Notice: Undefined variable: i in /var/www/kath/public_html/www/aktuell_connect.inc.php on line 112

Notice: Undefined variable: i in /var/www/kath/public_html/www/aktuell_connect.inc.php on line 114

Notice: Undefined variable: n in /var/www/kath/public_html/www/aktuell_connect.inc.php on line 149

Notice: Undefined variable: i in /var/www/kath/public_html/www/aktuell_connect.inc.php on line 156
ABSK -
ABSK
 
   



Notice: Undefined variable: titel in /var/www/kath/public_html/www/absk_header.inc on line 108

 
   

 

 
   

 

 
         
     

Wo Zöglinge noch Zucht und Ordnung lernen

Das Lyceum Alpinum im Engadin ist eine Nobelschule, in der seit 100 Jahren die Kinder des Geld- und Blutadels unterrichtet und mit strengen Benimm-Regeln auf das Leben in Wirtschaft und Gesellschaft vorbereitet werden. Längst nicht alle bestehen diese Prüfung.

22.06.2004

Rundherum grüssen Mitte Juni noch immer die schneebedeckten Gipfel. Mittendrin in dieser hochalpinen Landschaft thront wie eine Trutzburg das Lyceum Alpinum. Längst gehören die rot-orangen Gebäude der Nobelschule am Dorfrand von Zuoz zum Engadin wie die Berge und die Gletscher.

Von Markus Rohner

«In einer solchen Umgebung lässt sich gut leben und studieren», sagt Bruno Behr (58). Der Mann weiss, wovon er spricht. Einst war er Polizeioffizier in Zürich, dann Leiter der Schweizerschule in Barcelona und zuletzt Verantwortlicher für die Vorbereitungskurse ausländischer Studenten an der Universität Fribourg. Den Umgang mit Menschen aus vieler Herren Ländern ist er gewohnt. Gute Voraussetzung für die Führung einer Schule, an der die Hälfte der Eleven aus dem Ausland kommt. Fast 90 Deutsche, ein paar Österreicher, Italiener, Amerikaner und immer mehr Kinder aus dem asiatischen und arabischen Raum. «Switzerland?s finest Boarding School» hat dort für sich einen neuen Wachstumsmarkt entdeckt.

Der «Zuoz Club»

«Die Internationalität unserer Schule war schon den Gründervätern wichtig», erzählt der Rektor. Als vor 100 Jahren das «Institut Engiadina» eröffnet wurde, drückten neben zehn Schweizern bereits vier Amerikaner, drei Franzosen, drei Engländer und zwei Russen die Schulbank. Die internationale Ausrichtung des Lyceums ist gewollt und erfüllt einen wichtigen Zweck: Bei Auslandaufenthalten und bei der Karriereplanung kommt immer wieder das weltweite Netzwerk des «Zuoz Club» zum Tragen. Dieser elitäre Zirkel vereinigt über 2000 Ehemalige aus 40 Ländern. VW-Chef Ferdinand Piëch gehört dazu, der Genfer Bankier Bénédict Hentsch, Swisscom-Boss Jens Alder oder der Fürst von Liechtenstein. Viele «Old Boys» schicken ihre Kinder wieder nach Zuoz. Was die Schule des Geld- und Blutadels erst recht zum Mikrokosmos der High Society macht, wo Kontakte fürs Leben geknüpft und ideale Voraussetzungen für den Start ins Berufsleben geschaffen werden.
Im Frühling 2000 übernahm Bruno Behr im Lyceum Alpinum das Ruder, nachdem die Renommierschule durch einen Pädophilenfall in die internationalen Schlagzeilen geraten war. «Solche Krisen sind da, um gemeistert zu werden», sagt der Rektor. Er hat durchgegriffen und der Schule wieder mehr Disziplin und Ordnung verordnet. «Weil viele Eltern nicht mehr Nein sagen können, machen wir es für sie.» Am Freitagabend dürfen nur noch Schüler mit Durchschnittsnote 5 in den Wochenendurlaub, die anderen bekommen am Samstag Zusatzunterricht. Mit regelmässigen Urintests werden Drogen von der Schule ferngehalten, denn wer beim ersten Mal erwischt wird, fliegt raus. Der Alkoholkonsum ist stark eingeschränkt. Und wer glaubt, in heissen Sommerwochen allzuviel Haut zeigen zu müssen, wird an den Dresscode der Schule erinnert. «School ist eben nicht nur cool, Erziehung nicht immer nur Fun, und das Verhalten kann nicht immer nur easy sein.»

