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"inforel ": Wichtige Beratungsstelle auf dem Markt der Religionen   

Basel, 07.05.2006/APD Der Verein "inforel – information religion" in Basel ist seit 1987 erfolgreich in einem Praxisbereich tätig, in dem es um Information, Deutung und Aufklärung über religiös-weltanschauliche Gruppierungen und Strömungen geht. Er versteht sich nach eigenen Angaben "als Anlaufstelle für alle, die sich sachlich mit der breit gefächerten Thematik "Religion" beschäftigen oder die ein Problem mit einer religiösen Gruppierung haben und eine fachkundige Beratung suchen." Inforel zählt nur gerade über 100 Einzelmitglieder und ein Dutzend Kollektivmitglieder (Kirchgemeinden, Pfarreien, Religionsgemeinschaften).

Die Leitung des Vereins inforel hat der Religionswissenschafter Christoph Peter Baumann. Er wird von einem Vorstand unterstützt. Ein erweiterter Vorstand pflegt den Kontakt zu den Religionen und kirchlichen Gemeinschaften im Raum Basel. Dem Vorstand steht ausserdem ein wissenschaftlicher Beirat zu Seite, dem derzeit neun Persönlichkeiten aus der Religionswissenschaft angehören.

An der inforel-Mitgliederversammlung am 3. Mai in Basel berichtete Präsident Dr. Rolf Thalmann, über die Tätigkeit von inforel im Berichtsjahr 2005, die vor allem durch die Aktualisierung des Internet-Angebots weiter ausgebaut werden konnte. Monatlich würden jetzt über 10.000 Zugriffe auf www.inforel.ch registriert. Der Verein informierte 2005 mit dem Blatt "inforel.-Mitteilungen" und 25 Internet-Newslettern über aktuelle Vorgänge in den Religionsgemeinschaften in der Region Basel. Der Fachstellenleiter und Gründer von inforel, Christoph Peter Baumann, gab verschiedene Kurse, hielt Fachreferate, verfasste zahlreiche Beiträge für die Medien und organisierte auch Besuche bei religiösen Gruppierungen und Führungen in Kirchen, Kapellen und Tempeln.

Wie in den Vorjahren nehmen auf der Anfragenliste der Islam, der Hinduismus und der Buddhismus die Spitzenplätze ein, gefolgt von Scientology, den Aleviten und der ICF-Kirche. Bei den Fragestellern handle es sich vorwiegend um Privatpersonen. Allerdings kämen auch vermehrt Anfragen von Medien und Amtsstellen.

Finanzlage zwingt zu Kürzungen

Der scheidende Präsident Thalmann wies erneut auf die zugespitzte Finanzlage der Fachstelle hin. Das Berichtsjahr 2005 schloss mit einem Vermögensverlust von 11.400 Franken. Der Verein inforel sei auf Subventionen und Spenden angewiesen, damit die Aufklärungs- und Beratungsarbeit weitergeführt werden könne. Einige Gesuche für die Finanzierung von neuen Projekten sollen demnächst eingereicht werden. Bedingt durch die aktuelle finanzielle Lage habe leider der Umfang der wissenschaftlichen Arbeit weiter eingeschränkt werden müssen.

Die Wahl eines neuen Präsidenten fällt satzungsgemäss nicht der Mitgliederversammlung, sondern dem amtierenden Vorstand zu. Dieser werde demnächst über die Nachfolge von Dr. Rolf Thalmann entscheiden.

Lebensabend für Juden und Christen unter einen Dach

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung lud inforel zu einer Führung durch den Basler "Holbeinhof" ein, dem ersten Alters- und Pflegeheim, in dem Juden, Christen und Angehörige anderer Religionen und Lebensweisen ohne trennende Mauern in gegenseitigem Respekt zusammen wohnen. Im Einführungsreferat "Religionen miteinander und nicht nur nebeneinander!" verdeutlichte der jüdische Heimleiter, Rudolf Hoffmann, den aussergewöhnlichen Charakter des Heims, in dem alle Gäste ihre bisherigen Lebensgewohnheiten weiterführen könnten, ohne sich konfessionellen Vorgaben unterordnen zu müssen.

Der Holbeinhof verfügt über 111 Einbettzimmer, 18 davon mit internen Verbindungstüren für Paare, die eine gemeinsame Wohneinheit vorziehen. Gemäss dem Konzept des Holbeinhofs werde auf zwei Stockwerken, also auf knapp der Hälfte des Raumangebots, die jüdische Tradition gelebt. Auf den anderen Etagen wohnten Gäste aus christlichen Kirchen oder anderen Religionen. Es sei bewusst auf eine bauliche Trennung verzichtet worden. Aufgrund der jüdischen Speisegesetze seien jedoch getrennte Wege beim Einkauf, Transport, Lagerung und Zubereitung der Lebensmittel bis hin zum Geschirr und dem Service im Speisesaal erforderlich. Daher gebe es im Holbeinhof die koschere Küche, unterteilt in milchig und fleischig und eine neutrale Küche. Der Holbeinhof betreibt auch ein öffentliches, vegetarisches Café-Restaurant.

Grüss Gott und Shalom

Das jüdisch-christliche Alterszentrum in Basel verfüge über eine eigene Synagoge, in der jeden Freitagabend und Samstagvormittag sowie an jüdischen Feiertagen ein jüdischer Gottesdienst abgehalten werde. Für christliche Gottesdienste stehe ein Mehrzweckraum zur Verfügung, wo vierzehntäglich abwechslungsweise am Freitagvormittag ein reformierter oder römisch-katholischer Gottesdienst gefeiert werde.

Die Betreuung der Gäste durch die über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 18 Nationen und unterschiedlichsten Glaubensbekenntnissen sei problemlos, doch verlange die Arbeit Einfühlungsvermögen und gegenseitigen Respekt.

Der im Jahre 2002 eröffnete Holbeinhof wurde neuer Standort für das frühere jüdische Alters- und Pflegeheim "La Charmille" im benachbarten Riehen, das den heutigen Ansprüchen nicht mehr genügte. Die Trägerschaft des Holbeinhofs ist eine Stiftung des Bürgerspitals Basel, der Bürgergemeinde Basel und des "Verein Jüdisches Heim la Charmille". Ein wichtiger Partner ist zudem die Sevogelstiftung, Trägerin der Alterspension "Dalbehof", die damit eine externe Pflegestation erhielt.

inforel, Basel: www.inforel.ch

Holbeinhof, Basel: www.holbeinhof.ch

APD, 08.05.2006


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