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Das Buch

Hans Halter (Herausgeber): Ketzer und Sekten – einst und jetzt. Toleranz und ihre Grenzen in Kirche, Gesellschaft und Staat. Maihof Verlag 2002. 76 S., geheftet. Fr. 20.-.



Vom Seetal nach Indien
Am 24. Februar 2003 sind zweihundert Jahre seit der Geburt des aus Altwis stammenden Missionsbischofs Anastasius Hartmann verflossen. Dieser Mann ist so bedeutend, dass wir sein Andenken wach halten wollen.

Ein Leben für die notleidende Kirche

Pater Werenfried van Straaten feierte am 17. Januar seinen 90. Geburtstag. Man sagt, er sei der «grösste Bettler des vergangenen Jahrhunderts», hat er doch in seinem langen Leben für das Hilfswerk Kirche in Not/Ostpriesterhilfe, das er 1947 gegründet hat, drei Milliarden Euro zusammengebettelt.

Sulzigjoggeli in unserer Zeit

Werthenstein, 1732: Der Sulzigjoggeli lädt Bekannte auf seinen Hof ein, um mit ihnen die Bibel zu lesen und über den Glauben zu diskutieren. 15 Jahre später: Der Bauer mit bürgerlichem Namen Jakob Schmidli wird als letzter „Ketzer“ des Kantons hingerichtet. Einige seiner Anhänger wurden statt zum Tod zu Galeerenstrafen verurteilt, „aus Milde“, wie die Regierung sich rühmte!


Neuer Kaplan auf Hergiswald
Seit Neujahr ist die Kaplanei Hergiswald wieder besetzt. Für diese Aufgabe konnte P. Franz Egli CSSp gewonnen werden.
Franz Egli wurde 1936 in Altishofen geboren. Er gehört der Kongregation “Sancte Spiritus” an.

Coming-Out als Christen
Am 10. Januar wurde in Dagmersellen die Wanderausstellung “derBUS” mit einer grossen Vernissage eröffnet. Sie informiert über lesbische und schwule Lebensweisen. Sie wurde von der Dagmersellerin Brigitte Röösli konzipiert.

Zeichen der Zeit
Ein grosses Stichwort des 2. Vatikanischen Konzils (1962-65) war „Aggiornamento“: die Kirche sollte heutig werden. Manches sollte „à jour“ gebracht werden, z.B. mit der Liturgiereform. Viele verlangen seit dem Konzil, dass die Erneuerung der Kirche stets weiter gehe.

kurz
Feuerprobe bestanden - Generalat in Kriens - Universität Bethlehem beklagt Kollektivstrafe - Kirchen in Porto Alegre präsent

 

 

Ketzer gestern und heute

Sulzigjoggeli in unserer Zeit

Werthenstein, 1732: Der Sulzigjoggeli lädt Bekannte auf seinen Hof ein, um mit ihnen die Bibel zu lesen und über den Glauben zu diskutieren. 15 Jahre später: Der Bauer mit bürgerlichem Namen Jakob Schmidli wird als letzter „Ketzer“ des Kantons hingerichtet. Einige seiner Anhänger wurden statt zum Tod zu Galeerenstrafen verurteilt, „aus Milde“, wie die Regierung sich rühmte!

1999 auf der Sulzig, wo einst Joggelis Hof dem Erdboden gleich gemacht wurde, wird mit grossem Erfolg das Schauspiel „Der letzte Ketzer“ aufgeführt. Zwei Jahre später wird hier anstelle der früheren „Schandsäule“ ein Gedenkstein aufgestellt. Ebenfalls 2001 arbeitet die Theologische Fakultät der Universität Luzern Fall „Sulzigjoggeli“ mit einer Vorlesungsreihe auf. Regierungsrat Anton Schwingruber, der frühere Gemeindepräsident von Werthenstein, legt zuerst die geschichtlichen Fakten vor. Die Referenten gehen sodann davon aus, dass die unerfreulichen Vorkommnisse des 18. Jahrhunderts heutzutage in dieser Form undenkbar wären. Doch, so fragen sie sich: Wie steht es heute mit der Toleranz gegenüber „Abweichlern“? Diese gibt es bekanntlich nicht bloss in der (katholischen) Kirche. Ein eigener Beitrag befasst sich mit „Ketzern“ in Wissenschaft, Politik und Kultur.

Der Luzerner Maihof Verlag legt nun die Vorlesungen als Broschüre im A-4-Format vor. Dazu kommen Texte aus der aktuellen Tagespresse, die sich mit modernen „Ketzern“ und „Sekten“ befassen. Der Luzerner Moraltheologe Hans Halter schreibt als Herausgeber: „Der Umgang mit Fremden (Ausländern) und Dissidenten ist bis zum heutigen Tag ein gesellschaftliches und auch politisches Problem geblieben.“ Die etwas lieblos gestaltete Publikation (mehrmals bleiben ganze rechte Seiten völlig weiss; der einspaltige Satzspiegel ist mit seinen 15 cm Breite alles andere als lesefreundlich!) richtet sich nicht bloss an historisch Interessierte. Mit ihren Fragestellungen werden heisse Eisen aufgegriffen, die Kirche und Gesellschaft (vgl. Asylfragen!) stets von neuem beschäftigen.
Walter Ludin

Franziskanische Schweiz
„Wir haben zu wenig Nachwuchs“: So ist, fast wie eine Litanei, in den rund 200 franziskanischen Gemeinschaften der Schweiz zu hören. Auf diesem Hintergrund erstaunt es, dass (nun schon zum dritten Mal) die Broschüre „Panorama“ erscheinen konnte. Sie umfasst stattliche 64 Seiten und orientiert über die vielfältigen Aktivitäten, welche franziskanische Gruppierungen im Jahr 2003 für breitere Kreise anbieten. Dazu gehört die Möglichkeit von „Kloster auf Zeit“ wie ein breites Spektrum von bildenden, besinnlichen und spirituellen Angeboten (Reisen, Weekends, Kurse, Meditationen, sakraler Tanz, Fasten usw.). Hinweise auf franziskanische Zeitschriften und eine drei Seiten umfassende Liste von Internetadressen finden sich ebenfalls in der sehr informativen Gratis-Broschüre.
Walter Ludin

Franziskanische Schweiz. Orte – Kurse – Reisen. Panorama 2003. Gratis erhältlich bei: FG-Zentrale, Antoniushaus Mattli, 6443 Morschach.


letzte Aktualisierung: 31.01.2003