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Eine Rekordzahl an Einsatzstunden   

Ökumenische Notfallseelsorge/Care Team Kanton Luzern 2013

Bei Unfällen, Suiziden oder aussergewöhnlichen Todesfällen kümmern sie sich um Angehörige, Augenzeugen und unverletzte Beteiligte: Notfallseelsorgende und Caregivers. Im vergangenen Jahr entfiel die Hälfte ihrer Einsatzstunden auf den Amoklauf von Menznau.

Das Grossereignis vom 27. Februar hat das Jahr 2013 geprägt. Die Notfallseelsorge/CareTeam Kanton Luzern* geriet bei der Betreuung von Menschen in Menznau an ihre personellen Grenzen. Die Zusammenarbeit unter den Innerschweizer Kantonen war gefordert und hat sich bewährt.

Im Bezug auf die Einsatzstunden wird das Jahr 2013 als Rekordjahr in die Statistiken eingehen. 789 Stunden stand das NFS-CareTeam im Einsatz. Davon wurden 397 Stunden, also die Hälfte, im Zug des Grossereignisses vom 27. Februar in Menznau geleistet. Die Seelsorgenden und Caregiver waren am Unglücksort selbst im Einsatz, an den Wohnorten der Betroffenen, und zusätzlich mussten Teams bei verschiedenen Abschiedsfeiern anwesend sein. Die Komplexität der Betreuung zeigt sich am Umstand, dass bis heute Anfragen für Betreuungen eingehen. Wie und ob dies für eine Organisation möglich ist, die sich bewusst nur für den Notfall bereit hält und nicht Langzeitbetreuung zusichern kann, ist immer wieder die Frage. Aber ausserordentliche Schicksale verlangen nach ausserordentlichen Lösungen.

Die Einsatzstunden nahmen auch ohne den Amoklauf von Menznau zu – von 326 im Jahr 2012 auf 392. Die Anzahl der Einsätze 57 (66) forderte den Seelsorgenden und Caregivers grosse Leistungen ab. Plötzliche, Todesfälle (16) und Suizide (14) stellen an die Einsatzkräfte immer besonders hohe Anforderungen. Alle Betroffenen sind vom unvermittelten Eintreten des Todes emotional gefordert. Das Leben scheint still zu stehen und die nähere Zukunft verschwimmt, ist kaum zu bewältigen.
Das NFS-CareTeam nahme auch an der Einsatzübung Traffico Due vom 6. September teil. Im Verband mit allen Blaulichtorganisationen, dem Zivilschutz und «Zentras» (Nationalstrassen-Unterhaltsdienst) wurde ein Einsatz im Sonnenbergtunnel der Autobahn N2 gestellt. Das NFS/CareTeam hatte die Betreuung und Übersetzung zu organisieren.

Die Erweiterung des Bestandes ist auf gutem Weg. Zurzeit besuchen neun Caregivers die Ausbildung. Der Bestand an Seelsorgenden muss erweitert werden, da durch die angespannte Personalsituation in den Kirchen immer weniger Seelsorgerinnen und Seelsorger diese Zusatzleistung erbringen können.

* Die Organisation Ökumenische Notfallseelsorge/Care Team Kanton Luzern besteht in dieser Form seit rund drei Jahren, als sich die beiden Partner zusammenschlossen. Sie wird gemeinsam getragen von den drei Luzerner Landeskirchen und vom Kanton. Zurzeit stehen ihr 44 Personen zur Verfügung, von denen 18 in der Seelsorge tätig sind, 26 Frauen und Männer in anderen Bereichen, etwa der Pflege, Spitex oder der Notfallpsychologie. Sie kümmern sich in Notsituationen um Angehörige, unverletzte Beteiligte und Zeugen, sie leisten Angehörigen Beistand bei Suizid oder beim Überbringen von Todesnachrichten. Aufgeboten werden die Notfallseelsorgenden und Caregiver vom Rettungsdienst 144, von der Polizei oder der Feuerwehr. 365 Tage, rund um die Uhr, sind zwei Seelsorgende/Caregivers auf Pikett. – Die Leitung von Ökumenische Notfallseelsorge/Care Team Kanton Luzern haben Hans-Peter Vonarburg, kath. Gemeindeleiter in Emmenbrücke, und Thomas Seitz, hauptberuflich bei der Swisscom tätig.

PDF Einsatzstatistik 2002 – 2013 (pdf)

Röm.-kath. Landeskirche des Kantons Luzern, 21.01.2014

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