St. Gallen eröffnet an Ostern eine Pilgerherberge
Von Prag via München, Rorschach führt der Jakobsweg die Pilgerinnen und Pilger nach St. Gallen. Bis anhin nahmen sich viele nur wenig Zeit für diese Stadt, es fehlte eine Pilgerherberge. Ab Ostern 2008 könnte sich dies ändern: Der im letzten November gegründete Verein «Pilgerherberge St. Gallen» hat in der Nähe des Stadtzentrums eine Wohnung gemietet. Sie dient künftig als Nachtquartier für Pilger. Zurzeit wird die Wohnung von Ehrenamtlichen renoviert. «kath.ch» hat vorbeigeschaut.
Wer die neue Pilgerherberge in St. Gallen betritt, steht gleich in einer Küche. «Hier können sich die Pilgerinnen und Pilger ihr Essen selber zubereiten», erzählt Josef Schönauer, Präsident des Vereins «Pilgerherberge St. Gallen».Bis zu zehn Personen können gleichzeitig in der neuen Herberge übernachten. Eine Übernachtung kostet zwanzig Franken, bleiben darf man maximal eine Nacht. Aufgenommen wird, wer den «Pilgerpass» vorweist.
Die Schlafzimmer sind relativ klein. Laut Josef Schönauer werden nach der Renovation Kajütenbetten hinein gestellt. Was Schönauer besonders freut, ist die Terrasse. Sie ermögliche, die Wäsche an der Sonne zu trocknen und den Abend zu geniessen.
Eine gemütliche Herberge für die GästeDie ersten Gäste in der neuen Herberge werden am Karsamstag erwartet. Bis zur Eröffnung gibt es noch einiges zu tun. Der Verein «Pilgerherberge St. Gallen» kann dazu auf viele freiwillige Helferinnen und Helfer zählen. Einer davon ist Marcel Affeltranger. Er deckt mit Klebeband die Türen und sanitären Anlagen ab, um später Wände und Decken streichen zu können.
Im Einsatz ist auch Elisabeth Keller. Sie engagiert sich für die neue Pilgerherberge, weil sie selbst eine begeisterte Jakobspilgern ist. «Aus eigener Erfahrung weiss ich, wie wichtig eine gemütliche Herberge ist», erzählt Keller. Sie spricht damit ein Problem an, dass spätestens seit dem Buch «Ich bin dann mal weg…» des deutschen Entertainers Hape Kerkeling beschäftigt. Kerkeling beschreibt auf seiner Wanderung von den Pyrenäen nach Santiago de Compostela viele Herbergen als «schäbig». Man müsse auch häufig in grossen Schlafräumen übernachten, die Luft miefe.
Wie ist die neue Herberge in St. Gallen einzuordnen? Die erfahrene Pilgerin Elisabeth Keller spricht von einer Standard-Herberge. Der Vereinspräsident Josef Schönauer zielt in die gleiche Richtung: «Im Vergleich mit anderen Herbergen würde ich sagen ‹klein, aber fein›. Einfach etwas Gemütliches».
St. Gallen nicht mehr links liegen lassenDer Verein «Pilgerherberge St. Gallen» ist überzeugt, dass eine günstige Pilgerunterkunft in St. Gallen ein Bedürfnis ist. Schönauer: «Über meine Website ‹pilgern.ch› erhalte ich immer wieder Rückmeldungen von Leuten, die gerne günstig in St. Gallen genächtigt hätten. Weil das nicht möglich war, haben sie St. Gallen links liegen gelassen.»
Pilgerinnen und Pilger, die in der neuen Herberge übernachten wollen, können sich via Telefon oder Mail anmelden. Ab 16 Uhr wird sie jemand empfangen. Noch sei aber nicht alles Organisatorische geklärt, sagt Josef Schönauer.
Klar ist, dass Ehrenamtliche den Betrieb der Herberge aufrechterhalten werden. Laut Schönauer kann man eine Pilgerherberge nur aus Freude betreiben, sonst nicht. Der Verein werde froh sein müssen, wenn am Schluss des Jahres die Kasse einigermassen ausgeglichen sei.
St. Gallen eröffnet eine Herberge für Jakobspilger (www.fuchsmedien.ch, 26.02.2008)- Gallusstadt wird pilgerfreundlich (St. Galler Tagblatt, 15.02.2008)
kath.ch, 09.03.2008
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