werden sehen...

Heute wurde es noch mal hektisch:
Bis zum Mittag waren meine vordern Gepäckhalter für die Radtaschen immer noch nicht geliefert...
Die Lenkradtasche des alten Rades passt nicht aufs Neue....
Und angesichts der Wettervorhersage wollte P.Philip doch noch eine lange Radhose einkaufen...seine Grösse war aber ausverkauft...

Nur Lukas nimmts cool: Er wird dann morgen noch eine Trinkflasche kaufen gehen...so kurz vor knapp.

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Nun wird auch bei mir gepackt!

25.04.2012: 50 Std 25 Min

Kategorie: General
Veröffentlicht von: hardegger
Es ist richtig hektisch hier bei uns. Wir würden am liebsten heute schon starten... Können es kaum mehr erwarten, alles Material, die Kondition und auch unsere Gemeinschaft zu testen. Zudem scheint seit zwei Tagen die Sonne, was einfach unglaublich einladend ist. Täglich fällt mir noch was ein, was ich noch einkaufen muss. Heute zum Beispiel ein superleichtes Microfaser-Badetuch. Gestern eine zweite Trinkflasche ... und mein Büro sieht aus wie die Lagerhalle eines Fahrradshops. Damit liege ich ganz gut im Rennen zwischen meinen beiden Kollegen. Da ist der, der seit Tagen seine 4 Radtaschen gepackt zu Hause stehen hat (er könnte wirklich jederzeit aufbrechen :-): P.Philip und naja, der, welcher heute erstmal noch Fahrradhosen kaufen geht: Lukas.
Meine Taschen stehen da - ungepackt und die Radhose ist gut eingefahren.
Noch 50 Std und 25 Min bis zum Start der Probetour.
 

Die Schweizer Theologin Sibylle Hardegger, bis 2010 Regionalverantwortliche im Bistum Basel, weilt zurzeit im Auftrag des Bonifatiuswerks und des Ansgar-Werks in Skandinavien. Im Blog auf kath.ch berichtet sie ab sofort über ihre Erlebnisse. www.kath.ch/hardegger

Sibylle Hardegger, Schweden
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