Der «Spirit of Zuoz»

Er wolle sich nicht beklagen, sagt André René Hodel aus Hongkong. Es gefalle ihm recht gut in Zuoz. Dass er zum Frühstück um 7.10 Uhr keine Sekunde zu spät kommen darf, findet der 15-jährige Auslandschweizer allerdings ein starkes Stück. «Wer gar nicht erscheint, dem wird eine Stunde Sozialdienst aufgebrummt.» Nein, beklagen wollen sich die Knaben und Mädchen der Nobelschule nicht. Schon gar nicht gegenüber einem Journalisten. Hier lerne er, selbstständiger zu werden und sich auf die Zukunft vorzubereiten, sagt der Deutsche Moritz Netzsch, der kurz vor der Matura steht. Seine Landsfrau Joséphine Rosen ist nach Zuoz gekommen, weil sie nach einem halben Jahr Schulpause dachte, «ich müsste wieder mal etwas lernen». Damit sie ihr Lebensziel erreicht: «Die Zukunft gut überstehen und glücklich sterben dürfen.»
Noch wird im Lyceum nicht gestorben, sondern mit dem «Spirit of Zuoz» auf das Leben nach der Schule vorbereitet. Das heisst nach der Definition von Verwaltungsratspräsident Georg Hahnloser Erziehung zu Lebensfreude, Weltoffenheit, Toleranz, Teamgeist, Fairplay, Leistungswillen, Selbstdisziplin und lebenslanger Lernbereitschaft. «Bei uns gibt es nur faire Gewinner und stolze Verlierer, die ihr Bestes gegeben haben», sagt der Rektor. Entsprechend wird auch dem Sport grosses Gewicht beigemessen.
Doch nicht immer kommen alle mit dem Leben hinter den Internatsmauern zurecht. Pro Jahr werden fünf bis zehn Schüler der Schule verwiesen. Aus schulischen oder disziplinarischen Gründen. «Wir können es uns nicht leisten, zu einer Drogentherapieschule zu werden», heisst es dazu im Rektorat. Auch wer Mitschüler, Lehrer und Internatsleitungen wiederholt mit unflätigen Ausdrücken beschimpft, bekommt in Zuoz in der Regel keine zweite Chance.

Ein teures Pflaster

Geld spielt im Edelinternat eine wichtige Rolle. Auf 50 000 bis 60 000 Franken kommt allein der Jahresaufenthalt. Darin nicht inbegriffen sind die Kosten für Privatstunden, persönliches Coaching, Prüfungsgebühren, Projekt-wochen und Schulmaterial. Fürs Einzelzimmer werden zusätzlich zwischen 4300 und 6300 Franken verlangt.
«Eine grosse Mehrheit der Eltern gehört zum gutbürgerlichen Milieu», korrigiert der Rektor das Bild der versnobten Nobelschule. Bei einem Einkommen von 300 000 Franken oder im Falle einer Erbschaft sagten sich viele: «Diese Schule leiste ich mir. Für mein Kind will ich nur das Beste.» Ein Glück für den arabischen Milliardärssohn oder die deutsche Industriellentochter, dass der Kanton Graubünden für jeden externen Schüler aus dem Engadin und den Südtälern pro Jahr 20 000 Franken bezahlt und ihnen so fast kostenlos den Besuch dieser Privatschule ermöglicht. So bekommen die Kinder des Geld- und Blutadels wenigstens einmal im Leben die Chance, mit ein paar «gewöhnlichen» Kindern in Kontakt zu treten.


Notice: Undefined variable: weiartanz in /var/www/kath/public_html/www/detail.php on line 92

Notice: Undefined variable: veranz in /var/www/kath/public_html/www/detail.php on line 118

Notice: Undefined variable: i in /var/www/kath/public_html/www/detail.php on line 145

Zurück

 

absk

     
 

     
 

Senden Sie uns eine E-Mail! info@absk.ch
© ABSK 25.07.2014