Das Bistum feiert
Vor 175 Jahren wurde das Bistum Basel reorganisert und neu umschreiben.
Damals wurde auch er Kanton Luzern dem Bistum Basel zugeteilt. “175
Jahre neues Bistum Basel” gibt Gelgenheit, auf die bewegte Geschichte
zurückzuschauen und sich mit seiner Zukunft auseinanderzusetzen.
Das Jubiläum wird am Sonntag, 31. August, in Solothurn mit Festgottesdienst
(10.00), Festwirtschaft, Ausstellung, Vortrag und vielem mehr gefeiert. Zu
diesem Fest sind alle willkommen. Eine Anmeldung ist nicht nötig.
Vom
Seetal nach Indien
Am 24. Februar 2003 sind zweihundert Jahre seit der Geburt des aus
Altwis stammenden Missionsbischofs Anastasius Hartmann verflossen. Dieser Mann
ist so bedeutend, dass wir sein Andenken wach halten wollen.
Ein Leben für die notleidende Kirche
Pater Werenfried van Straaten feierte am 17. Januar seinen 90. Geburtstag. Man
sagt, er sei der «grösste Bettler des vergangenen Jahrhunderts»,
hat er doch in seinem langen Leben für das Hilfswerk Kirche in Not/Ostpriesterhilfe,
das er 1947 gegründet hat, drei Milliarden Euro zusammengebettelt.
Sulzigjoggeli in unserer Zeit
Werthenstein, 1732: Der Sulzigjoggeli lädt Bekannte auf seinen Hof ein,
um mit ihnen die Bibel zu lesen und über den Glauben zu diskutieren. 15
Jahre später: Der Bauer mit bürgerlichem Namen Jakob Schmidli wird
als letzter „Ketzer“ des Kantons hingerichtet. Einige seiner Anhänger
wurden statt zum Tod zu Galeerenstrafen verurteilt, „aus Milde“,
wie die Regierung sich rühmte!
Neuer Kaplan auf Hergiswald
Seit Neujahr ist die Kaplanei Hergiswald wieder besetzt. Für diese Aufgabe
konnte P. Franz Egli CSSp gewonnen werden.
Franz Egli wurde 1936 in Altishofen geboren. Er gehört der Kongregation
“Sancte Spiritus” an.
Coming-Out als Christen
Am 10. Januar wurde in Dagmersellen die Wanderausstellung “derBUS”
mit einer grossen Vernissage eröffnet. Sie informiert über lesbische
und schwule Lebensweisen. Sie wurde von der Dagmersellerin Brigitte Röösli
konzipiert.
Zeichen der Zeit
Ein grosses Stichwort des 2. Vatikanischen Konzils (1962-65) war „Aggiornamento“:
die Kirche sollte heutig werden. Manches sollte „à jour“
gebracht werden, z.B. mit der Liturgiereform. Viele verlangen seit dem Konzil,
dass die Erneuerung der Kirche stets weiter gehe.
kurz
Feuerprobe bestanden - Generalat in Kriens - Universität Bethlehem beklagt
Kollektivstrafe - Kirchen in Porto Alegre präsent
Weihbischof Martin Gächter: Was mich bewegt Ein grosses Stichwort des 2. Vatikanischen Konzils (1962-65) war
„Aggiornamento“: die Kirche sollte heutig werden. Manches sollte
„à jour“ gebracht werden, z.B. mit der Liturgiereform.
Viele verlangen seit dem Konzil, dass die Erneuerung der Kirche stets weiter
gehe. Das ist der grosse Wunsch der Progressiven. Sie beklagen, dass nach
dem Konzil von Rom her die Erneuerung gestoppt worden sei, etwa vom heutigen
Papst oder von Kardinal Ratzinger. Dabei habe das Konzil von den „Zeichen
der Zeit“ gesprochen, die man ernst nehmen müsse. Mit „Zeichen der Zeit“ und „Aggiornamento“ hat das
Konzil sicher nicht gemeint, dass wir uns einfach dem Zeitgeist anpassen sollen.
Das hat auch Jesus nicht gemacht. Er hat manchem Trend seiner Zeit und Umwelt
widerstanden und oft unzeitgemäss auf Gott und das wahrhaft Echte hingewiesen.
Das Lesen der „Zeichen der Zeit“ verlangt, dass wir als Christen
versuchen müssen, heutige Trends und Entwicklungen an Jesu Wort und Leben
zu messen, um den Willen Gottes für hier und heute herauszufinden. So
kann das Lesen der „Zeichen der Zeit“ bedeuten, dass wir gegen
den modernen Machbarkeitswahn und die dazugehörende Lebensverachtung
(z.B. Abtreibung von unschuldigen Kindern, Forschen mit embryonalen Stammzellen)
das Leben von wehrlosen Kindern verteidigen. Das Ernstnehmen der „Zeichen
der Zeit“ könnte heissen, dass wir trotz aller Propagierung der
Geburtenbeschränkung für Familien mit vielen Kindern einstehen,
auch um einer Überalterung unserer Gesellschaft (samt Zusammenbruch unserer
Altersversicherung) vorzubeugen. „Zeichen der Zeit“ könnte
bedeuten, sich mehr Zeit für Gebet und Gottesdienst zu nehmen und nicht
alles Heil von den eigenen Leistungen zu erwarten. „Zeichen der Zeit“
könnte auch heissen, nicht alles Heil nur „von unten“ zu
erwarten, sondern auch das zu sehen, was viele Verantwortliche „von
oben“ vorschlagen, damit es gemeinsam verwirklicht wird. Das Konzil hat mit den „Zeichen der Zeit“ nicht eine Anpassung
an den Zeitgeist gemeint, sondern dass wir stets die Pflicht haben, „nach
den Zeichen der Zeit zu forschen und sie im Licht des Evangeliums zu deuten“
(Gaudium et spes 4).
Zeichen der Zeit
Es scheint mir entscheidend wichtig, dass bei der momentanen Unzufriedenheit
die verschiedenen kirchlichen Lager gut miteinander sprechen, die sogenannten
„Progressiven“ und die „Traditionellen“. Sie sollten
darüber einig werden, was das Konzil mit den „Zeichen der Zeit“
wirklich gemeint hat. Viele meinen nämlich, dass es einfach heisse, „mit
der Zeit zu gehen“ und uns als Christen an den heutigen „Zeitgeist“
anzupassen. Dass das nicht gut herauskommt, haben die Christen gezeigt, die
sich allzu schnell und unkritisch dem Zeitgeist eines Hitlers oder des Kommunismus
angepasst haben. Sie haben sich zu wenig überlegt, ob das Neue wirklich
in allem gut und gerecht sei.
+ Martin Gächter, Weihbischof der Diözese Basel
letzte Aktualisierung: 31.01.2003