derBUS
Die Wanderausstellung über lesbische und schwule Lebensweisen informiert
sachlich unaufdringlich mit Schautafeln Videos und Installationen. Sie ist
bewusst auf ein ländliches Publikum ausgerichtet.
Die Ausstellung kann angefordert werden bei:
Verein derBUS, Schwarztorstrasse 22, 3000 Bern 14
Tel. 031 382 02 22
Fax 031 382 02 24
E-mail: bus@los.ch
Vom
Seetal nach Indien
Am 24. Februar 2003 sind zweihundert Jahre seit der Geburt des aus
Altwis stammenden Missionsbischofs Anastasius Hartmann verflossen. Dieser Mann
ist so bedeutend, dass wir sein Andenken wach halten wollen.
Ein Leben für die notleidende Kirche
Pater Werenfried van Straaten feierte am 17. Januar seinen 90. Geburtstag. Man
sagt, er sei der «grösste Bettler des vergangenen Jahrhunderts»,
hat er doch in seinem langen Leben für das Hilfswerk Kirche in Not/Ostpriesterhilfe,
das er 1947 gegründet hat, drei Milliarden Euro zusammengebettelt.
Sulzigjoggeli in unserer Zeit
Werthenstein, 1732: Der Sulzigjoggeli lädt Bekannte auf seinen Hof ein,
um mit ihnen die Bibel zu lesen und über den Glauben zu diskutieren. 15
Jahre später: Der Bauer mit bürgerlichem Namen Jakob Schmidli wird
als letzter „Ketzer“ des Kantons hingerichtet. Einige seiner Anhänger
wurden statt zum Tod zu Galeerenstrafen verurteilt, „aus Milde“,
wie die Regierung sich rühmte!
Neuer Kaplan auf Hergiswald
Seit Neujahr ist die Kaplanei Hergiswald wieder besetzt. Für diese Aufgabe
konnte P. Franz Egli CSSp gewonnen werden.
Franz Egli wurde 1936 in Altishofen geboren. Er gehört der Kongregation
“Sancte Spiritus” an.
Coming-Out als Christen
Am 10. Januar wurde in Dagmersellen die Wanderausstellung “derBUS”
mit einer grossen Vernissage eröffnet. Sie informiert über lesbische
und schwule Lebensweisen. Sie wurde von der Dagmersellerin Brigitte Röösli
konzipiert.
Zeichen der Zeit
Ein grosses Stichwort des 2. Vatikanischen Konzils (1962-65) war „Aggiornamento“:
die Kirche sollte heutig werden. Manches sollte „à jour“
gebracht werden, z.B. mit der Liturgiereform. Viele verlangen seit dem Konzil,
dass die Erneuerung der Kirche stets weiter gehe.
kurz
Feuerprobe bestanden - Generalat in Kriens - Universität Bethlehem beklagt
Kollektivstrafe - Kirchen in Porto Alegre präsent
In Dagmersellen startete eine Wanderausstellung zum Thema Homosexualität Die Ausstellung war kein isoliertes Ereignis. Die beiden Gottesdienste am
Wochenende standen unter dem Thema “So oder so – von Gott geliebt”.
Und am Montag darauf fand in der Arche ein sehr gut besuchtes Podiumsgespräche
über lesbische und schwule Lebensweisen statt. Coming-out als Christen Dafür plädierten an der Vernissage nicht nur die angereiste Prominenz
aus Politik und Kultur, sondern auch Gaby Zust von der Frauengemeinschaft
Dagmersellen. Dass die Ausstellung in ihr Dorf geholt worden ist, bezeichnet
sie als “Coming Out als Christen”, als ein klares Bekenntnis zum
Auftrag Jesus: Liebet einander. Ein wichtiger Prozess Auch nicht so einfach war es für die Eltern von Brigitte Röösli.
Die Mutter, Berty Röösli-Schmidlin, erzählte mir, wie das Coming-out
ihrer Tochter innerhalb der Familie zuerst erschreckte, dann aber gut aufgearbeitet
worden sei. Sorgen machte die Frage: Was löst das im Dorf aus? Doch jetzt
bei der Vernissage, dann beim Gottesdienst und beim Podiumgespräch brauchten
sie sich nicht zu verstecken. Sich nicht verstecken müssen
Coming-out als Christen
Am 10. Januar wurde in Dagmersellen die Wanderausstellung “derBUS”
mit einer grossen Vernissage eröffnet. Sie informiert über lesbische
und schwule Lebensweisen. Sie wurde von der Dagmersellerin Brigitte Röösli
konzipiert.
Es ist kein Zufall, dass die Wanderausstellung zuerst in Dagmersellen gezeigt
wurde. Da steckte nicht nur Brigitte Röösli dahinter, sondern auch
ein wichtiger Teil der Dorfbevölkerung: die Frauengemeinschaft, das Pfarreiteam
und der Pfarreirat, der Kirchenrat, Blauring, Jungwacht und die Jugendkommission,
die Schulleitung und die Schulpflege, die Projektgruppe zur Integrationsförderung,
Verein Schule und Elternhaus und die Volkshochschule.
Homosexualität ist vor allem auf dem Land immer noch ein Tabu. Man spricht
nicht darüber. Wer zu seiner oder ihrer homosexuellen Prägung steht,
läuft Gefahr ausgegrenz zu werden. Ob ein Mensch homosexuell oder heterosexuell
veranlagt ist, wählt er nicht selbst aus. Es ist die Natur, die prägt.
Wo die homosexuelle Ausprägung verleugnet werden muss, entsteht Leiden.
Dazu stehen und ausgegrenzt werden oder verdrängen und verstecken –
oder auswandern – das darf eigentlich unter Christen keine Alternative
sein.
Es war nicht so einfach, die verschiedenen Gremien und Gruppen für diesen
Anlass zu gewinnen. Die Kirchenrätin Klara Zibung-Zemp sagte mir, es
seien überall wichtige Prozesse angestossen worden, bei welchen auch
Vorbehalte und Ängste aufzuarbeiten waren.
Dass Lesben und Schwule, die in Dörfern und Kleinstädten ihr “Anderssein”
künftig nicht verstecken oder in die Anonimität der Städte
auswandern müssen und sich deren Angehörige nicht zu schämen
brauchen, ist ein wichtiges Ziel der Wanderausstellung. So ist es zu wünschen,
dass “der BUS” in vielen Dörfen ankommt.
Willy Bünter
Bild
Die Ausstellung derBUS informiert und regt zu Gesprächen an.
letzte Aktualisierung: 31.01.2003